{"id":7793,"date":"2020-05-12T11:05:51","date_gmt":"2020-05-12T09:05:51","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7793"},"modified":"2020-05-12T11:05:53","modified_gmt":"2020-05-12T09:05:53","slug":"wertschoepfungsketten-klassenkampf-und-einheitsfront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/?p=7793","title":{"rendered":"Wertsch\u00f6pfungsketten, Klassenkampf und Einheitsfront"},"content":{"rendered":"<p><em>James Dennis Hoff &amp; Jimena Vergara.<\/em> <strong>Das Coronavirus hat sich \u00fcber die Kapitalkreisl\u00e4ufe und die Wertsch\u00f6pfungsketten weltweit verbreitet, die Arbeiterklasse gespalten und Millionen von Frontarbeitern in Gefahr gebracht. Die Kr\u00e4fte des Proletariats<!--more--> neu zu organisieren, um auf diese Bedrohung zu reagieren, ist der einzige Weg nach vorn.<\/strong><\/p>\n<p>Belokamenka ist eine l\u00e4ndliche Gemeinde in der russischen Arktis mit einer st\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerung von nur 85 Menschen. Die Ortschaft ist Hunderte von Kilometern von allem entfernt, was einer Stadt \u00e4hnelt, und ist einer der letzten Orte, an dem man einen gr\u00f6sseren Ausbruch von COVID-19 erwarten w\u00fcrde. Und doch wurde Ende April bei mehr als 200 tempor\u00e4ren Bewohnern \u2013 Arbeitern auf einer Baustelle einer Fl\u00fcssiggasversorgungsanlage \u2013 die Krankheit diagnostiziert hat. Der Ausbruch breitete sich schnell auf der etwa 2.5 km<sup>2<\/sup> grossen Baustelle aus, was haupts\u00e4chlich auf die beengten Lebensbedingungen der Arbeiter und das v\u00f6llige Fehlen jeglicher sozialer Abstandsmassnahmen zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Aber wie gelang es dem Virus \u00fcberhaupt, an einen so abgelegenen Ort zu gelangen? Wie schaffte es eine Krankheit, die urspr\u00fcnglich in Wuhan, China, diagnostiziert wurde, trotz aller Bem\u00fchungen, sie einzud\u00e4mmen, in so kurzer Zeit bis in die entlegensten Winkel der Erde vorzudringen? Die Antwort ist einfach: Die Krankheit verbreitete sich so schnell \u2013 schneller als jedes fr\u00fchere Virus \u2013, indem sie den gleichen Kreisl\u00e4ufen folgte, die die globale Just-in-time-Lieferkette verbinden, einer Kette, die von der Art billiger Energie, die die Anlage in Belokamenka bereitstellt, und von der Art billiger Einwandererarbeitskr\u00e4fte, die f\u00fcr den Bau einer solchen Anlage ben\u00f6tigt werden, angetrieben wird. W\u00e4hrend menschliche Viren oft den Warenstr\u00f6men gefolgt sind \u2013 die Beulenpest zum Beispiel wanderte jahrelang entlang der Handelsrouten \u2013 hat die Geschwindigkeit und das massive Ausma\u00df des globalisierten Kapitalismus ein Szenario geschaffen, in dem sich Krankheiten innerhalb weniger Wochen \u00fcber den gesamten Planeten ausbreiten k\u00f6nnen. In dieser Hinsicht ist COVID-19 die erste gro\u00dfe Pandemie im Zeitalter des globalen Kapitalismus.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"600\" src=\"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/GettyImages-1209822051-1000x600-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7794\" srcset=\"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/GettyImages-1209822051-1000x600-1.jpg 1000w, https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/GettyImages-1209822051-1000x600-1-300x180.jpg 300w, https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/GettyImages-1209822051-1000x600-1-768x461.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Coronavirus disease COVID-19 infection medical. New official name for Coronavirus disease named COVID-19, pandemic risk on world map background, vector illustration<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Doch wie <a href=\"https:\/\/labornotes.org\/blogs\/2020\/04\/workers-just-time-moment\">Kim Moody erkl\u00e4rt<\/a>, werden genau dieselben Kreisl\u00e4ufe, die sowohl Produkte als auch Krankheiten blitzschnell \u00fcber den Globus reisen liessen, nur durch die hochausgelastete Arbeit von Millionen von Logistikern in einer Handvoll von Unternehmen erm\u00f6glicht, und diese Kreisl\u00e4ufe sind daher extrem st\u00f6rungsanf\u00e4llig. So erkl\u00e4rt Moody:<\/p>\n<p>\u00abDrei Jahrzehnte der Rationalisierung und Verfeinerung des Warenverkehrs entlang technisch hochentwickelter, aber arbeitsintensiver Lieferketten haben die Geschwindigkeit der Krankheits\u00fcbertragung sowie der Waren- und Geldstr\u00f6me beschleunigt. Aber gerade die Geschwindigkeit dieser angespannten Handelsadern hat auch ihre Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr St\u00f6rungen erh\u00f6ht.\u00bb<\/p>\n<p>Der wettbewerbsm\u00e4ssige Vorteil, den diese Lieferketten bieten, h\u00e4ngt fast ausschliesslich von ihrer F\u00e4higkeit ab, Waren und Rohstoffe dorthin zu bringen, wo sie genau dann ben\u00f6tigt werden, wenn sie gebraucht werden. Jede kleinere Unterbrechung auf diesem Weg kann den gesamten Prozess ins Chaos st\u00fcrzen und die Unternehmen t\u00e4glich Millionen oder Zehnmillionen Dollar an Ausgaben oder entgangenen Gewinnen kosten. F\u00fcr Moody ist der Zusammenhang hier offensichtlich. Das Streben des Kapitalismus nach Effizienz und seine Versuche, aus jeder Minute des Produktions- und Zirkulationsprozesses Wert herauszuquetschen, bedeutet, dass die Lohnabh\u00e4ngigen in den Branchen, die diese Lieferketten bereitstellen (ganz zu schweigen von denjenigen, die in der Produktion mit hoher Wertsch\u00f6pfung in der N\u00e4he von Logistikzentren arbeiten, und denjenigen, die bei der Produktion und Instandhaltung der logistischen Infrastruktur helfen), eine enorme potenzielle Hebelwirkung haben. Tats\u00e4chlich zeigt das Wesen der globalen Lieferketten, dass es trotz all der fortschrittlichen Technologie, die hinter dem globalen Kapitalismus steht, immer noch die arbeitenden Menschen sind, die die Welt am Laufen halten, und es sind die arbeitenden Menschen, die die Macht haben, sie stillzulegen.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass diese systemrelevanten Arbeiter und Arbeiterinnen, diejenigen, die sich in den vielen Ver\u00e4stelungen der globalen Lieferkette abm\u00fchen oder helfen, sie zu unterst\u00fctzen, auch zu den Schw\u00e4chsten geh\u00f6ren. W\u00e4hrend Millionen von Werkt\u00e4tigen entlassen und in die Armut geworfen wurden, sind diejenigen, die noch immer an vorderster Front in den Bereichen Vertrieb, Transport sowie Nahrungsmittel- und Energieproduktion stehen, gezwungen werden, oft mit den geringsten Schutzma\u00dfnahmen die gr\u00f6ssten Risiken einzugehen. Die Wanderarbeiter in Belokamenka zum Beispiel hatten keine pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung, keine Handschuhe, Masken oder Desinfektionsmittel. In den USA sind die Lohnabh\u00e4ngigen der Verteilzentren und Lieferfirmen gezwungen, oft ohne angemessene pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung in Umgebungen zu arbeiten, in \u00a0<a href=\"https:\/\/www.dailymail.co.uk\/sciencetech\/article-8230241\/Workers-rights-group-says-HALF-Amazons-warehouses-coronavirus-infection.html\">denen das Virus bereits entdeckt wurde<\/a>. Mittlerweile haben die Arbeitenden in der landesweiten Lebensmittelindustrie, insbesondere in Fleisch- und Gefl\u00fcgelfabriken, an einigen Arbeitspl\u00e4tzen Infektionsraten von \u00fcber 50% festgestellt. Viele dieser Besch\u00e4ftigten an vorderster Front sind arme farbige Menschen und Einwanderer, die von Lohnzahlung zu Lohnzahlung leben und die sich die Quarant\u00e4ne schlichtweg nicht leisten k\u00f6nnen. Vor allem Lohnabh\u00e4ngige ohne Papiere haben keinen Zugang zu Unterst\u00fctzung aus dem \u00abKonjunkturpaket\u00bb und zur Arbeitslosenversicherung und k\u00f6nnen jederzeit abgeschoben werden; sie sind somit gezwungen, unter unsicheren Bedingungen zu arbeiten, oder stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.<\/p>\n<p><strong>Klassenkampf in der Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>Als Reaktion auf diese schrecklichen Bedingungen haben sich Arbeiterinnen und Arbeiter, die im ganzen Land weiterhin an der Front arbeiten, in den Kampf getreten, um ihr Leben und ihre Lebensgrundlage zu sch\u00fctzen. Laut Payday Report hat es seit Anfang M\u00e4rz landesweit mehr als <a href=\"https:\/\/paydayreport.com\/173-strike-since-march-1st-strikes-to-increase-with-reopenings-espn-to-broadcast-korean-baseball\/\">190 wilde Streiks<\/a> gegeben. Viele dieser Arbeitsk\u00e4mpfe und Streiks fanden in Industrien statt, die f\u00fcr die Produktion und Verteilung von G\u00fctern des Grundbedarfs von entscheidender Bedeutung sind. Von Lager- und Fabrikarbeitern bis hin zu Pflegerinnen und Pflegern in Pflegeheimen, Tischlern, Verk\u00e4uferinnen in Lebensmittelgesch\u00e4ften und Zustellern haben die Besch\u00e4ftigten Streiks, Arbeitsniederlegungen und Arbeitsverweigerungen im Krankheitsfall angef\u00fchrt; ihre Forderungen reichten von sichereren Arbeitsbedingungen und pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung bis hin zu bezahlter Krankschreibung, Gefahrenzulage und h\u00f6heren L\u00f6hnen. In Massachusetts weigerten sich beispielsweise <a href=\"https:\/\/paydayreport.com\/13000-carpenters-to-strike-in-massachusettes\/\">13.000 Zimmerleute<\/a> wegen der unsicheren Bedingungen aufgrund der Pandemie, zu arbeiten.\u00a0Die <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/the-world-needs-ventilators-general-electric-workers-want-to-make-them\">Besch\u00e4ftigten von General Electric in Massachusetts <\/a>\u00a0protestierten ebenfalls f\u00fcr die Herstellung dringend ben\u00f6tigter Beatmungsger\u00e4te und zeigten damit, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter L\u00f6sungen f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Pandemie haben. In Kalifornien streikten \u00a0<a href=\"https:\/\/www.vice.com\/en_us\/article\/7kzyxz\/fast-foods-workers-at-30-restaurants-across-california-are-going-on-strike\">Hunderte von Fast-Food-Besch\u00e4ftigten<\/a> f\u00fcr Gefahrenzulage und bezahlten Krankheitsurlaub, w\u00e4hrend in Nebraska <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/meatpackers-walkout-defies-trumps-executive-order\">die Fleischzerleger<\/a> eines Schweinefleischverarbeitungsbetriebs in Smithfield in den Streik getreten, trotz Pr\u00e4sident Trumps Aufruf, Fleischverpackungsbetriebe zu zwingen, ge\u00f6ffnet zu bleiben; dies nachdem f\u00fcnfzig ihrer Kollegen positiv auf COVID-19 getestet worden waren. Am 1. Mai riefen die Arbeiterinnen und Arbeiter einiger der gr\u00f6\u00dften Logistik- und Lieferunternehmen des Landes, darunter Amazon, Whole Foods und Target, zu branchenweiten Streiks auf. Diese Aktionen und Demonstrationen erfolglos blieben (sie erwiesen sich eher als Proteste denn als Streiks), zeigen sie doch, dass viele Lohnabh\u00e4ngige zunehmend offen f\u00fcr kollektive Aktionen eintreten und kampfbereit sind.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu solchen Aktionen am Arbeitsplatz haben sich auch andere Arbeiterinnen und Arbeiter im ganzen Land, darunter viele Besch\u00e4ftigte im Gesundheitswesen, zur Verteidigung der am st\u00e4rksten Unterdr\u00fcckten organisiert. In Krankenh\u00e4usern im ganzen Land hat das Personal protestiert, um angemessene pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung (PSA) zu fordern; sie haben sich sogar mit streikenden Lagerarbeitern an vorderster Front bei Amazon sowie mit anderen wichtigen Sektoren der Arbeiterklasse und Farbigen, die von der Krise am meisten betroffen sind, zusammengetan. In der Zwischenzeit haben viele andere besch\u00e4ftigte und arbeitslose Lohnabh\u00e4ngige unerm\u00fcdlich Bewegungen f\u00fcr einen Massenmietstreik und f\u00fcr die Freilassung inhaftierter Arbeiterinnen und Arbeiter aufgebaut, die in \u00fcberf\u00fcllten und unsicheren Haftanstalten und Gef\u00e4ngnissen f\u00fcr Einwanderer gefangen sind. Dies ist der Fall bei den Mieterstreiks zum Einfrieren der Mieten oder bei der Bewegung Free Them All f\u00fcr die Schlie\u00dfung von Migrantengef\u00e4ngnissen bzw. die Abschaffung von Gef\u00e4ngnissen.<\/p>\n<p>Wie bei den Streiks am 1. Mai handelt es sich bei den meisten dieser Aktionen um illegale oder wilde Streiks, oft an nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitspl\u00e4tzen, wo es keine b\u00fcrokratische F\u00fchrung gibt, die sie zur\u00fcckhalten k\u00f6nnte. Ausserdem waren sie meist defensiver Natur und konzentrierten sich auf Gesundheit, Sicherheit, Krankengeld und Lohnschutz w\u00e4hrend der Pandemie. Und mit Ausnahme der Streiks am 1. Mai, die bis zu einem gewissen Grad in der gesamten Lebensmittel- und Zulieferindustrie koordiniert wurden, waren die meisten auf diesen oder jenen Arbeitsplatz beschr\u00e4nkt. Die schiere Zahl der Streiks ist sicherlich historisch, aber ein Grossteil dieses Kampfes war weitgehend spontan, wurde von einem kleinen Sektor der fortschrittlicheren Arbeiterinnen und Arbeiter gef\u00fchrt und ist immer noch weit entfernt von einem Massenkampf, der notwendig ist, um wirkliche Gewinne f\u00fcr ganze Industrien, geschweige denn f\u00fcr die Klasse als Ganzes zu erzielen. In der Tat hat die Pandemie zwar den Klassenkampf unter den so genannten \u00absystemrelevanten\u00bb Segmenten der Arbeiterklasse erheblich verst\u00e4rkt, aber sie hat auch die bereits bestehenden Spaltungen innerhalb der Arbeiterklasse im weiteren Sinne versch\u00e4rft und stark aufgew\u00fchlt.<\/p>\n<p>Die Art der Pandemie und die Quarant\u00e4ne haben die Arbeiterklasse in mehrere Sektoren gespalten. Auf der einen Seite gibt es die Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern, die sicher von zu Hause aus arbeiten k\u00f6nnen, mit \u2013 zumindest vorl\u00e4ufig \u2013 minimalen wirtschaftlichen oder sozialen R\u00fcckschl\u00e4gen. Auf der anderen Seite gibt es die unentbehrlichen Arbeiterinnen und Arbeiter, viele von ihnen in der Logistik, der Produktion und der Auslieferung, die kaum eine andere Wahl haben, als weiter zu arbeiten, wodurch es anderen erm\u00f6glicht wird, an ihrem Arbeitsplatz gesch\u00fctzt zu bleiben. Zu dieser zweiten Gruppe geh\u00f6ren nat\u00fcrlich auch Lohnabh\u00e4ngige an vorderster Front im Gesundheitswesen, Pflegepersonal und \u00c4rzte, die wirtschaftlich sicherer, aber oft auch exponierter gegen\u00fcber Infektionen sind. Es gibt aber auch eine dritte Gruppe von Lohnabh\u00e4ngigen: die Arbeitslosen. Bis letzten Donnerstag haben seit M\u00e4rz mehr als 33 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter einen Antrag auf Arbeitslosenversicherung gestellt. Diese Zahl ist zwar riesig, aber in dieser Zahl sind noch nicht einmal diejenigen enthalten, die daf\u00fcr nicht berechtigt sind, wie z.B. die Millionen zugewanderter Lohnabh\u00e4ngigen, die im Gastgewerbe entlassen wurden, oder diejenigen, die keinen Antrag stellen konnten, weil die staatlichen Arbeits\u00e4mter mit Antr\u00e4gen so \u00fcberlastet sind.<\/p>\n<p>Das Kapital hat nat\u00fcrlich immer versucht, die Arbeiterklasse zu spalten. Indem es bestimmte Segmente der Arbeiterklasse (oft entlang rassischer Linien) privilegiert und eine Reservearmee \u00fcbersch\u00fcssiger Arbeitskr\u00e4fte aufrechterh\u00e4lt, deren schiere Armut als Warnung f\u00fcr andere Arbeiter fungiert und deren Verzweiflung in der Suche nach Arbeit die L\u00f6hne senkt und den Kampf der Klasse l\u00e4hmt, schw\u00e4cht das Kapital die kollektive Macht der Klasse. Aber die Pandemie und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen haben diese Spaltungen noch versch\u00e4rft. Gleichzeitig hat die Krise aber auch die kollektive Macht der Arbeiterklasse offensichtlicher denn je gemacht. Wir stehen vor folgender Herausforderung: Wie verbinden wir die K\u00e4mpfe der Arbeiterinnen und Arbeiter, die derzeit in Bewegung sind (insbesondere der prek\u00e4ren Arbeiterinnen und Arbeiter an vorderster Front) mit den K\u00e4mpfen und Interessen der gesamten Klasse, einschlie\u00dflich derer, die derzeit ohne Arbeit sind? Und wie nutzen wir diese Einheit, um eine Klasse aufzubauen, die f\u00e4hig ist, f\u00fcr den Sozialismus zu k\u00e4mpfen und diesen zu gewinnen und den Rahmen f\u00fcr eine kommunistische Zukunft zu schaffen?<\/p>\n<p><strong>Das Hindernis der Arbeitsb\u00fcrokratie<\/strong><\/p>\n<p>Es ist zwar verf\u00fchrerisch, die Spontaneit\u00e4t des gegenw\u00e4rtigen Klassenkampfes als eine Absage an die Notwendigkeit der f\u00fcr den Klassenkampf organisierten Arbeiterklasse im grossen Massstab zu sehen. Aber Tatsache bleibt, dass jede koordinierte Aktion, die die St\u00e4rke der Arbeiterklasse aufbauen kann, ohne die organisatorische Massenf\u00e4higkeit der nationalen Gewerkschaften und ihrer Mitgliedsorganisationen unm\u00f6glich ist. Leider bedeutet der konservative Charakter der Gewerkschaftsf\u00fchrung, dass eine solche kollektive Aktion ohne eine direkte Konfrontation mit der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie wohl unm\u00f6glich ist.\u00a0 Von einigen bemerkenswerten Ausnahmen abgesehen, haben sich die meisten der grossen nationalen Gewerkschaften, darunter die United Auto Workers, die Teamsters, die American Federation of Teachers und die Service Employees International Union, bisher damit begn\u00fcgt, die Bedingungen der Quarant\u00e4ne im Rahmen der \u00fcblichen Verfahren der Tarifverhandlungen, der Lobbyarbeit und der Vereinbarungen hinter geschlossenen T\u00fcren zwischen den Gewerkschaftsf\u00fchrungen, dem Management und den Regierungen der Bundesstaaten und des Bundes auszuhandeln. So hat zum Beispiel der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB), dem die AFL-CIO angeh\u00f6rt, einen \u2013 wie er es nennt \u2013 \u00a0<a href=\"https:\/\/aflcio.org\/covid-19\/global-labor-movement\">\u00absozialen Dialog\u00bb<\/a> \u00a0und eine Koordinierung zwischen \u00abGewerkschaften, Unternehmern und Regierungen\u00bb gefordert und behauptet, eine solche Koordinierung sei der einzige Weg, um sicherzustellen, dass die Menschen \u00abdas Vertrauen in ihre Regierungen behalten\u00bb und \u00abum eine Zukunft nach der Pandemie zu garantieren, die niemanden zur\u00fcckl\u00e4sst\u00bb. Eine solche Sprache zeigt deutlich, in welchem Masse der gesamte Apparat der Gewerkschafsb\u00fcrokratie sich der Bourgeoisie unterworfen hat.<\/p>\n<p>Diese Krise ist jedoch anders als alle, die wir bisher erlebt haben. Der bevorstehende wirtschaftliche Einbruch und die harten Sparmassnahmen, die wahrscheinlich folgen werden, sind genau die Art von Ereignissen, die die Gewerkschaften nach links dr\u00e4ngen k\u00f6nnen. Es ist zum Beispiel sehr wahrscheinlich, dass die Gewerkschaften im Zuge der Pandemie unter enormen Druck geraten werden, Zugest\u00e4ndnisse zu machen. Staatliche und f\u00f6derale K\u00fcrzungen vor allem im Bildungswesen und im \u00f6ffentlichen Dienst werden die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Sektor besonders hart treffen \u2013 und der \u00f6ffentliche Sektor ist bei weitem der gr\u00f6sste Sektor der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter im Land. Um sich gegen die existenzielle Bedrohung durch solche Angriffe zu verteidigen, werden die Gewerkschaften in der kommenden Zeit mit ziemlicher Sicherheit gezwungen sein, deutlichere Positionen einzunehmen und sich f\u00fcr radikalere Abwehrmassnahmen einzusetzen.<\/p>\n<p>Und hier kommt die breite Masse ins Spiel. Wenn die Gewerkschaften diese Krise \u00fcberleben wollen, m\u00fcssen sie von ihren Mitgliedern dazu gedr\u00e4ngt werden, sich zu umfassenderen, konfrontativeren K\u00e4mpfen gegen den Staat zu verpflichten, die auch den Kampf f\u00fcr die Klasse als Ganzes einschliessen. Die Basis der Gewerkschaften muss verlangen, dass die Gewerkschaftsf\u00fchrer ihren Waffenstillstand mit der Regierung und den Unternehmen brechen und ihre Organisationen wieder zu Waffen des Klassenkampfes schmieden. Das bedeutet, f\u00fcr Gesundheit, Sicherheit und wirtschaftlichen Schutz f\u00fcr alle Arbeiterinnen und Arbeiter, ob gewerkschaftlich organisiert oder nicht, einschlie\u00dflich der Arbeitslosen, zu k\u00e4mpfen. Es bedeutet aber auch, dass die Gewerkschaften den Kampf gegen die rassistischen Angriffe aufnehmen m\u00fcssen, unter denen Schwarze und Latinx-Gemeinschaften leiden, und dass sie einen Kampfplan entwickeln m\u00fcssen, damit die Organisationen der Arbeiterklasse die F\u00fchrung im Kampf f\u00fcr die Verteidigung der Schwarzen und Latinx-Bev\u00f6lkerung \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Solche Aktionen, die es in den USA seit vielen Jahrzehnten nicht gegeben hat, finden bereits \u00fcberall auf der Welt statt, und es gibt keinen Grund, warum sie nicht auch hier stattfinden k\u00f6nnen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/eiffel-tower-shut-down-as-1-3-million-people-mobilize-across-france\">In Frankreich<\/a> kamen nationale Gewerkschaftsverb\u00e4nde und Gelbwesten zusammen, um an der Seite der <a href=\"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/?p=7706\">gesamten Arbeiterklasse <\/a>\u00a0f\u00fcr den Schutz der nationalen Renten zu k\u00e4mpfen. In <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/chile-dockworkers-union-in-the-frontline-of-the-struggle-against-pinera\">Chile<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/colombian-workers-students-and-indigenous-groups-begin-general-strike\">Kolumbien<\/a> marschierten die Gewerkschaften an der Seite nicht gewerkschaftlich organisierter Arbeiter, Arbeitsloser und Studenten, um sich ihren nationalen Regierungen zu widersetzen und dringend notwendige Reformen durchzusetzen. Und vor kurzem halfen die Gewerkschaften in Italien bei der <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/italy-going-out-on-strike-against-dying\">Organisation eines Massengeneralstreiks <\/a>zur Stilllegung der nicht lebensnotwendiger Produktion. In der Zwischenzeit hat es in den USA bei den massiven Lehrerstreiks von 2018 und 2019 bereits Ger\u00fcchte \u00fcber solche Aktionen gegeben. Wenn diese Streiks auch ein Anzeichen f\u00fcr den Kampfgeist der US-Arbeiterklasse sind, dann k\u00f6nnen wir erwarten, dass \u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/what-comes-after-the-teachers-spring-an-interview-with-charlie-post\">der Klassenkampf weiter zunehmen wird<\/a>, da die Arbeiter und Arbeiterinnen langsam an ihre Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p><strong>Die Notwendigkeit der Einheitsfront<\/strong><\/p>\n<p>Trotz zunehmender Klassenk\u00e4mpfe hat die Epidemie einen schweren Tribut an die Arbeiterklasse gefordert, die gegenw\u00e4rtig \u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/the-unemployment-catastrophe-continues\">von der Arbeitslosigkeit verw\u00fcstet wird<\/a>. Und leider steht das Schlimmste wahrscheinlich erst noch bevor. Aus diesem Grund m\u00fcssen die Werkt\u00e4tigen eine kollektive Abwehrreaktion zur Bew\u00e4ltigung der Krise entwickeln. Um die Schw\u00e4che der Produktionsketten des Kapitals und die steigende Welle des spontanen Klassenkampfes auszunutzen \u2013 die sicher noch zunehmen wird, wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen langsam an ihre Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcckkehren \u2013 m\u00fcssen revolution\u00e4re Sozialisten und Werkt\u00e4tige f\u00fcr eine breite Klasseneinheit agitieren, die gewerkschaftlich organisierte und nicht organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen, Lohnabh\u00e4ngige ohne Papiere, inhaftierte Arbeiter und Arbeitslose umfasst, um der Macht der Bosse und des Staates entgegentreten zu k\u00f6nnen. Allein k\u00f6nnen die Gewerkschaften vielleicht diese oder jene kleine Forderung an ihren eigenen Arbeitspl\u00e4tzen durchsetzen, aber solche Errungenschaften werden andernorts leicht ausgeh\u00f6hlt. Wie Moody vorschl\u00e4gt, m\u00f6gen Logistik- und Produktionsarbeiter, selbst diejenigen ohne Gewerkschaften, ein Druckmittel haben, um h\u00f6here L\u00f6hne oder eine gr\u00f6ssere Arbeitsplatzsicherheit zu erreichen, aber ohne eine vereinigte Arbeiterklasse werden sie in ihrem t\u00e4glichen Leben immer noch Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung ausgesetzt sein. Der jahrzehntelange Angriff auf den \u00f6ffentlichen Dienst und die explodierenden Kosten f\u00fcr Gesundheitsversorgung, Medizin, Bildung und Miete sind nur einige Beispiele daf\u00fcr, dass selbst gut bezahlte Arbeiterinnen und Arbeiter ausserhalb des Arbeitsplatzes weiterhin ausgeblutet werden. Auf der Ebene einiger kommunaler Organisationen ist es vielversprechend, dass sie sich f\u00fcr die Rechte der armen Stadtbev\u00f6lkerung, der Schwarzen und der Latinx-Gemeinschaften mobilisieren, aber lokale Errungenschaften k\u00f6nnen auch leicht zunichte gemacht werden, und es ist eine einheitliche klassenweite Reaktion erforderlich, um der Regierung einen Mietstopp aufzuerlegen und alle Rechte der schwarzen und Latinx-Arbeiterklasse zu erringen, die weiterhin unter der Armut und dem Rassismus des Staates und der Gewalt der von Donald Trump unterst\u00fctzten \u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/ahmaud-arbery-and-white-vigilante-violence\">weissen B\u00fcrgerwehren<\/a> leiden.<\/p>\n<p>Jede Strategie, um die gr\u00f6sstm\u00f6gliche Einheit der Arbeiterklasse zur Verteidigung gegen kapitalistische Angriffe zu gewinnen \u2013 in diesem Fall versch\u00e4rft durch die Pandemie und die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression \u2013 muss die Taktik der Arbeitereinheitsfront enthalten. Obwohl die Gewerkschaften der Schl\u00fcssel zur F\u00f6rderung dieser Einheit sind, besteht die wahre Aufgabe der Einheitsfront darin, alle Sektoren der Arbeiterklasse zu organisieren, einschliesslich derer, die nicht bereits organisiert sind. Das bedeutet nicht nur, neue Gewerkschaften zu organisieren oder mehr Arbeiter und Arbeiterinnen f\u00fcr die traditionellen Gewerkschaften zu rekrutieren, sondern auch kreative Wege zu finden, um gr\u00f6ssere Sektoren der Arbeiterklasse zu erreichen, insbesondere die riesige Armee von Arbeitslosen und Unterbesch\u00e4ftigten, die in der Hitze der Krise t\u00e4glich w\u00e4chst. Um dies zu tun, wird es zumindest teilweise notwendig sein, sich die <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/organizing-the-unemployed-in-the-1930s-lessons-for-today-from-u-s-working-class-history\">Lehren aus der Arbeiterbewegung der 1930er Jahre <\/a>\u00a0wieder anzueignen.\u00a0Als die Weltwirtschaftskrise die Arbeiterklasse in den Abgrund stiess, begann sie mit der Einrichtung von Arbeitslosenr\u00e4ten, die von der Trade Union Unity League (TUUL) gef\u00f6rdert wurden &#8211; einer von der Kommunistischen Partei Amerikas (KP) gegr\u00fcndeten Organisation. Dieses Beispiel breitete sich auf andere Gruppen aus, und es entstanden Organisationen und R\u00e4te in Chicago, Seattle, Ohio, West Virginia und Pennsylvania.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur Schaffung solcher Organisationen der Arbeitslosen bedeutet der Aufbau einer \u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/united-front-and-the-fight-against-the-union-bureaucracy\">Einheitsfront der Werkt\u00e4tigen<\/a> in der Zeit des Coronavirus die konkrete Organisation von Gewerkschaften und gemeinschaftlichen, sozialen und politischen Organisationen, die die Interessen der Arbeiterklasse vertreten (Anmerkung: \u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/its-time-for-the-left-to-build-a-force-outside-the-democratic-party\">Dazu geh\u00f6rt keinesfalls die Demokratische Partei<\/a>), auf der Grundlage eines nationalen Kampfplans und eines einheitlichen Forderungskatalogs. Eine solche Plattform m\u00fcsste Folgendes beinhalten: die Schliessung nicht lebenswichtiger Industrien, die Verstaatlichung des Gesundheitssystems unter der Kontrolle der Arbeiterklasse, die Eind\u00e4mmung der Arbeitslosigkeit, die Umstellung der Produktion zur Bek\u00e4mpfung der Krise, das Einfrieren der Zahlung aller Mieten und die Schaffung von Komitees zur Selbstverteidigung der Arbeiter gegen rassistische Angriffe und Polizeibrutalit\u00e4t gegen Farbige. Diese Forderungen k\u00f6nnen jedoch nicht nur von oben kommen, genauso wenig wie ein Generalstreik durch das Dekret der linken Intellektuellen ausgerufen werden kann; er muss durch Diskussion und politischen Kampf in allen Bereichen der Klasse entwickelt und erk\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p><strong>Die Aufgaben der Sozialisten<\/strong><\/p>\n<p>Um zum Aufbau der Einheitsfront beizutragen, m\u00fcssen Sozialisten in Gewerkschaften, Verb\u00e4nden und an den Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr diese Perspektive k\u00e4mpfen. Die dringende Aufgabe der Sozialisten in der Arbeiterbewegung besteht darin, die gr\u00f6sstm\u00f6gliche Einheit der Arbeiterschaft zu gew\u00e4hrleisten, indem sie die Gewerkschaftsb\u00fcrokratie dazu dr\u00e4ngen, \u00fcber ihre eigenen Interessen hinauszugehen und sich an den Interessen der Klasse im weiteren Sinne zu orientieren. Aber damit ist unser Ziel noch nicht erreicht. Unsere Aufgabe ist es, den Einfluss der Sozialisten in der Arbeiterbewegung und den sozialen Bewegungen auszuweiten, um die F\u00fchrungen des politischen Reformismus und der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie anzugreifen. Wir streben jedoch nicht nach einer Einheit, die den Irref\u00fchrern der Arbeiterklasse, den Reformisten und Gewerkschaftsb\u00fcrokraten einfach die Kontrolle \u00fcberl\u00e4sst. Wir wollen die Art von Einheit, die das Bewusstsein und die Erwartungen der arbeitenden Menschen sch\u00e4rft, sich \u00fcber das hinaus zu bewegen, was ihre F\u00fchrer gegenw\u00e4rtig zulassen. Wie Leo Trotzki sagte: \u00abIn dem Augenblick, in dem die Reformisten beginnen, den Kampf zum Nachteil der Bewegung zu bremsen und gegen die Situation und den Willen der Massen zu handeln, werden wir uns als unabh\u00e4ngige Organisation immer das Recht vorbehalten, den Kampf bis zum Ende zu f\u00fchren, auch ohne unsere zeitweiligen Halbb\u00fcndnisse\u00bb (Trotzki, 1921).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einige Sektoren der Linken behauptet haben, dass Kampagnen der Demokratischen Partei wie Sanders&#8216; Vorwahlk\u00e4mpfe 2016 und 2020 dazu genutzt werden k\u00f6nnten, die Arbeiterklasse zu vereinen, haben solche Taktiken zwangsl\u00e4ufig den gegenteiligen Effekt. Selbst mit einer Kriegskasse von 200 Millionen Dollar, die fast ausschlie\u00dflich von Spendern aus der Arbeiterklasse gesammelt wurde, scheiterte Sanders&#8216; Kampagne, so dass die Spender und Spenderinnen aus der Arbeiterklasse an genau dieselbe Partei gebunden waren wie ihre Ausbeuter. Was wir stattdessen brauchen, ist eine unabh\u00e4ngige Partei der Arbeiterklasse, die f\u00fcr den Sozialismus k\u00e4mpft. In diesem Sinne hat die Einheitsfront als Taktik auch ein strategisches Element, das darin besteht, den Weg f\u00fcr das Entstehen einer neuen F\u00fchrung zu ebnen, die in der Lage ist, ganze Sektoren der Klasse zur revolution\u00e4ren Militanz zu bewegen. Gleichzeitig erm\u00f6glicht der Kampf f\u00fcr die Einheitsfront den Sozialisten auch, die Arbeiterklasse zu beeinflussen, ihr Vertrauen in die b\u00fcrgerliche Demokratie, die Bosse, die Regierung und alle kapitalistischen Parteien zu brechen und damit zu beginnen, die politische Klassenunabh\u00e4ngigkeit aufzubauen, die wir brauchen, um eine sozialistische Welt zu gewinnen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/capitalism-is-a-virus-value-chains-class-struggle-and-the-united-front\"><em>leftvoice.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 12. Mai 2020; \u00dcbersetzung durch Redaktion maulwuerfe.ch<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>James Dennis Hoff &amp; Jimena Vergara. 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