{"id":233,"date":"2014-07-18T13:59:23","date_gmt":"2014-07-18T11:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=233"},"modified":"2014-07-18T14:00:44","modified_gmt":"2014-07-18T12:00:44","slug":"der-zionismus-im-komplott-mit-dem-nationalsozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/?p=233","title":{"rendered":"Der Zionismus im Komplott mit dem Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Polkehn, Klaus (Klartexte 9, Freiburg 1987)<\/strong><\/p>\n<p>Die erstmalige Ver\u00f6ffentlichung der deutschen Originalversion erfolgt mit freundlicher Unterst\u00fctzung des Autors, der einige zus\u00e4tzliche Anmerkungen gem\u00e4\u00df neuerem Kenntnisstand geschrieben hat, insbesondere die umfangreiche Anmerkung 98.<!--more--><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Regierungschef des Deutschen Reiches ernannt. Mit diesem Tag begann der im Programm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei postulierte Antisemitismus offizielle deutsche Regierungspolitik zu werden. Im Fr\u00fchjahr 1933 nahm aber auch die erstaunliche Zusammenarbeit zwischen dem Zionismus und dem deutschen Faschismus ihren Anfang. Es ist der zionistischen F\u00fchrung lange Zeit gelungen, diese Kooperation weitgehend geheimzuhalten. Erst seit Anfang der 60er Jahre fanden sich hier und dort kritische Bemerkungen zu diesen Vorg\u00e4ngen in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Und wann immer auf solche Beispiele einer Kooperation hingewiesen wurde, erkl\u00e4rten die Zionisten, etwaige Kontakte zu Nazi-Deutschland seien einzig und allein zu dem Zweck erfolgt, das Leben j\u00fcdischer Menschen zu retten.<\/p>\n<p>In der Anfang 1969 anl\u00e4\u00dflich des 16. Kongresses der Kommunistischen Partei Israels vorgelegten Studie &#8222;The Jewish Question and Zionism in our Days&#8220; wurde dem gegen\u00fcber festgestellt: &#8222;Nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland, als alle antifaschistischen Kr\u00e4fte in der Welt und die gro\u00dfe Mehrheit der J\u00fcdischen Organisationen einen Boykott Nazi-Deutschlands ausriefen, gab es zwischen zionistischen F\u00fchrungskr\u00e4ften und der Hitlerregierung Kontakte und Kollaboration.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Die Studie zitierte den zionistischen Funktion\u00e4r Eliezer Livne (Livne, damals Liebenstein, war w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges Redakteur der Haganah-Zeitung ESCHNAB), der 1966 auf einem von der israelischen Zeitung MA&#8217;ARIV organisierten Symposium erkl\u00e4rt hatte, &#8222;da\u00df f\u00fcr die zionistische F\u00fchrung die Rettung von Juden nicht ein Ziel an sich, sondern lediglich ein Hilfsmittel war&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Frage nach dem Verhalten der zionistischen Bewegung zum deutschen Faschismus, der in den 12 Jahren seiner Herrschaft Millionen Juden ermordete, ist f\u00fcr die zionistischen F\u00fchrer ein Tabu. Die Details jener schrecklichen Kooperation zwischen der zionistischen F\u00fchrung und den Judenm\u00f6rdern im faschistischen Deutschland werden deshalb &#8211; so gut es nur geht &#8211; geheimgehalten. Nur selten gelingt es, authentischen Zeugnissen oder gar Dokumenten zu diesen Vorg\u00e4ngen auf die Spur zu kommen. Die nachfolgende Untersuchung fa\u00dft die bisherigen Erkenntnisse \u00fcber einige wichtige Aspekte der Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nationalsozialisten zusammen. Es liegt in der Natur der Sache, da\u00df diese Untersuchung kein vollst\u00e4ndiges Bild ergeben kann. Dies wird erst m\u00f6glich sein, wenn die Archive (vor allem in Israel), in denen die Dokumente \u00fcber diese Vorg\u00e4nge aufbewahrt werden <a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>, dereinst wissenschaftlicher Forschung zug\u00e4nglich sein werden.<\/p>\n<p>Den zionistischen F\u00fchrern mu\u00dfte der Machtantritt Hitlers geradezu als ein Geschenk des Himmels erscheinen, f\u00fchlte sich doch die Mehrheit der deutschen Juden als Deutsche, die f\u00fcr die zionistischen Bestrebungen wenig Verst\u00e4ndnis aufbrachten. Die deutschen Statistiken vor der Machtergreifung durch die Nazis erfa\u00dften die j\u00fcdische Minderheit nur in der Rubrik der &#8222;Religionszugeh\u00f6rigkeit&#8220; (und es blieb der nazistischen Rassengesetzgebung vorbehalten, den Begriff &#8222;Rasse&#8220; als Merkmal einzuf\u00fchren und damit auch die l\u00e4ngst assimilierten Nachkommen von Angeh\u00f6rigen der j\u00fcdischen Religionsgemeinschaft als Juden zu z\u00e4hlen). 1933 lebten diesen Statistiken zufolge in Deutschland 503 000 Juden, die 0.76% der Gesamtbev\u00f6lkerung ausmachten. 31% aller deutschen Juden wohnten in der Hauptstadt Berlin, wo sie 4,3% der Bev\u00f6lkerung ausmachten. Die deutschen Statistiken weisen \u00fcbrigens auch aus, da\u00df der Anteil der Juden in Deutschland zwischen 1871 und 1933 von 1 ,05% auf 0,76% zur\u00fcckgegangen war. <a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Diese deutschen Juden waren in ihrer gro\u00dfen Mehrheit Nichtzionisten oder Antizionisten.<\/p>\n<p>Die zionistische Vereinigung f\u00fcr Deutschland (ZVfD) vermochte sich vor 1933 nur schwer Geh\u00f6r zu verschaffen. Von den im Jahre 1925 in Deutschland gez\u00e4hlten Juden waren beispielsweise nur 8739 (also nicht einmal 2%) f\u00fcr die Zionistenkongresse wahlberechtigt (d.h. Mitglieder zionistischer Organisationen) <a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>, und bei den Wahlen zum Landesverband j\u00fcdischer Gemeinden in Preu\u00dfen am 1 . Februar 1 925 wurden von 124 Mandaten nur 26 von zionistischen Gruppen errungen. <a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Im Bericht des &#8222;Pal\u00e4stina-Grundfonds (Keren Hajessod)&#8220; f\u00fcr den 24. Delegiertentag der ZVfD vom Juli 1932 konnte man lesen: &#8222;Bei W\u00fcrdigung der Keren-Hajessod-Arbeit in Deutschland sollte \u00fcberhaupt &#8230; niemals \u00fcbersehen werden, da\u00df wir es in Deutschland noch immer nicht nur mit der Indifferenz, sondern auch mit der Gegnerschaft weiter j\u00fcdischer Kreise zu tun haben.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die Zionisten beim Machtantritt Hitlers im Grunde eine kleine, unbedeutende und weithin einflu\u00dflose Minderheit waren, dominierten die nichtzionistischen Organisationen, an ihrer Spitze der 1893 gegr\u00fcndete &#8222;Centralverein deutscher Staatsb\u00fcrger j\u00fcdischen Glaubens&#8220; (CV), der &#8211; wie schon sein Name sagte &#8211; die deutschen Juden als Deutsche betrachtete, und der seine Hauptaufgabe im Kampf gegen den Antisemitismus sah. Aus dieser Grundhaltung erkl\u00e4rt sich auch, da\u00df der CV den Zionismus scharf ablehnte. So hie\u00df es in einem Beschlu\u00df des Hauptvorstandes des CV vom 10. April 1921: &#8222;W\u00e4re die Besiedlung von Pal\u00e4stina nichts weiter als ein gro\u00dfes Hilfswerk, so w\u00e4re vom Standpunkt des Centralvereins gegen die F\u00f6rderung dieses Werkes nichts zu sagen. Die Besiedlung von Pal\u00e4stina ist aber in erster Linie das Ziel nationalj\u00fcdischer Politik. Ihre F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung ist daher abzulehnen.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>So war es denn auch in den Jahren vor dem Machtantritt Hitlers neben den progressiven Parteien und Organisationen vor allem der CV, der gegen den Antisemitismus auftrat. Kritisch bemerkte der j\u00fcdische Autor Werner E. Mosse: &#8222;W\u00e4hrend die F\u00fchrer des CV es als ihre besondere Aufgabe betrachteten, die Interessen der deutschen Juden im aktiven politischen Kampf zu vertreten, trat der Zionismus f\u00fcr die systematische j\u00fcdische Enthaltung von der Teilnahme am deutschen \u00f6ffentlichen Leben ein. Er lehnte deshalb aus prinzipiellen Gr\u00fcnden jede Beteiligung an dem vom CV gef\u00fchrten Abwehrkampf ab.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Haltung der Zionisten zu der heraufziehenden Gefahr einer faschistischen Herrschaft in Deutschland war wesentlich auch von einer vielfachen \u00dcbereinstimmung von zionistischen und faschistischen ideologischen Grundpositionen bestimmt. Nationalsozialisten wie Zionisten vertraten rassistische Theorien. Beide trafen sich im Glauben an solche mystischen Kategorien wie &#8222;Volkstum&#8220; und &#8222;Rasse&#8220;, beide waren chauvinistisch, beide wollten &#8222;rassische Exklusivit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p>So schrieb beispielsweise der zionistische Funktion\u00e4r Gerhard Holdheim im Jahre 1930 in einer der &#8222;Judenfrage&#8220; gewidmeten Ausgabe der S\u00dcDDEUTSCHEN MONATSHEFTE (in der u.a. f\u00fchrende Antisemiten ihre Auffassung darlegten): &#8222;Das zionistische Programm begreift die Auffassung eines einheitlichen, ungeteilten Judentums auf nationaler Grundlage in sich. Kriterium des Judentums ist hiernach nicht ein religi\u00f6ses Bekenntnis, sondern das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl einer Volksgemeinschaft, die, durch Gemeinsamkeit des Blutes und der Geschichte verbunden, gewillt ist, ihre nationale Individualit\u00e4t zu erhalten. &#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Das war die gleiche Sprache, das waren die gleichen Vokabeln, derer sich die Nazis und Antisemiten bedienten. So kann es denn nicht verwundern, da\u00df die deutschen Faschisten die Auffassung der Zionisten begr\u00fc\u00dften. So schrieb der Chef-Ideologe der deutschen Nazi-Partei, Alfred Rosenberg: &#8222;Der Zionismus mu\u00df tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt werden, um j\u00e4hrlich eine zu bestimmende Zahl deutscher Juden nach Pal\u00e4stina oder \u00fcberhaupt \u00fcber die Grenze zu bef\u00f6rdern.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Hans Lamm meinte sp\u00e4ter mit Blick auf solche \u00c4u\u00dferungen: &#8222;&#8230; it is indisputable that during the first stages of their Jewish policy the National-Socialists thought it proper to adopt a pro-Zionist attitude.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Der CV bemerkte sehr klarsichtig zu der Haltung der Zionisten, da\u00df ihre Anerkennung &#8222;bestimmter Postulate der deutschen Nationalisten&#8220; dem Antisemitismus Vorschub leiste, und in einer Stellungnahme des CV sprach man sogar von einem &#8222;Dolchsto\u00df in den R\u00fccken&#8220; der Abwehrfront gegen den Nationalsozialismus, den die Zionisten vor 1933 gef\u00fchrt h\u00e4tten. <a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a> Doch schlie\u00dflich ging es den Zionisten nicht um eine Abwehr des heraufziehenden Faschismus.<\/p>\n<p>Nur der Antisemitismus Hitlers, so glaubten sie, k\u00f6nne die antizionistischen j\u00fcdischen Deutschen dem Zionismus in die Arme treiben. So erkl\u00e4rte der damalige Chefredakteur der in Deutschland erscheinenden zionistischen Zeitung J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU, Robert Weltsch, am 8. Januar 1933 (drei Wochen vor Hitlers Machtantritt) auf einer Sitzung des Landesvorstandes der ZVfD: &#8222;Die antiliberale Welt im Deutschtum begegnet sich mit der antiliberalen Stellungnahme des Zionismus, und wir stehen hier vor der Chance, zwar nicht die Basis der Verst\u00e4ndigung, aber die Basis einer Auseinandersetzung gefunden zu haben. <a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Der Berufung Hitlers zum Regierungschef am 30. Januar 1933 folgte die \u00dcbernahme aller Machtpositionen in Deutschland durch die nationalsozialistische Partei, die \u00dcbernahme der Macht also durch geschworene Antisemiten. Die j\u00fcdischen Deutschen betrachteten diese Vorg\u00e4nge mit tiefer Sorge. Immerhin fanden sich im Programm der Nazi-Partei die Forderungen nach Ausb\u00fcrgerung der Juden (Punkt 5), nach Entfernung aller Juden aus \u00f6ffentlichen \u00c4mtern (Punkt 6) und nach Ausweisung aller nach dem 2.8.1914 nach Deutschland eingewanderten Juden (Punkt 8). Nur die Zionisten gaben unverhohlen ihrer Genugtuung \u00fcber diesen Vorgang Ausdruck. (Der sicherlich nicht antizionistische, britische Autor Christopher Sykes meint, &#8222;da\u00df die zionistischen F\u00fchrer von den ersten Anf\u00e4ngen des Nazi-Unheils an entschlossen waren, aus der Trag\u00f6die politischen Vorteil zuziehen&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a>) Die erste \u00f6ffentliche \u00c4u\u00dferung, die auf diesen Tatbestand hindeutet, stammte von dem Berliner Rabbiner Dr. Joachim Prinz, einem engagierten Zionisten, der unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 den Machtantritt Hitlers als den Beginn der &#8222;R\u00fcckkehr des Juden zu seinem Judentum&#8220; feierte. <a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Angesichts des sich abzeichnenden nazistischen Terrors gegen die j\u00fcdischen Deutschen triumphierte Prinz: &#8222;Kein Schlupfwinkel birgt uns mehr. Wir w\u00fcnschen an die Stelle der Assimilation das Neue gesetzt: das Bekenntnis zur j\u00fcdischen Nation und zur j\u00fcdischen Rasse. &#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Dies war durchaus nicht die Meinung eines Einzelg\u00e4ngers. Die J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU, das offizielle Organ der ZVfD, schrieb am 1 3. Juni 1933: &#8222;Der Zionismus anerkennt die Existenz der Judenfrage und will sie in einer gro\u00dfz\u00fcgigen, konstruktiven Weise l\u00f6sen. Er will hierf\u00fcr die Mithilfe aller V\u00f6lker gewinnen, der judenfreundlichen ebenso wie der judenfeindlichen, weil es sich seiner Auffassung nach hier nicht um Sentimentalit\u00e4ten, sondern um ein reales Problem handelt, an dessen L\u00f6sung alle V\u00f6lker interessiert sind. &#8222;<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> Mit diesem Argument hatte man sich genau auf die gleiche politische Linie begeben, die die Nazis bezogen.<\/p>\n<p>Am 21 . Juni 1933 gab es schlie\u00dflich eine offizielle zionistische Stellungnahme zur \u00dcbernahme der Macht durch den Nationalsozialismus: Die &#8222;\u00c4u\u00dferung der Zionistischen Vereinigung f\u00fcr Deutschland zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat&#8220;. In diesem umfangreichen Dokument wurde zun\u00e4chst hervorgehoben, da\u00df die Anschauungen der Zionisten &#8222;nach unserer Meinung eine den Grunds\u00e4tzen des neuen deutschen Staates der nationalen Erhebung (hier wurde von den Verfassern fast wortgetreu die Nazi-Terminologie \u00fcbernommen! K.P.) entsprechende L\u00f6sung erm\u00f6glichen w\u00fcrde&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Nachdem auf diese Weise die grunds\u00e4tzliche Einhelligkeit prinzipieller Positionen von Zionismus und Nationalsozialismus proklamiert worden war, gab die ZVfD in ihrem Dokument einen geschichtlichen R\u00fcckblick auf die Lage der Juden in Deutschland, in dem sie sich wiederum solcher Vokabeln wie &#8222;Bindung von Blut und Rasse&#8220; bediente und &#8211; genau wie Hitler &#8211; eine &#8222;seelische Sonderart&#8220; der Juden postulierte. Dann konstatierten die Zionisten: &#8222;Auch f\u00fcr den Juden m\u00fcssen Abstammung, Religion, Schicksalsgemeinschaft und Artbewu\u00dftsein von entscheidender Bedeutung f\u00fcr seine Lebensgestaltung sein. Dies erfordert \u00dcberwindung des im liberalen Zeitalter entstandenen egoistischen Individualismus durch Gemeinsinn und Verantwortungsfreudigkeit.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Nach dieser Beschw\u00f6rung und Wiederholung faschistischer Thesen folgte ein offenes Bekenntnis zum faschistischen Staat: &#8222;Wir wollen auf dem Boden des neuen Staates (gemeint ist das nazistische Deutschland; K.P.), der das Rassenprinzip aufgestellt hat, unsere Gemeinschaft in das Gesamtgef\u00fcge so einordnen, da\u00df auch uns, in der uns zugewiesenen Sph\u00e4re, eine fruchtbare Bet\u00e4tigung f\u00fcr das Vaterland m\u00f6glich ist. &#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> Schlie\u00dflich verurteilten die Zionisten den Kampf antifaschistischer Kr\u00e4fte gegen das Hitler-Regime, die im Fr\u00fchjahr1933 zu einem wirtschaftlichen Boykott Nazi-Deutschlands aufgerufen hatten. &#8222;Boykottpropaganda &#8211; wie sie jetzt vielfach gegen Deutschland gef\u00fchrt wird- ist ihrer Natur nach unzionistisch, da der Zionismus nicht bek\u00e4mpfen, sondern \u00fcberzeugen und aufbauen will.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Um sich die ganze Bedeutung dieser Erkl\u00e4rung der ZVfD vor Augen zu halten, mu\u00df man noch einmal daran erinnern, was dieser Stellungnahme alles vorangegangen war: Die Judenverfolgungen hatten eingesetzt und in einem gro\u00dfen, ganz Deutschland umfassenden Pogrom am 1. April 1933 einen ersten H\u00f6hepunkt gefunden. Aber das schien die zionistischen F\u00fchrer kaum zu interessieren. Es schien sie kalt zu lassen, da\u00df in den ersten M\u00e4rztagen des Jahres 1933 in deutschen St\u00e4dten j\u00fcdische B\u00fcrger mi\u00dfhandelt wurden (so hatte man beispielsweise am 11. M\u00e4rz 1933 in Braunschweig j\u00fcdische Gesch\u00e4fte demoliert; so waren am 13. M\u00e4rz 1933 vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude in Breslau j\u00fcdische Rechtsanw\u00e4lte mi\u00dfhandelt worden; so hatten die Nazi-Beh\u00f6rden das &#8222;Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums&#8220; erlassen, das u. a. die Vertreibung von 2000 j\u00fcdischen Wissenschaftlern von den deutschen Universit\u00e4ten zur Folge hatte). Stattdessen zog es der im Sommer 1933 tagende XVIII. Zionistenkongre\u00df vor, nicht gegen die Vorg\u00e4nge in Deutschland zu protestieren. Als auf dem Zionistenkongre\u00df am 24. August 1933 die Lage der deutschen Juden diskutiert werden sollte, legte das Pr\u00e4sidium des Kongressesfest, diese Diskussion zu unterbinden. <a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Die Nazis honorierten diese &#8222;Zur\u00fcckhaltung&#8220; der Zionisten, indem sie der ZVfD die ungehinderte Weiterarbeit gestatteten (zu einer Zeit, da alle demokratischen und antifaschistischen Parteien und Organisationen in Deutschland sch\u00e4rfster Verfolgung ausgesetzt waren, und da man deren Funktion\u00e4re und Mitglieder in Gef\u00e4ngnisse und Konzentrationslager verschleppte) und alle nichtzionistischen j\u00fcdischen Organisationen in ihrer Arbeit au\u00dferordentlich behinderten. Diese Behinderungen trafen vor allem den CV. Schon vor 1933 hatten die Nazis, &#8222;wie auszahlreichen Beispielen der Nazipresse hervorgeht&#8220;, den CV als &#8222;ihren haupts\u00e4chlichen j\u00fcdischen Gegner&#8220; gesehen. <a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a> Hatte nicht der CV den Zionisten immer wieder vorgeworfen, sie h\u00e4tten &#8222;am Abwehrkampf (gegen den Faschismus; K.P.) selbst kein Interesse gezeigt&#8230; Er (der Zionismus; K.P.) habe eine Politik der Gleichg\u00fcltigkeit (gegen\u00fcber der herannahenden faschistischen Gefahr; K.P.) betrieben, da es ihm eben an wahrer innerer Beteiligung fehle&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>So besetzte die SA am Abend des 1 . M\u00e4rz 1933 das Zentralb\u00fcro des CV und schlo\u00df es. Am 5. M\u00e4rz 1933 wurde der CV in Th\u00fcringen wegen &#8222;hochverr\u00e4terischer Umtriebe&#8220; verboten. Gleichzeitig wandte sich der Nazi-Staat gegen andere nichtzionistische j\u00fcdische Organisationen, die, wie zum Beispiel der &#8222;Reichsbund j\u00fcdischer Frontsoldaten&#8220; eine deutsch-nationalistische Position vertreten hatten. Verboten wurde auch der &#8222;Verband Nationaldeutscher Juden&#8220; [Zum &#8222;Reichsbund j\u00fcdischer Frontsoldaten&#8220; (RjF) siehe Anhang (1)]<\/p>\n<p>Mit diesem &#8222;R\u00fcckenwind&#8220; durch die Nazis vermochten sich die F\u00fchrer der Zionistischen Vereinigung f\u00fcr Deutschland noch im Jahre 1933 eine f\u00fchrende Position unter den j\u00fcdischen Deutschen zu erobern, die sie vorher ganz und gar nicht besessen hatte. Die Zionisten nutzten auch die offenbar gewordene Notwendigkeit eines Zusammenwirkens j\u00fcdischer Organisationen, um sich einflu\u00dfreiche Positionen zu sichern, wobei sie hier, nach au\u00dfen hin, bekannten Nichtzionisten den Vortritt lie\u00dfen. Im Herbst 1933 wurde die &#8222;Reichsvertretung der deutschen Juden&#8220; gegr\u00fcndet, an der sich alle gro\u00dfen j\u00fcdischen Organisationen wie der CV und auch die ZVfD beteiligten. Leiter der Reichsvertretung wurde Rabbiner Dr. Leo Baeck, in dessen Person sich bereits die zwiesp\u00e4ltige Haltung der Reichsvertretung zum Zionismus spiegelte: Baeck war einerseits Mitglied des Hauptvorstandes des CV, andererseits aber zugleich Pr\u00e4sident des zionistischen Siedlungsfonds &#8222;Keren Hajessod&#8220; in Deutschland. Diese neu gegr\u00fcndete Reichsvertretung bot den zionistischen F\u00fchrern eine breitere Plattform f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit. Die Reichsvertretung war \u00fcbrigens nicht, wie manchmal behauptet wird, auf Weisung der Nazi-Beh\u00f6rden gegr\u00fcndet worden. Ball-Kaduri schrieb dazu: &#8222;Die h\u00f6heren Stellen der Nazi interessierten sich f\u00fcr die internen Vorg\u00e4nge im j\u00fcdischen Lager zun\u00e4chst nicht&#8220; &#8211; was allerdings nicht stimmt, sonst w\u00e4re die Verfolgung von Nichtzionisten und die<\/p>\n<p>Beg\u00fcnstigung der Zionisten kaum zu erkl\u00e4ren. &#8222;So kam es, da\u00df die Gr\u00fcndung der Reichsvereinigung ganz ohne staatliche Eingriffe erfolgte; die vollzogene Gr\u00fcndung der Reichsvertretung wurde einfach dem Reichsministerium des Innern mitgeteilt, die Gestapo interessierte sich gar nicht daf\u00fcr.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> Erst am 4. Juli 1939 erging die &#8222;Verordnung zum Reichsb\u00fcrgergesetz&#8220; \u00fcber die Zwangsgr\u00fcndung der &#8222;Reichsvereinigung der Juden in Deutschland&#8220;, die einmal eine Umbenennung der Reichsvertretung beinhaltete, und die die Zwangsmitgliedschaft aller j\u00fcdischen Deutschen in der Reichsvereinigung bestimmte. Der \u00a7 2 dieser Verordnung befahl \u00fcbrigens getreu den zionistischen W\u00fcnschen: \u201eDie Reichsvereinigung hat den Zweck, die Auswanderung aller Juden zu f\u00f6rdern.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Dementsprechend wurden den zionistischen Organisationen die verschiedensten politischen Aktivit\u00e4ten erlaubt. So ordnete beispielsweise die Bayrische Politische Polizei am 9. Juli 1935 an: &#8222;Von den zionistischen Organisationen werden seit einiger Zeit bei ihren Mitgliedern und Sympathisierenden Geldsammlungen zur F\u00f6rderung der Auswanderung, zum Bodenkauf in Pal\u00e4stina und zur Unterst\u00fctzung des Siedlungswesen in Pal\u00e4stina durchgef\u00fchrt, diese Geldsammlungen sind nicht genehmigungspflichtig, weil sie in einem eng geschlossenen Kreis von Juden veranstaltet werden. Auch von staatspolizeilicher Seite bestehen gegen diese Veranstaltungen keine Bedenken, zumal es sich um solche Fonds handelt, mit deren Hilfe die praktische L\u00f6sung der Judenfrage gef\u00f6rdert wird.&#8220;<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hatten die Nazis seit 1933 den Zionisten die Fortsetzung ihrer Propaganda gestattet. W\u00e4hrend alle Zeitungen in Deutschland unmittelbar nach der Machtergreifung der Aufsicht und Sprachregelung des Propagandaministeriums unterworfen wurden (sofern sie nicht, wie die Zeitungen der Kommunistischen und Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften oder andere progressive Bl\u00e4tter, verboten waren), durfte die zionistische J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU ungehindert weitererscheinen. Winfried Martini, der zur damaligen Zeit f\u00fcr die DEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG als Korrespondent in Jerusalem t\u00e4tig war, und der nach eigenem Zeugnis \u00fcber &#8222;enge pers\u00f6nliche Verbindungen zum Zionismus&#8220; verf\u00fcgte, vermerkte sp\u00e4ter die &#8222;paradoxe Tatsache&#8220;, &#8222;da\u00df gerade die j\u00fcdische (sprich: zionistische; K.P.) Presse jahrelang eine gewisse Freiheit besa\u00df, die der nichtj\u00fcdischen Presse radikal verwehrt war&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a> Er f\u00fcgte hinzu, da\u00df in der J\u00dcDISCHEN RUNDSCHAU &#8222;fast in jeder Ausgabe kritische Auseinandersetzungen mit der NS-ldeologie&#8220; zu lesen waren, was aber keineswegs zum Verbot des Verkaufs der Zeitung f\u00fchrte, sondern lediglich ab Ende 1933 zum Verbot des Verkaufs der Zeitung an Nicht-Juden &#8211; die Juden sollten ja nach dem Willen der Nazis zum Zionismus bekehrt werden, und sei es mit Argumenten gegen die Nazis! Auf diese Weise nahm &#8222;das bis dahin wenig verbreitete Blatt der zionistischen Gruppe&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> einen schnellen Aufschwung.<\/p>\n<p>Da\u00df sich die zionistische Zeitung des Wohlwollens der Nazif\u00fchrer erfreuen konnte, wird verst\u00e4ndlich, wenn man die Position des Blattes am Beispiel des &#8222;Judenboykotts&#8220; vom 1. April 1933 betrachtet. Jenes organisierte Pogrom gegen die j\u00fcdischen B\u00fcrger in Deutschland, das in aller Welt und bei allen anst\u00e4ndigen Deutschen Zorn und Abscheu erweckte, wurde von dem Organ der Zionisten keineswegs scharf verurteilt und angeprangert, sondern vielmehr als eine Best\u00e4tigung zionistischer Auffassungen gewertet: &#8222;Der verh\u00e4ngnisvolle Irrtum vieler Juden, man k\u00f6nne j\u00fcdische Interessen unter einem anderen Deckmantel vertreten, ist beseitigt&#8220;, schrieb die J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU zu dem Pogrom. &#8222;Der 1 . April 1933 kann ein Tag des j\u00fcdischen Erwachens und der j\u00fcdischen Wiedergeburt sein&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Die Bewegungsfreiheit f\u00fcr die Zionisten betraf aber nicht nur ihre Zeitung, sondern auch die Herausgabe von B\u00fcchern. Bis 1938 konnten mehrere Verlage (so u. a. der J\u00fcdische Verlag in Berlin-Charlottenburg und der Schocken-Verlag Berlin) ungehindert zionistische Literatur herausgeben. So erschienen im faschistischen Deutschland v\u00f6llig legal Schriften von Chaim Weizmann, David Ben Gurion und Arthur Ruppin &#8211; \u00e4u\u00dfere Anzeichen einer nazistisch-zionistischen Kooperation, die schon 1933 hinter den Kulissen begonnen hatte.<\/p>\n<p>In die ersten Tage der Naziherrschaft in Deutschland f\u00e4llt auch der Beginn einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Nationalsozialisten und Zionisten. Bereits im Mai 1933 hatte die zionistische Zitruspflanzungsgesellschaft &#8222;Ha Note&#8217;a&#8220; beim deutschen Reichswirtschaftsministerium eine Genehmigung f\u00fcr den Transfer von Kapital aus Deutschland erwirkt und damit die Prozedur des sp\u00e4teren Ha&#8217;avara-Abkommens ausprobiert.<\/p>\n<p>Die &#8222;Ha Note&#8217;a&#8220; kaufte f\u00fcr ihren Bedarf deutsche Waren, die von Bankkonten j\u00fcdischer Auswanderer in Deutschland bezahlt wurden. Die Auswanderer erhielten nach dem Verlassen Deutschlands dann den Gegenwert der von ihnen geleisteten Zahlungen in Haus- oder Grundbesitz \u00fcbereignet. <a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> Da die Erfahrungen der &#8222;HaNote&#8217;a&#8220; den zionistischen F\u00fchrern erfolgversprechend erschienen, wurden noch im Sommer 1933 Verhandlungen zwischen zionistischen Stellen und dem deutschen Reichswirtschaftsministerium aufgenommen, die schon im August 1933 zum Abschlu\u00df des sogenannten Ha&#8217;avara-Abkommens f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Die Ha&#8217;avara-Verhandlungen von 1933 geh\u00f6ren zu denjenigen Ereignissen der zionistischen Geschichte, die immer wieder vernebelt worden sind. Immerhin ging es hierbei um eine Wirtschaftskooperation, und dies zu einer Zeit, da antifaschistische Kr\u00e4fte versuchten, einen Boykott Nazideutschlands in die Wege zu leiten. Diese Bem\u00fchungen hat Nahum Goldmann, der damals immerhin eine f\u00fchrende Position in der zionistischen Organisation einnahm, sp\u00e4ter so kommentiert: &#8222;Aber viele j\u00fcdische Gruppen weigerten sich mitzumachen, sei es, weil etliche j\u00fcdische Firmen Handelsvertreter deutscher Unternehmungen waren, sei es, weil manche j\u00fcdische Organisationen, namentlich in den Vereinigten Staaten, den Standpunkt vertraten, es sei unpatriotisch, eine Wirtschaftsboykott gegen ein Land zu organisieren, zu dem das eigene normale Handelsbeziehungen [unterh\u00e4lt; <i>maulwuerfe.ch<\/i>].&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a> Das mochte zwar im Detail zutreffen, verschleierte aber die Wahrheit, denn diejenigen, die den Boykott durchbrachen, waren an erster Stelle die Zionisten selbst.<\/p>\n<p>\u00dcber die Umst\u00e4nde, die zum Abschlu\u00df desHa&#8217;avara-Abkommens f\u00fchrten, gibt es widerspr\u00fcchliche Darstellungen. Die Widerspr\u00fcche aber reflektieren den Wunsch zionistischer Stellen, die zionistische Verantwortung in dieser Frage zu vernebeln. Der schon zitierte Ball-Kaduri vertritt beispielsweise die Auffassung, die Initiative f\u00fcr die Verhandlungen mit den faschistischen Beh\u00f6rden in Deutschland sei von der Zionistischen Vereinigung f\u00fcr Deutschland ausgegangen, die den Generaldirektor der Anglo-Palestine Bank in Haifa, Hoofien, f\u00fcr das Projekt interessiert habe. Hoofien sei im Juni 1933 nach Berlin gereist und habe die entsprechenden Verhandlungen mit Oberregierungsrat Hartenstein vom Reichswirtschaftsministerium gef\u00fchrt. <a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> (Aus diesem Grunde wurde das Ha&#8217;avara- abkommen in vielen Ver\u00f6ffentlichungen auch als &#8222;Hoofien-Abkommen&#8220; bezeichnet, eine Benennung, die den ganzen Vorgang auf eine Person &#8211; Hoofien &#8211; reduzierte.) Soweit Hoofien an der Angelegenheit beteiligt war (was wahrscheinlich schon deshalb notwendig war, weil es um konkrete Vereinbarungen \u00fcber Transfer-Fragen ging, f\u00fcr die man einen Bankfachmann ben\u00f6tigte), so ist doch anzunehmen, da\u00df eine so schwerwiegende Angelegenheit nicht aus privater Initiative und nicht ohne Abstimmung mit den ma\u00dfgeblichen zionistischen Institutionen erfolgen konnte. Tats\u00e4chlich geht aus anderen Ver\u00f6ffentlichungen hervor, da\u00df die Verhandlungen in Berlin von dem damaligen Chef des Politischen Departments der Jewish Agency, Chaim Arlosoroff, geleitet wurden. <a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Und schlie\u00dflich wurde das Abkommen 1935 vom Zionistischen Weltkongre\u00df offiziell gebilligt.<\/p>\n<p>Das Ha&#8217;avara-Abkommen wurde &#8211; so Ball-Kaduri &#8211; &#8222;in Form eines Briefes des Reichswirtschaftsministeriums an Herrn Hoofien geschlossen. Die Verhandlungen gingen damals im wesentlichen reibungslos vonstatten, da die Nazi in diesem Zeitpunkt noch &#8218;zionistisch&#8216; eingestellt waren&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Dem in Berlin ausgehandelten Abkommen zufolge wurde in Tel Aviv die Ha&#8217;avara-Gesellschaft und in Berlin die Schwestergesellschaft Paltreu gegr\u00fcndet. Das Verfahren wurde in folgender Weise abgewickelt: Der j\u00fcdische Auswanderer zahlte sein Geld (der Mindestbetrag lag bei einer Summe von 1000 Pfund Sterling) auf die deutschen Konten der Ha&#8217;avara ein (in Berlin beim Bankhaus Wassermann oder in Hamburg beim Bankhaus Warburg). Mit diesem Geld konnten j\u00fcdische Importeure deutsche Waren f\u00fcr den Export nach Pal\u00e4stina kaufen, w\u00e4hrend sie den Gegenwert in pal\u00e4stinensischen Pfund auf ein Ha&#8217;avara-Konto bei der Anglo-Palestine Bank in Pal\u00e4stina einzahlten. Wenn der Auswanderer in Pal\u00e4stina eintraf, erhielt er aus diesem Konto den Gegenwert des von ihm in Deutschland eingezahlten Betrages ausgezahlt (wobei Ball-Kaduri hinzuf\u00fcgt: &#8222;nach Abzug der ziemlich hohen Spesen.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a>).<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der durch das Ha&#8217;avara-Abkommen forcierten Auswanderung nach Pal\u00e4stina gr\u00fcndeten die Zionisten eine eigene Schiffahrtsgesellschaft, die Palestine Shipping Company, die das deutsche Passagierschiff &#8222;Hohenstein&#8220; kaufte und in &#8222;Tel Aviv&#8220; umbenannte. Anfang 1935 unternahm dieses Schiff seine erste Fahrt von Bremerhaven nach Haifa. Bei dieser Fahrt trug das Schiff am Rumpf in hebr\u00e4ischen Lettern den neuen Namen &#8222;Tel Aviv&#8220;, w\u00e4hrend vom Mast die Hakenkreuzflagge wehte, &#8222;eine Kombination von metaphysischer Absurdit\u00e4t&#8220;, schrieb ein Mitreisender sp\u00e4ter dazu. <a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a> Und der Kapit\u00e4n des Schiffes, Leidig, war eingeschriebenes Mitglied der Nazipartei!<\/p>\n<p>Das Ha&#8217;avara-Abkommen brachte jeglichen Versuch eines wirtschaftlichen Boykotts des Nazireiches zum Scheitern, sicherte der deutschen Wirtschaft einen umfangreichen und kontinuierlichen Export und erlaubte ihr die Eroberung eines Marktes, und das in einer Situation, da der Welthandel noch immer unter den Folgen der schweren Weltwirtschaftskrise von 1929 litt. <a title=\"\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a> Dies wird auch in einer Aufzeichnung des NS-Staatssekret\u00e4rs Stuckart vom Reichsinnenministerium vom 17. Dezember 1937 hervorgehoben, in der es hei\u00dft: &#8222;Die haupts\u00e4chlichen Vorteile (des Ha&#8217;avara-Abkommens; K.P.) sind folgende:&#8230; Der Einflu\u00df der Ha&#8217;avara-Gruppe in Pal\u00e4stina hat zu der ungew\u00f6hnlichen, aber erw\u00fcnschten Erscheinung gef\u00fchrt, da\u00df gerade dort deutsche Waren von j\u00fcdischer Seite nicht boykottiert werden&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn39\">[39]<\/a><\/p>\n<p>Das Ha&#8217;avara- Verfahren erm\u00f6glichte gleichzeitig eine Erweiterung der j\u00fcdischen Auswanderung aus Deutschland nach Pal\u00e4stina und f\u00fchrte damit zur St\u00e4rkung der zionistischen Position in Pal\u00e4stina (man sollte erw\u00e4hnen, da\u00df die Einwanderer aus Deutschland beispielsweise ein hohes Ma\u00df an &#8222;know-how&#8220; mitbrachten). Es hatte zugleich eine &#8222;Selektion&#8220; zur Folge. Da das Abkommen ein Mindestverm\u00f6gen der Auswandernden von 1000 Pfund Sterling vorschrieb, konnten nur Angeh\u00f6rige der j\u00fcdischen Bourgeoisie von den Vorteilen des Abkommens Gebrauch machen, w\u00e4hrend die Werkt\u00e4tigen j\u00fcdischer Herkunft ihrem Schicksal \u00fcberlassen blieben. <a title=\"\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a><\/p>\n<p>In einer neueren Untersuchung \u00fcber die nazistische Rassenpolitik wird deshalb v\u00f6llig zu Recht die folgende Wertung des Ha&#8217;avara-Abkommens gegeben: &#8222;Das solidarische Prinzip, den j\u00fcdischen Menschen in Deutschland gegen die Verfolger zur Seite zu stehen, wurde durch das Kapitalinteresse durchl\u00f6chert. Pecunia non olet. Indessen erhielten auch die Ma\u00dfnahmen j\u00fcdischer Unternehmer, die einzig dazu dienten, Kapital aus dem faschistischen Deutschland nach Pal\u00e4stina zu bringen, eine h\u00f6here Weihe. Es wurde behauptet, das nach dem Nahen Osten gebrachte Kapital k\u00e4me dort allen Juden zugute. In Wirklichkeit diente es in Pal\u00e4stina wie vorher in Deutschland den Profitinteressen seiner Eigent\u00fcmer.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>In dem gleichen Buch wurde festgestellt: &#8222;Die zionistische Internationale wollte die j\u00fcdischen Auswanderer aus Deutschland auf pal\u00e4stinensischem Boden nicht als Habenichtse eintreffen lassen, sondern als Kapitaleigent\u00fcmer, die den Aufbau eines kapitalistischen Staates unterst\u00fctzen konnten. Daraus erwuchs ein Interesse, sich mit den Antisemiten in Deutschland zu vergleichen&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a><\/p>\n<p>In der Tat war vor der Gr\u00fcndung des Staates Israel der Ha&#8217;avara-Transfer der wohl st\u00e4rkste \u00f6konomische &#8222;booster&#8220; f\u00fcr die zionistische Wirtschaft in Pal\u00e4stina. Zionistische Quellen nennen die f\u00fcr die damalige Zeit enorme Summe von 139,6 Millionen Reichsmark, die von Deutschland nach Pal\u00e4stina transferiert worden sei. <a title=\"\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> In einer anderen Quelle ist von 5 Millionen Pfund Sterling die Rede. <a title=\"\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> Die israelische Wirtschaft entstand also in jener Zeit, da die Nazis es den Zionisten erm\u00f6glichten, das Kapital f\u00fcr deren Aufbau von Deutschland nach Pal\u00e4stina zu schaffen. Nicht zuf\u00e4llig sind die bedeutendsten Gro\u00dfunternehmen in Israel von Auswanderern aus Deutschland gegr\u00fcndet worden oder wurden von diesen geleitet (zum Beispiel: die gr\u00f6\u00dfte pal\u00e4stinensische Eisengie\u00dferei und die Zementindustrie wurden von dem einstigen Direktor der Berliner Elektrizit\u00e4ts- und Wasser AG, Dr. Karl Landau, gegr\u00fcndet; Dr. Arnold Barth aus Berlin, Dr. Siegfried Sahlheimer aus Bamberg und Herbert F\u00f6rder aus Breslau wurden die ersten Organisatoren der Bank Leumi; Fritz Naphtali aus Berlin und Georg Josephstal aus N\u00fcrnberg machten aus der unbedeutenden &#8222;Arbeiterbank&#8220; ein Riesenunternehmen; einer der bedeutendsten israelischen Konzerne wurde von Jakutiel und Sam Federmann aus dem fr\u00fcheren Chemnitz gegr\u00fcndet).<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Abmachungen zwischen den Zionisten und den deutschen Faschisten wurden zun\u00e4chst von allen Institutionen des Nazireiches gutgehei\u00dfen. Das Ausw\u00e4rtige Amt hatte bereits vor 1933 bei vielen Gelegenheiten eine pro-zionistische Haltung eingenommen (so hatte es u.a. ein Treffen zwischen Chaim Weizmann und den Staatssekret\u00e4ren von Schubert und von B\u00fclow gegeben.<a title=\"\" href=\"#_ftn45\">[45]<\/a>) Erst nach dem Ausbruch des arabischen Aufstandes von 1936 kam es zu ersten Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Institutionen \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer Fortsetzung des Ha&#8217;avara-Transfers. Das Ausw\u00e4rtige Amt machte nun geltend, da\u00df die de-facto-Unterst\u00fctzung der zionistischen Politik dazu f\u00fchren m\u00fcsse, da\u00df die Araber eine feindselige Haltung gegen Hitler-Deutschland einnehmen w\u00fcrden, was nicht im Interesse Deutschlands liegen k\u00f6nne. Zum Sprecher solcher Auffassungen machte sich der deutsche Generalkonsul in Jerusalem, Dohle, der in einem umfangreichen Memorandum vom 22. M\u00e4rz 1 937 erkl\u00e4rte, da\u00df &#8222;durch unsere F\u00f6rderung der Judeneinwanderung die &#8230; nach dem Kriege wieder gewonnenen deutschen Positionen &#8230; in Mitleidenschaft gezogen&#8220; w\u00fcrden. <a title=\"\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a><\/p>\n<p>Dohle ging es dabei nat\u00fcrlich nicht um arabische Belange, sondern ausschlie\u00dflich um die politischen Interessen des deutschen Faschismus, weshalb er bemerkte, es brauchten Deutschland &#8222;die pal\u00e4stinensischen Araber und auch ihre Sympathie f\u00fcr uns nicht weiter zu interessieren&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a>; es sei &#8222;vorerst nicht einmal eine wirklich aktive Araberpolitik erforderlich, sondern nur die Vermeidung einer augenf\u00e4lligen F\u00f6rderung des Aufbaus des j\u00fcdischen Nationalheims.&#8220; Dohle bef\u00fcrchtete n\u00e4mlich, &#8222;da\u00df die arabische Stimmung umschl\u00e4gt und der Vorwurferhoben wird, da\u00df wir &#8230; uns aktiv am Kampf gegen die Araber beteiligen. ..&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn48\">[48]<\/a><\/p>\n<p>Die Bedenken D\u00f6hles wurden auch von anderen deutschen Beh\u00f6rden aufgegriffen. So vermerkte das Au\u00dfenhandelsamt der Auslandsorganisation der Nazipartei in aller Offenheit: &#8222;Politisch bedeutet (der Ha&#8217;avara-Transfer) eine wertvolle Unterst\u00fctzung zur Errichtung eines j\u00fcdischen Nationalstaates mit Hilfe deutschen Kapitals. &#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>Am 17. Dezember 1937 hie\u00df es in der schon zitierten Aufzeichnung des Staatssekret\u00e4rs Stuckart vom Reichsinnenministerium, seit dem Beginn des arabischen Aufstandes in Pal\u00e4stina h\u00e4tten sich &#8222;die Vorteile des (Ha&#8217;avara-; K.P.) Verfahrens verringert, die Nachteile verst\u00e4rkt&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn50\">[50]<\/a> Stuckart meinte, wenn man die Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina schon nicht verhindern k\u00f6nne, so m\u00fcsse doch &#8222;alles unterlassen werden, was geeignet sei, das Wachsen eines solchen Staates zu f\u00f6rdern&#8220;. Stuckart erkl\u00e4rte dann unumwunden: &#8222;Es besteht kein Zweifel, da\u00df das Ha&#8217;avara-Verfahren den gr\u00f6\u00dften Anteil zu dem st\u00fcrmisch schnellen Aufbau Pal\u00e4stinas (d. h. der zionistischen Kolonisation; K.P.) beigetragen hat. Das Verfahren hat nicht nur das meiste Geld (aus Deutschland!) geliefert, sondern auch den intelligentesten Teil der Einwanderer gestellt und schlie\u00dflich die zum Aufbau n\u00f6tigen Maschinen und Industrieerzeugnisse, ebenfalls aus Deutschland, ins Land gebracht.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a><\/p>\n<p>Die Bedenken dieser Stellen (die, wie wir noch sehen werden, im Widerspruch zu den Auffassungen von SS und Gestapo standen) wurden schlie\u00dflich Hitler vorgetragen. Wie aus einer Aufzeichnung der Handelspolitischen Abteilung des Ausw\u00e4rtigen Amtes vom 27. Januar 1938 hervorgeht, entschied Hitler, das Ha&#8217;avara-Verfahren solle fortgesetzt werden. <a title=\"\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a> An dieser positiven Haltung Hitlers zur St\u00e4rkung der zionistischen Kolonisation in Pal\u00e4stina \u00e4nderte sich auch nichts, als das Ausw\u00e4rtige Amt und die Auslandsorganisation der Nazipartei weiterhin \u00fcber die zunehmende Feindseligkeit der Pal\u00e4stinenser gegen Deutschland klagten. So forderte das B\u00fcro des Chefs der Auslandsorganisation im Ausw\u00e4rtigen Amt am 12. November 1938 erneut, da\u00df eine &#8222;Initiative zu der l\u00e4ngst f\u00e4lligen Beseitigung des Ha&#8217;avara-Abkommens ergriffen wird&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a> Auch Jon und David Kimche best\u00e4tigen \u00fcbrigens, da\u00df Hitler &#8222;mit eindeutigen Bestimmungen die F\u00f6rderung der j\u00fcdischen Masseneinwanderung nach Pal\u00e4stina anordnete&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn54\">[54]<\/a> und da\u00df Hitler die &#8222;Grundsatzentscheidung&#8220; traf, da\u00df &#8222;die j\u00fcdische Auswanderung weiterhin mit allen verf\u00fcgbaren Mitteln gef\u00f6rdert werden soll. Jede bis jetzt noch bestehende Frage, ob nach Ansicht des F\u00fchrers eine derartige Auswanderung in erster Linie nach Pal\u00e4stina geleitet werden soll, ist damit positiv beantwortet worden&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn55\">[55]<\/a><\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich best\u00e4tigt auch Winfried Martini indirekt die pro-zionistische Position f\u00fchrender deutscher Kreise w\u00e4hrend des arabischen Aufstandes von 1936 bis 1939, wenn er schreibt, er habe als Korrespondent der DEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG in Pal\u00e4stina &#8222;ziemlich eindeutig zugunsten der j\u00fcdischen Seite&#8220; vom Aufstand berichtet, was zu &#8222;keinerlei Beanstandungen durch irgendwelche NS-Stellen&#8220; gef\u00fchrt habe. <a title=\"\" href=\"#_ftn56\">[56]<\/a> Hitler blieb also ein Bef\u00fcrworter des Ha&#8217;avara-Transfers, der erst mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eingestellt wurde. <a title=\"\" href=\"#_ftn57\">[57]<\/a><\/p>\n<p>Die Zionisten verf\u00fcgten seit den ersten Tagen der Naziherrschaft in Deutschland \u00fcber einen direkten &#8222;Draht&#8220; zu dem faschistischen Unterdr\u00fcckungsapparat. Aus ersten Kontakten sollte sich in der Folge eine rege Zusammenarbeit zwischen der zionistischen F\u00fchrung und den Terrororganisationen des Nazireiches (der Geheimen Staatspolizei &#8211; Gestapo; dem Sicherheitsdienst der SS &#8211; SD etc.) entwickeln.<\/p>\n<p>Der zionistische Funktion\u00e4r Leo Plaut hatte bereits vor 1933 mit der Politischen Polizei und mit dem Polizei-Oberregierungsrat Rudolf Diels &#8222;Verbindung gehalten&#8220; (Diels war angeblich ein Schulfreund von Plaut). Als Diels 1933 erster Chef der Geheimen Staatspolizei wurde, ri\u00df diese Verbindung Plauts nicht ab, ja, &#8218;Plaut besa\u00df sogar die geheime Telefonnummer von Diels und konnte ihn jederzeit anrufen&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn58\">[58]<\/a> Die Einzelheiten dieses Kontaktes lassen sich nur vermuten, da die Aufzeichnungen dar\u00fcber im Yad-Washem-Archiv in Jerusalem unter Verschlu\u00df gehalten werden. Es ist jedoch anzunehmen, da\u00df \u00fcber diesen Kontakt das Treffen zwischen dem damaligen preu\u00dfischen Ministerpr\u00e4sidenten Hermann G\u00f6ring und den F\u00fchrern j\u00fcdischer Organisationen am 26. M\u00e4rz 1933 zustande kam. F\u00fcr die Zionisten nahm der Funktion\u00e4r Kurt Blumenfeld an der Zusammenkunft teil, der allerdings in seinen Lebenserinnerungen \u00fcber diese Episode schweigt. <a title=\"\" href=\"#_ftn59\">[59]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend solche Kontakte in aller Stille vor sich gingen, gab es f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ein Indiz f\u00fcr die Kooperation zwischen den Zionisten und der SS (die den gesamten Polizei- und Geheimdienstapparat des Nazistaates beherrschte): Die von dem Chefpropagandisten der Nazis geleitete Zeitung DER ANGRIFF ver\u00f6ffentlichte einen Reisebericht aus Pal\u00e4stina, in dem, ganz im Gegensatz zur offiziellen Nazipropaganda, die zionistische Kolonisation in Pal\u00e4stina \u00fcberaus positiv beurteilt wurde. Der Bericht unter dem Titel &#8222;Ein Nazi f\u00e4hrt nach Pal\u00e4stina&#8220; &#8222;verzichtete nahezu vollst\u00e4ndig auf jede Kritik&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn60\">[60]<\/a><\/p>\n<p>Hinter dem Verfasser-Pseudonym &#8222;Lim&#8220; verbarg sich der SS-Untersturmf\u00fchrer Leopold von Mildenstein. Mildenstein war im SD (dem Sicherheitsdienst der SS) t\u00e4tig, der urspr\u00fcnglich als Geheimdienstorganisation innerhalb der Nazipartei entstand und ab 1934 nicht nur Parteipolizei und polizeiliches F\u00fchrungsinstrument war, sondern sich zum dominierenden innenpolitischen Geheimdienst der Nazidiktatur entwickelte. <a title=\"\" href=\"#_ftn61\">[61]<\/a> Der SD wurde auch politische F\u00fchrungs- und Kaderorganisation der nazistischen Sicherheitspolizei. Da\u00df ausgerechnet Mildenstein eine ausgesprochen pro-zionistische Artikelserie schrieb, war kein Zufall: Im Amt II des SD (Inland) entstand 1934 die Abteilung II 112, das sogenannte &#8222;Judenreferat&#8220;, dessen Leitung Mildenstein \u00fcbernahm, der laut Martini auf seiner Pal\u00e4stinareise &#8222;von den zionistischen Stellen diskret beraten&#8220; worden war. <a title=\"\" href=\"#_ftn62\">[62]<\/a> Mildensteins Abteilung bestimmte in den folgenden Jahren (bis 1938) ma\u00dfgebend die nazistische Judenpolitik, die von dem offiziellen Organ der Reichsf\u00fchrung SS, DAS SCHWARZE KORPS, so formuliert worden war: &#8222;&#8230; Die Zeit d\u00fcrfte nicht mehr allzu fern sein, in der Pal\u00e4stina seine seit \u00fcber einem Jahrtausend verlorenen S\u00f6hne wieder aufnehmen kann. Unsere W\u00fcnsche, verbunden mit staatlichem Wohlwollen, begleiten sie.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn63\">[63]<\/a><\/p>\n<p>Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diese zionistenfreundliche Politik der SS als eine pers\u00f6nliche Haltung Mildensteins zu deuten, um von der tiefgehenden ideologischen \u00dcbereinstimmung zwischen Zionisten und Nazis abzulenken. Nicht nur die Zitate aus dem SCHWARZEN KORPS widerlegen diese Legende. Mildenstein selbst hat einige Jahre sp\u00e4ter seine pal\u00e4stinensischen Reisereportagen aus dem ANGRIFF als Buch herausgegeben. Darin aber kehrte er die urspr\u00fcngliche pro-zionistische Tendenz in einen unverhohlenen Antisemitismus um. <a title=\"\" href=\"#_ftn64\">[64]<\/a><\/p>\n<p>Die zionistischen F\u00fchrer, die den Leiter des SD-Judenreferats von Mildenstein auf seiner Pal\u00e4stina-Reise &#8222;diskret beraten&#8220; hatten, hielten auch weiterhin Kontakt zur SS und zum SD. \u00dcber die Details dieser Verbindung ist naturgem\u00e4\u00df wenig bekannt, da sie unter strengster Geheimhaltung stattfand. Zu den wenigen Dokumenten, die \u00fcber diese Vorg\u00e4nge zug\u00e4nglich sind, geh\u00f6rt eine Aufzeichnung von Prof. Franz Six <a title=\"\" href=\"#_ftn65\">[65]<\/a> vom 17. Juni 1937, die den Vermerk &#8222;Geheime Kommandosache&#8220; tr\u00e4gt. <a title=\"\" href=\"#_ftn66\">[66]<\/a> Sie informiert \u00fcber einen Besuch des zionistischen Beauftragten Feivel Polkes in Berlin. Polkes war Mitarbeiter des F\u00fchrungsstabes der zionistischen Untergrundarmee Haganah im Range eines Kommandeurs. <a title=\"\" href=\"#_ftn67\">[67]<\/a> Der SS-Oberscharf\u00fchrer Herbert Hagen, Nachfolger Mildensteins als Leiter des &#8222;Judenreferats&#8220;, vermerkte in seiner Aktennotiz, Polkes habe die &#8222;Leitung des gesamten Selbstschutzapparates der pal\u00e4stinensischen Juden&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn68\">[68]<\/a><\/p>\n<p>Polkes hatte in Pal\u00e4stina in engem Kontakt mit dem Korrespondenten des &#8222;Deutschen Nachrichtenb\u00fcros&#8220;, Dr. Reichert, gestanden, der im pal\u00e4stinensischen Spionagenetz des SD, den der in Haifa als Kaufmann lebende SD-Agent Otto von Bodelschwingh leitete, t\u00e4tig war. Dr. Reichert verschaffte Polkes auch das Einreisevisum nach Deutschland. Polkes hielt sich vom 26. Februar bis zum 2. M\u00e4rz 1937 in Berlin auf, wo er mehrfach mit SD-Beauftragten zusammentraf. So hatte er u.a. zwei Treffen mit dem SS-Hauptscharf\u00fchrer Adolf Eichmann, der inzwischen ebenfalls seine Arbeit im &#8222;Judenreferat&#8220; aufgenommen hatte. Polkes bot dem SD eine Zusammenarbeit an. Es gehe ihm vor allem darum, so sagte er zu Eichmann, &#8222;die j\u00fcdische Einwanderung nach Pal\u00e4stina zu st\u00e4rken, damit die Juden in seiner Heimat das \u00dcbergewicht \u00fcber die Araber erhielten; zu diesem Zweck arbeite er mit den Geheimdiensten Englands und Frankreichs zusammen, er wolle auch mit Hitler-Deutschland kooperieren&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn69\">[69]<\/a> Hagen notierte in seinem Bericht \u00fcber den Polkes-Besuch in Berlin weiter: &#8222;Auch f\u00fcr Deutschland erkl\u00e4rte er sich bereit, Dienste in Form von Nachrichten zu leisten, soweit sie nicht seinen pers\u00f6nlichen Zielen entgegenst\u00fcnden&#8230; Er w\u00fcrde u.a. die deutschen au\u00dfenpolitischen Interessen im Vorderen Orient tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn70\">[70]<\/a> H\u00f6hne kommentiert die Angebote Polkes&#8216; mit den Worten: &#8222;&#8230;hinter ihnen stand offenbar die Einwanderungspolitik der Haganah&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn71\">[71]<\/a><\/p>\n<p>Die SS honorierte Polkes&#8216; Kooperationsabsichten auch sofort mit der von Six notierten Weisung: &#8222;Auf die Reichsvertretung der Juden in Deutschland wird ein Druck dahingehend ausge\u00fcbt, da\u00df sich die aus Deutschland auswandernden Juden verpflichten, ausschlie\u00dflich nach Pal\u00e4stina, nicht aber in irgendein anderes Land zu gehen.&#8220; Das war genau das, was die Zionisten wollten. Six aber f\u00fcgte hinzu: &#8222;Eine solche Ma\u00dfnahme liegt durchaus im deutschen Interesse und wird bereits durch Ma\u00dfnahmen des Gestapa vorbereitet&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn72\">[72]<\/a> (Gestapa = Geheimes Staatspolizeiamt).<\/p>\n<p>Feivel Polkes, der Haganah-Kommandeur, tat ein \u00dcbriges f\u00fcr die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis: Er \u00fcbergab Eichmann eine Einladung, als Gast der Haganah Pal\u00e4stina zu besuchen. Six notierte: &#8222;F\u00fcr die Arbeit der Verbindungsaufnahme k\u00e4me vor allem SS-Hauptscharf\u00fchrer Eichmann von der Abteilung II 112 in Frage, der bei einem Berliner Aufenthalt Polkes&#8216; die Unterredung mit ihm f\u00fchrte und von ihm zu einem Besuch der j\u00fcdischen Kolonien in Pal\u00e4stina unter seiner Leitung eingeladen wurde. &#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn73\">[73]<\/a><\/p>\n<p>Die Reise Eichmanns und Hagens nach Pal\u00e4stina ist in der Geschichte der Zusammenarbeit zwischen Zionismus und Nazi-Deutschland nur eine Episode gewesen. Aber sie war eine so bezeichnende und zugleich entlarvende Episode, da\u00df sie Jahrzehnte hindurch Gegenstand nicht nur von Spekulationen, sondern auch von vors\u00e4tzlichen F\u00e4lschungen gewesen ist.<\/p>\n<p>Nichts trachteten die zionistischen F\u00fchrer mehr zu verbergen als die Tatsache, da\u00df der weltweit bekannte und ber\u00fcchtigte Judenm\u00f6rder Adolf Eichmann einst von der Haganah nach Pal\u00e4stina eingeladen worden war. So drehten sie kurzerhand den Spie\u00df um und behaupteten, Eichmanns Besuch habe dem Ziel gedient, Kontakt zu den aufst\u00e4ndischen Pal\u00e4stinensern aufzunehmen, oder gar mit dem Mufti von Jerusalem, Hadj Amin al-Husseini, zu konspirieren. Der Erfinder dieser Geschichte scheint der bekannte Zionist und &#8222;Nazi-J\u00e4ger&#8220; Simon Wiesenthal zu sein, der schon 1947 die Behauptung aufstellte, Eichmann habe in der pal\u00e4stinensischen Siedlung Sarona ein Agentennetz aufgezogen und &#8222;Verbindung mit dem Gro\u00dfmufti&#8220; aufgenommen. <a title=\"\" href=\"#_ftn74\">[74]<\/a> 1951 wurde von Leon Poliakov eine \u00e4hnliche Version in die Welt gesetzt <a title=\"\" href=\"#_ftn75\">[75]<\/a>, und Gerald Reitlinger \u00fcbernahm sie zwei Jahre sp\u00e4ter in sein Werk &#8222;The Final Solution&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn76\">[76]<\/a>: Eichmann sei nach Pal\u00e4stina entsandt worden, &#8222;um mit den arabischen Aufst\u00e4ndischen F\u00fchlung zu nehmen&#8220;. Von nun an wucherte die phantastische Legende.<\/p>\n<p>Einen Besuch beim Gro\u00dfmufti wu\u00dfte der Amerikaner Quentin Reynolds zu vermelden. <a title=\"\" href=\"#_ftn77\">[77]<\/a> Der Eichmann-Biograph Corner Clarke behauptete sogar, da\u00df Eichmann 50.000 Dollar &#8222;Nazigold&#8220; mit sich gef\u00fchrt und den pal\u00e4stinensischen Aufst\u00e4ndischen \u00fcbergeben habe. <a title=\"\" href=\"#_ftn78\">[78]<\/a><\/p>\n<p>Vergleicht man derartige Legenden mit den tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4ngen, so wird auch klar, weshalb der israelischen Regierung so sehr daran gelegen war, den Proze\u00df gegen Eichmann unter allen Umst\u00e4nden in Israel durchzuf\u00fchren. Nur in Israel konnte man erneut alte L\u00fcgen auftischen <a title=\"\" href=\"#_ftn79\">[79]<\/a>, nur hier konnte man Eichmann dazu zwingen, eine vors\u00e4tzlich unrichtige Aussage vor Gericht zu machen: &#8222;Es sei auch richtig&#8220;, sagte Eichmann im Proze\u00df aus, da\u00df einer der Zweckes einer Pal\u00e4stinareise im Jahr 1937 die Herstellung einer Verbindung mit dem Mufti al-Husseini war&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn80\">[80]<\/a><\/p>\n<p>Da\u00df hier der Proze\u00df gegen einen Massenm\u00f6rder auch dazu benutzt wurde, die historische Schuld der zionistischen F\u00fchrer zu vernebeln, wird offenbar, wenn man die zeitgen\u00f6ssischen Dokumente studiert. Eines dieser Dokumente ist der Reisebericht Eichmanns und Hagens aus dem Geheimarchiv des SS-Chefs Himmler. <a title=\"\" href=\"#_ftn81\">[81]<\/a> Der wesentliche Inhalt des Reiseberichts ist folgender: Eichmann und Hagen reisten am 26. September 1937in Berlin ab (sie hatten sich als Redakteure des BERLINER TAGEBLATTS getarnt) und erreichten am 2. Oktober 1937 mit dem Schiff &#8222;Romania&#8220; den Hafen von Haifa. Da die britischen Beh\u00f6rden den beiden SS-Emiss\u00e4ren die Einreisegenehmigung verweigerten (sie verwiesen auf den arabischen Aufstand), reisten Eichmann und Hagen weiter nach \u00c4gypten. In Kairo aber trafen sie sich nicht mit Hadj Amin al-Husseini <a title=\"\" href=\"#_ftn82\">[82]<\/a>, sondern mit ihrem alten Bekannten, dem Haganah-Offizier Feivel Polkes. Der Reisebericht Hagens und Eichmanns enth\u00e4lt eine genaue Wiedergabe der Gespr\u00e4che mit Polkes, die am 10. und 11. Oktober 1937 im Kaffeehaus &#8222;Georgi&#8220; in Kairo stattfanden. Zun\u00e4chst legte Polkes den SS-M\u00e4nnern in aller Offenheit die zionistischen Pl\u00e4ne dar (die nachfolgende von Eichmann und Hagen notierte \u00c4u\u00dferung Polkes&#8216; ist nicht nur im Zusammenhang mit der zionistisch-nazistischen Kooperation interessant, sondern auch als Zeugnis zionistischer Expansionspolitik): &#8222;Man wolle auf jeden Fall den Judenstaat, und zwar so bald wie m\u00f6glich, um den Strom der j\u00fcdischen Auswanderer nach Pal\u00e4stina zu lenken. Wenn erst einmal der Judenstaat aufgrund der jetzigen Vorschl\u00e4ge des Peel-Berichtes <a title=\"\" href=\"#_ftn83\">[83]<\/a> mit den von England schon teilweise versprochenen Positionen errichtet worden sei, werde man schon die Grenzen nach Belieben vorschieben k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Polkes lobte sodann den SS-M\u00e4nnern gegen\u00fcber den antisemitischen Terror in Deutschland: &#8222;\u00dcber die radikale deutsche Judenpolitik zeige man sich in nationalj\u00fcdischen Kreisen sehr erfreut, weil damit der Bestand der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung in Pal\u00e4stina so vermehrt werde, da\u00df in absehbarer Zeit mit einer Mehrheit der Juden gegen\u00fcber den Arabern in Pal\u00e4stina gerechnet werden k\u00f6nne.&#8220; Welch anderes Ziel konnte ein prominenter Beauftragter der Haganah mit solchen \u00c4u\u00dferungen gegen\u00fcber den k\u00fcnftigen Judenm\u00f6rdern verfolgen, als die Absicht, die Interessengleichheit zwischen Nationalsozialismus und Zionismus zu demonstrieren und quasi ein langdauerndes B\u00fcndnis anzubieten?<\/p>\n<p>Nachdem Polkes sodann nochmals auf die Notwendigkeit einer Beschleunigung der j\u00fcdischen Austreibung aus Deutschland verwiesen hatte, erkl\u00e4rte er sich ein zweites Mal bereit, dem SD Geheiminformationen zu liefern. Zwei solcher Informationen \u00fcbermittelte er sofort. Eichmann notierte sie im Reisebericht. Die erste dieser Informationen hatte den Zweck, die Nazis zur Verfolgung der arabischen nationalen Bewegung zu veranlassen. Eichmann notierte: &#8222;Der in Berlin sitzende Pan-Islamische Weltkongre\u00df e.V. soll It. Information Polkes in direkter F\u00fchlungnahme mit den beiden sowjetfreundlich eingestellten Araberf\u00fchrern Emir Shekib Arslan und Emir Adil Arslan stehen.&#8220;<\/p>\n<p>Die zweite Information, die Eichmann in seinem Reisebericht festhielt, betraf jene Partei, die am entschiedensten gegen den nazistischen Terror und gegen die antisemitischen Ausschreitungen auftrat, die Kommunistische Partei Deutschlands: &#8222;Der in Deutschland besonders stark durchdringende illegale kommunistische Sender soll nach Polkes Angaben, auf einem Lastwagen montiert, l\u00e4ngs der deutsch-luxemburgischen Grenze seine Sendet\u00e4tigkeit aus\u00fcben.&#8220; Auch diese Information belegt, wo die zionistischen F\u00fchrer ihre Verb\u00fcndeten und wo sie ihre Feinde sahen!<\/p>\n<p>Die Treffen zwischen Eichmann und Polkes sind durchaus keine isolierten, zuf\u00e4lligen Ereignisse gewesen. Sie ordnen sich in den Rahmen der langdauernden, vielf\u00e4ltigen Kooperation von Nationalsozialisten und Zionisten ein. Nach Eichmanns und Hagens Reise erfolgte diese Zusammenarbeit konkret \u00fcber die &#8222;Mossad Alijah Beth&#8220;, die von der Haganah als illegale Einwanderungsorganisation geschaffen wurde, nachdem Gro\u00dfbritannien in Befolgung des Peel-Berichtes die j\u00fcdische Einwanderung nach Pal\u00e4stina gedrosselt hatte. Bereits Ende 1937, also wenige Monate nach Eichmanns Reise, nahmen mit Genehmigung der Nazi-Beh\u00f6rden Beauftragte der Mossad in Berlin-Charlottenburg, Meineckestra\u00dfe 10, im Hause der &#8222;Reichsvereinigung&#8220; ihre T\u00e4tigkeit auf. <a title=\"\" href=\"#_ftn84\">[84]<\/a> Die beiden Beauftragten, Pina Ginzburg und Moshe Auerbach waren eigens dazu aus Pal\u00e4stina nach Deutschland eingereist.<\/p>\n<p>Jon und David Kimche datieren in ihrem Buch &#8222;Secret Roads&#8220; Ginzburgs Ankunft in Berlin allerdings erst auf den Sommer 1938. <a title=\"\" href=\"#_ftn85\">[85]<\/a> Ginzburg habe sich offiziell als Beauftragter der &#8222;Union of Communal Settlements&#8220; bei der Gestapo vorgestellt und erkl\u00e4rt, &#8222;er sei in einer Sondermission hier, seine Aufgabe entspreche den Absichten der Naziregierung, denn sein Ziel sei, die Auswanderung deutscher Juden nach Pal\u00e4stina zu organisieren. Nur mit Unterst\u00fctzung der Nazif\u00fchrer k\u00f6nne das Projekt in gro\u00dfem Ma\u00dfstab durchgef\u00fchrt werden&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn86\">[86]<\/a> Die Gestapo habe sodann mit Ginzburg er\u00f6rtert, &#8222;wie die j\u00fcdische &#8218;illegale&#8216; Einwanderung nach Pal\u00e4stina gegen den Willen der britischen Mandatsregierung zu f\u00f6rdern und auszudehnen sei&#8216;. <a title=\"\" href=\"#_ftn87\">[87]<\/a><\/p>\n<p>An dieser Stelle ist zu erg\u00e4nzen, da\u00df die Nazi-Beh\u00f6rden in der Zwischenzeit begonnen hatten, ihre Methoden des Drucks auf die j\u00fcdischen Deutschen zu \u00e4ndern. Nun \u00fcberlie\u00dfen sie es der Zionistischen Organisation nicht mehr allein, die Auswanderung nach Pal\u00e4stina in die Wege zu leiten. In Wien (\u00d6sterreich war im M\u00e4rz 1938 von Hitler-Deutschland okkupiert worden) war die &#8222;Zentralstelle f\u00fcr j\u00fcdische Auswanderung&#8220; gebildet und Adolf Eichmann unterstellt worden. Eichmann war im Fr\u00fchsommer 1938 in Wien mit einem anderen Beauftragten der Mossad, Bar-Gilead, zusammengetroffen, der ihn um die Genehmigung gebeten hatte, Umschulungslager f\u00fcr Auswanderer einrichten zu k\u00f6nnen, damit man die Auswanderungswilligen auf ihre Arbeit in Pal\u00e4stina vorbereiten k\u00f6nne. <a title=\"\" href=\"#_ftn88\">[88]<\/a> Nach einer R\u00fcckfrage in Berlin erteilte Eichmann die Genehmigung und stellte alle Voraussetzungen f\u00fcr die Einrichtung von Schulungslagern zur Verf\u00fcgung. Bis Ende 1938 wurden etwa 1000 junge Juden in diesen Einrichtungen ausgebildet. <a title=\"\" href=\"#_ftn89\">[89]<\/a><\/p>\n<p>Auch Ginzburg in Berlin konnte solche Schulungslager mit Hilfe der Nazi-Beh\u00f6rden einrichten, und Jon und David Kimche schreiben: &#8222;Der Pal\u00e4stinenser (gemeint ist Ginzburg; K.P.), der zu allem entschlossen nach Berlin gekommen war, machte sich kein Gewissen daraus, mit dem Teufel aus einer Sch\u00fcssel zu essen und sich seinen Anteil an der Mahlzeit zu sichern.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn90\">[90]<\/a><\/p>\n<p>Hannah Arendt hat in ihrem Buch &#8222;Eichmann in Jerusalem&#8220; diese Vorg\u00e4nge so kommentiert: &#8220; &#8230; diese Juden aus Pal\u00e4stina sprachen eine Sprache, die von Eichmanns eigenem damaligen Sprachgebrauch keineswegs total verschieden war. Sie waren von den Gemeinschaftssiedlungen in Pal\u00e4stina nach Europa geschickt worden, f\u00fcr Rettungsaktionen interessierten sie sich nicht: &#8218;das war nicht ihre Aufgabe&#8216;. Vielmehr wollten sie &#8218;brauchbares Material&#8216; ausw\u00e4hlen, und im Rahmen dieses Unternehmens betrachteten sie &#8211; da ja das Ausrottungsprogramm noch nicht in Gang gekommen war &#8211; als ihren Hauptgegner nicht diejenigen, die den Juden das Leben in der alten Heimat, in Deutschland und \u00d6sterreich, unertr\u00e4glich machten, sondern jene anderen, die den Zugang zur neuen Heimat versperrten; ihr Feind war ganz eindeutig nicht Deutschland, sondern England&#8230; Vermutlich waren sie die ersten Juden, die offen von gemeinsamen Interessen sprachen. ..&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn91\">[91]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Mehrheitsfraktionen der zionistischen Bewegung, also der Fl\u00fcgel der &#8222;Arbeiten-Partei (Ben Gurion u. a.) und der &#8222;Allgemeinen Zionisten&#8220; (Weizmann u.a.) ihre Kontakte mit den Nazis sorgf\u00e4ltig camouflierten und \u00f6ffentlich auch Worte gegen die Nazis fanden, hatte der rechte Fl\u00fcgel des Zionismus, die Revisionistische Partei Jabotinskys (die Vorl\u00e4uferorganisation der Terrorgruppe &#8222;Irgun Zwai Leumi&#8220; und der sp\u00e4teren Herut-Partei von Menachem Begin), schon vor dem Jahre 1933 bei vielen Gelegenheiten aus seiner Sympathie f\u00fcr Leute wie Hitler und Mussolini kein Hehl gemacht. Als beispielsweise Anfang 1932 in Jerusalem ein Proze\u00df gegen Teilnehmer an Ausschreitungen in der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t stattfand, erkl\u00e4rte ein Verteidiger der Angeklagten, der Rechtsanwalt Cohen II, Mitglied der Revisionistischen Partei: &#8222;Ja, wir Revisionisten hegen f\u00fcr Hitler eine gro\u00dfe Achtung. Hitler hat Deutschland gerettet. Sonst w\u00e4re es schon vor vier Jahren zugrunde gegangen. Und hatte Hitler seinen Antisemitismus abgelegt &#8211; wir w\u00fcrden mit ihm gehen&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn92\">[92]<\/a><\/p>\n<p>Vladimir Jabotinsky, der damalige F\u00fchrer der Revisionisten, der \u00fcber gute Beziehungen zu faschistischen Bewegungen in Europa verf\u00fcgte <a title=\"\" href=\"#_ftn93\">[93]<\/a>, wurde beschuldigt, nun auch den Versuch zu machen, eine enge Bindung zu Hitler-Deutschland zu suchen. Offenbar hatte ein Wettlauf in der zionistischen Bewegung zwischen der Mehrheit und der Rechten begonnen, wer mit den neuen Herren Deutschlands besser zusammenarbeiten k\u00f6nne, und wer dem anderen in der \u00d6ffentlichkeit die Kollaboration mit den Nazis nachweisen k\u00f6nne (siehe dazu auch die Vorg\u00e4nge um die Ermordung Chaim Arlosoroffs *34). DAVAR ver\u00f6ffentlichte im Juli 1933 einen Artikel von David Ben Gurion, in dem eine schwer wiegende Anschuldigung erhoben wurde: &#8222;&#8230;Unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland, als die Verfolgungen von Juden und Marxisten auf ihrem H\u00f6hepunkt waren, erschien Vladimir Jabotinsky in Berlin und stachelte in einer \u00f6ffentlichen Ansprache gegen Marxisten und Kommunisten im Zionismus und in Pal\u00e4stina auf.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn94\">[94]<\/a> Wenn das zutraf, so bedeutete dies, da\u00df Jabotinsky die Verhandlungen seines politischen Gegenspielers mit den Nazis torpedieren wollte, um sich als Gespr\u00e4chspartner ins Spiel zu bringen. Jabotinsky bem\u00fchte sich, die Anschuldigungen Ben Gurions zur\u00fcckzuweisen, indem er geltend machte, er habe am 28. April 1933 \u00fcber Radio Warschau gesprochen und einen weltweiten Wirtschaftsboykott Deutschlands gefordert, bei gleichzeitiger Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina &#8222;als einziger ad\u00e4quater Antwort auf die Hitlergefahr&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn95\">[95]<\/a> Dies war eine deutliche Anspielung auf die Ha&#8217;avara-Verhandlungen.<\/p>\n<p>Andererseits konnte Jabotinsky nicht bestreiten, da\u00df die in Pal\u00e4stina erscheinende revisionistische Zeitung CHASIT HA&#8217;AM (f\u00fcr die er regelm\u00e4\u00dfig Beitr\u00e4ge schrieb), aus ihrer Sympathie f\u00fcr die Hitlerbewegung kein Hehl machte. Jabotinsky, so schreibt sein Biograph Schechtman, sei &#8222;tief beunruhigt und betroffen&#8220; gewesen, als er davon informiert wurde, da\u00df das Blatt in den fr\u00fchen Stadien des Nationalsozialismus &#8222;die (Hitler-; K.P.) Bewegung angeblich mit einem ausgesprochenen Hang nach seelenverwandter Verst\u00e4ndigung behandelt hatte. Die Redakteure des Blattes. ..s\u00e4hen im Nationalsozialismus, obwohl ihnen Hitlers rabiater Antisemitismus bekannt sei, Elemente einer echten Bewegung nationaler Befreiung&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn96\">[96]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr das faschistische Deutschland war die Zusammenarbeit mit den Mehrheitszionisten zweifellos wichtiger als eine Kooperation mit der revisionistischen &#8222;Opposition&#8220;. Dennoch wurde auch den Revisionisten erlaubt, ihre politischen Aktivit\u00e4ten in Deutschland fortzusetzen. Die Angeh\u00f6rigen der revisionistischen Jugendorganisation &#8222;Betar&#8220; (Schechtmann schreibt von ihr, sie habe sich &#8222;gewissen Z\u00fcgen des Nazi-Regimes angepa\u00dft&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn97\">[97]<\/a>) erhielten als einzige nicht gleichgeschaltete Organisation in Deutschland von den Nazi-Beh\u00f6rden die Erlaubnis, weiterhin ihre Uniformen tragen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Eine Splittergruppe der &#8222;Irgun&#8220; war es schlie\u00dflich, die in ihrer Absicht, mit den deutschen Faschisten zu kollaborieren, so weit ging, mitten im Zweiten Weltkrieg, zu einem Zeitpunkt, da die Judenmassaker im besetzten Polen bereits begonnen hatten, den Nazi-Beh\u00f6rden ein in seiner Art schier unglaubliches Angebot zu machen. Das Kooperationsangebot an die Nazi-Beh\u00f6rden ist in einem bisher weithin unbekannten Dokument enthalten, das der Marineattach\u00e9 der deutschen Botschaft in der T\u00fcrkei, der Geheimdienstaufgaben wahrnahm, mit einem kurzen Begleitschreiben mit Datum vom 11. Januar 1941 und dem Vermerk &#8222;Geheim&#8220; als Anlage Nr. 3 an den deutschen Botschafter in Ankara weiterreichte (Eingangsstempel: &#8222;Deutsche Botschaft in der T\u00fcrkei, 18. Jan. 1941 &#8222;).<\/p>\n<p>Die Anlage hat folgenden Wortlaut: &#8222;Grundz\u00fcge des Vorschlages der Nationalen Milit\u00e4rischen Organisation in Pal\u00e4stina (Irgun Zwai Leumi) betreffend der L\u00f6sung der j\u00fcdischen Frage Europas und der aktiven Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutschlands. Es ist des \u00d6fteren von den leitenden Staatsm\u00e4nnern des nationalsozialistischen Deutschlands in ihren \u00c4u\u00dferungen und Reden hervorgehoben worden, da\u00df eine Neuordnung Europas eine radikale L\u00f6sung der Judenfrage durch Evakuation voraussetzt (&#8222;Judenreines Europa&#8220;). Die Evakuierung der j\u00fcdischen Massen aus Europa ist eine Vorbedingung zur L\u00f6sung der j\u00fcdischen Frage, die aber nur einzig m\u00f6glich und endg\u00fcltig durch die \u00dcbersiedlung dieser Massen in die Heimat des j\u00fcdischen Volkes, nach Pal\u00e4stina, und durch die Errichtung des Judenstaates in seinen historischen Grenzen, sein kann.&#8220;<\/p>\n<p>Nachdem auf diese Weise die gemeinsamen Grundauffassungen von Zionismus und Nationalsozialismus hervorgehoben worden waren, bot sich die N.M.O. als Bundesgenosse an. In dem Dokument hei\u00dft es weiter: &#8222;Das j\u00fcdische Problem auf diese Weise zu l\u00f6sen und damit das j\u00fcdische Volk endg\u00fcltig und f\u00fcr immer zu befreien, ist das Ziel der politischen T\u00e4tigkeit und des jahrelangen Kampfes der israelitischen Freiheitsbewegung, der Nationalen Milit\u00e4rischen Organisation in Pal\u00e4stina (Irgun Zwai Leumi).<\/p>\n<p>Die N.M.O., der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer Beh\u00f6rden zu der zionistischen T\u00e4tigkeit innerhalb Deutschlands und zu den zionistischen Emigrationspl\u00e4nen gut bekannt ist, (Anm.: Man beachte die Beschw\u00f6rung der nazistisch-zionistischen Kooperation in den Jahren 1933 bis 1939!, K.P.) ist der Ansicht, da\u00df<\/p>\n<p>1 . eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des j\u00fcdischen Volkes, die von der N.M.O. verk\u00f6rpert werden, bestehen k\u00f6nne,<\/p>\n<p>2. eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einem erneuerten, v\u00f6lkisch-nationalen Hebr\u00e4ertum m\u00f6glich w\u00e4re und<\/p>\n<p>3. die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalit\u00e4rer Grundlage, der in einem Vertragsverh\u00e4ltnis mit dem Deutschen Reiche st\u00fcnde, im Interesse der Wahrung und St\u00e4rkung der zuk\u00fcnftigen deutschen Machtpositionen im Nahen Orient sei.&#8220;<\/p>\n<p>Die N.M.O. bot also nicht mehr und nicht weniger an, als die Errichtung eines faschistischen Judenstaates in Pal\u00e4stina als Bundesgenosse des deutschen Faschismus.<\/p>\n<p>Ausgehend aus diesen Erw\u00e4gungen tritt die N.M.O. in Pal\u00e4stina, unter der Bedingung einer Anerkennung der oben erw\u00e4hnten nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung, an dieselbe mit dem Angebote einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands heran. Nachdem die Irgun-Zionisten also nun auch vorschlugen, an der Seite der deutschen Nazis aktiv am Kampf gegen die Anti-Hitler-Koalition teilzunehmen, pr\u00e4zisierten sie in dem Dokument ihren Vorschlag noch weiter:<\/p>\n<p>&#8222;Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren T\u00e4tigkeit auf das milit\u00e4rische, politische und informative Gebiet, in und nach bestimmten organisatorischen Vorbereitungen auch au\u00dferhalb Pal\u00e4stinas, sich erstrecken k\u00f6nnte, w\u00e4re gebunden an die milit\u00e4rische Ausbildung und Organisierung der j\u00fcdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und F\u00fchrung der N.M.O., in milit\u00e4rische Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Pal\u00e4stinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte.<\/p>\n<p>Die indirekte Teilnahme der Israelitischen Freiheitsbewegung an der Neuordnung Europas, schon in ihrem vorbereitenden Stadium, im Zusammenhange mit einer positiv-radikalen L\u00f6sung des europ\u00e4ischen Judenproblems im Sinne der erw\u00e4hnten nationalen Aspirationen des j\u00fcdischen Volkes, w\u00fcrde in den Augen der gesamten Menschheit die moralischen Grundlagen dieser Neuordnung ungemein st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Kooperation der Israelitischen Freiheitsbewegung wurde auch in der Linie einer der letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, da\u00df er jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu schlagen&#8230;&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn98\">[98]<\/a><\/p>\n<p>Dieses schreckliche Dokument bedarf keines weiteren Kommentars. Es sei nur erg\u00e4nzt, da\u00df der r\u00fcde Antisemitismus und das bereits angelaufene Vernichtungswerk an den europ\u00e4ischen Juden die Nazis davon abhielten, auf dieses B\u00fcndnisangebot einzugehen. Die Irgun aber verschrieb sich zwei Jahre sp\u00e4ter der Terrort\u00e4tigkeit gegen britische Einrichtungen im Nahen Osten und schw\u00e4chte damit aktiv den Kampf der Anti-Hitler-Allianz gegen den deutschen Faschismus, einen Kampf, der auch zur Rettung der europ\u00e4ischen Juden gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Wann immer ein Zipfel jenes Vorhangs gel\u00fcftet wurde, hinter dem die Geschichte der zionistischen Kooperation mit den Nationalsozialisten verborgen ist, hatten die Zionisten eine Ausrede zur Hand: Man habe &#8211; so argumentieren die zionistischen F\u00fchrer &#8211; sich nur deshalb mit den Nazis eingelassen, um das Leben j\u00fcdischer B\u00fcrger zu retten. Wenngleich die vorstehend dargelegten Tatsachen dieses Argument gen\u00fcgend widerlegen, so sollen dennoch zwei Fragen angeschnitten werden: Gab es wirklich keinen anderen Weg zur Rettung der europ\u00e4ischen Juden? War dies das wahre Motiv der Zionisten, als sie ihren Pakt mit dem Teufel schl\u00f6ssen?<\/p>\n<p>Es steht au\u00dfer Frage, da\u00df die einzige M\u00f6glichkeit, den Mord an Millionen Juden zu verhindern (und den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, der Millionen Russen und Polen, Jugoslawen, Holl\u00e4ndern, Belgiern und Franzosen das Leben kostete!) darin bestanden h\u00e4tte, die Nazi-Diktatur schon zu Beginn ihrer Herrschaft zu st\u00fcrzen. Daran aber waren die zionistischen F\u00fchrer nicht interessiert, ihnen ging es ausschlie\u00dflich darum, die Zahl der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung in Pal\u00e4stina zu erh\u00f6hen. Da sie in anti-assimilatorischen und rassistischen Auffassungen befangen waren und sind, war f\u00fcr sie die Nazi-Diktatur kein Ungl\u00fcck, sondern lediglich eine Best\u00e4tigung ihrer Position. David Ben Gurion formulierte das sp\u00e4ter so: &#8222;Was jahrelange zionistische Propaganda nicht zustande brachte, hat die Katastrophe \u00fcber Nacht bewirkt&#8220;. <a title=\"\" href=\"#_ftn99\">[99]<\/a><\/p>\n<p>So taten denn die zionistischen F\u00fchrer nicht nur nichts gegen den Faschismus, sie sabotierten \u00fcberdies den antifaschistischen Kampf (so durch die Verhinderung eines \u00f6konomischen Boykotts mittels des Ha&#8217;avara-Abkommens). Sie sabotierten \u00fcberdies auch alle Versuche zur Rettung der deutschen Juden, sofern solche Versuche nicht die Ansiedlung der Juden in Pal\u00e4stina zum Ziel hatten. Das hervorstechendste Beispiel liefert die Konferenz von Evian. Da sich nach 1933 die Mehrzahl der kapitalistischen L\u00e4nder weigerte, j\u00fcdische Fl\u00fcchtlinge aus Deutschland aufzunehmen, fand vom 6, bis 15. Juli 1938 in dem Schweizer Ort Evian auf Anregung des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Roosevelt eine Weltfl\u00fcchtlingskonferenz statt, an der 32 L\u00e4nder teilnahmen. Diese Konferenz scheiterte schlie\u00dflich an der Ablehnung der Teilnehmer, j\u00fcdische Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen.<\/p>\n<p>Man h\u00e4tte nun annehmen m\u00fcssen, da\u00df die zionistische Bewegung, die ebenfalls in Evian vertreten war, versucht h\u00e4tte, Druck auf die Regierungen zur Aufhebung der Restriktionen auszu\u00fcben. Aber dies geschah nicht. Ganz im Gegenteil! Die zionistischen F\u00fchrer legten zu Konferenzbeginn die Forderung auf den Tisch, man solle 1.2 Millionen Juden in Pal\u00e4stina ansiedeln. An anderen L\u00f6sungen waren sie nicht interessiert, und Christopher Sykes bemerkte sp\u00e4ter dazu: &#8222;Von Anfang an betrachteten sie das ganz Unternehmen mit gleichg\u00fcltiger Feindseligkeit &#8230; Die Wahrheit ist, da\u00df das, was in Evian angestrebt wurde, der Idee des Zionismus in keiner Weise entsprach.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn100\">[100]<\/a><\/p>\n<p>Wenn also nur ein kleiner Teil der Juden Europas gerettet werden konnte, so nicht zuletzt auch wegen der ablehnenden Haltung der Zionisten. Man sollte der Gerechtigkeit halber nicht vergessen, da\u00df diejenigen Juden, die die nazistische Schreckensherrschaft \u00fcberlebten, ihre Rettung vor allem den Soldaten der Anti-Hitler-Allianz verdankten, insbesondere auch den Soldaten der Sowjetarmee, die unter unbeschreiblichen Opfern die Nazi-Diktatur zerschlugen.<\/p>\n<p>Die zionistischen F\u00fchrer, die ihre historische Mitschuld zu verbergen suchen, bem\u00fchen sich, die Geschichte zu f\u00e4lschen, indem sie heute behaupten, niemand habe in den Jahren des europ\u00e4ischen Faschismus den verfolgten Juden zur Seite gestanden, niemand au\u00dfer den Zionisten. Robert Weltsch, der selbst im Jahre 1933 keine eindeutige Haltung gegen die Nazis bezogen hatte, stellte die These auf, niemand habe in Deutschland f\u00fcr die Verfolgten Partei genommen. <a title=\"\" href=\"#_ftn101\">[101]<\/a><\/p>\n<p>Das Studium historischer Dokumente aber zeiht Weltsch und die anderen Zionisten der Unwahrheit. Abgesehen von einer Vielzahl mutiger individueller Aktionen der Hilfe f\u00fcr die Verfolgten hat beispielsweise die Kommunistische Partei Deutschlands vom ersten Tage der Nazi-Diktatur an die antisemitischen Ausschreitungen als integralen Bestandteil des herrschenden Systems angeprangert. W\u00e4hrend die zionistische Arbeiter-Organisation Haschomer Hazair in Deutschland noch 1932 erkl\u00e4rt hatte, &#8222;da\u00df eine Beteiligung der chaluzischen Jugend <a title=\"\" href=\"#_ftn102\">[102]<\/a> am Kampfe der deutschen Arbeiterklasse&#8230; nicht der Weg unserer politischen Bet\u00e4tigung&#8220; ist <a title=\"\" href=\"#_ftn103\">[103]<\/a>, w\u00e4hrend f\u00fcr den Haschomer Hazair &#8222;die Abgrenzung gegen die Kommunisten von besonderer Bedeutung&#8220; war <a title=\"\" href=\"#_ftn104\">[104]<\/a>, erkl\u00e4rte die Kommunistische Partei Deutschlands zum Nazi-Pogrom vom 9. November 1938: &#8222;Die deutsche Arbeiterklasse steht an erster Stelle im Kampf gegen die Judenverfolgungen&#8230; Die Befreiung Deutschlands von der Schande der Judenpogrome wird zusammenfallen mit der Stunde der Befreiung des deutschen Volkes von der braunen Tyrannei.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn105\">[105]<\/a><\/p>\n<p>Die deutschen Kommunisten riefen zur Schaffung einer antifaschistischen Volksfront auf. Die Zionisten aber waren daran nicht interessiert. Auf dem XIX. Zionistenkongre\u00df in Luzern erkl\u00e4rte Chaim Weizmann 1935: &#8222;&#8230; die einzige w\u00fcrdige Antwort auf all das, was den Juden in Deutschland angetan wird, ist ein gro\u00dfer, sch\u00f6ner und gerechter Bau in Eretz Israel, ein starker Bau.&#8220; <a title=\"\" href=\"#_ftn106\">[106]<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0R<\/strong><b>edaktionell leicht bearbeitete Abschrift nach <\/b><a href=\"http:\/\/archive.org\/stream\/DerZionismusImKomplottMitDemNationalsozialismus\/ZionistenUndNazis_djvu.txt\">http:\/\/archive.org\/stream\/DerZionismusImKomplottMitDemNationalsozialismus\/ZionistenUndNazis_djvu.txt<\/a> <b>[Redaktion <i>maulwuerfe.ch<\/i>]<\/b><\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Information Bulletin, Communist Party of Israel, 3-4\/1969, p. 196.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Information Bulletin, Communist Party of Israel, 3-4\/1969, p. 197.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> In dem Buch &#8222;Das Leben der Juden in Deutschland im Jahre 1933&#8220; von Kurt-Jacob Ball-Kaduri (Frankfurt\/Main 1963) werden u.a. folgende &#8222;nicht-ver\u00f6ffentlichte Quellen&#8220; genannt, die im Yad-Washem-Archiv in Jerusalem aufbewahrt werden: &#8222;Beitr\u00e4ge zur Geschichte des Ha&#8217;avara-Transfers&#8220; von Dr. Leo David (YWA 01\/277); &#8222;Verhandlungen mit der Gestapo in Berlin \u00fcber Auswanderungen 1936-1938&#8243; (YWA 01\/130);&#8220;Leo Plaut und der Gestapochef Diels in Berlin in den Jahren 1933\/34&#8220; (YWA 01\/229).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Diese statistischen Angaben sind zusammengestellt nach Esra Bennathan, &#8222;Die demographische und wirtschaftliche Struktur der Juden&#8220; in &#8222;Entscheidungsjahr 1 932. Zur Judenfrage in der Weimarer Republik&#8220; (T\u00fcbingen 1966), Seiten 89 und 95.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Dr. Alfred Wiener, &#8222;Juden und Araberin Pal\u00e4stina&#8220; (Berlin 1929), S. 36.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Laut Wiener, op. cit. Seite 36.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Zitiert nach Kurt Loewenstein, &#8222;Die innerj\u00fcdische Reaktion auf die Krise der deutschen Demokratie&#8220; in &#8222;Entscheidungsjahr 1932&#8220;, op. cit. (Anm.4), Seite 363.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Zitiert nach Dr. Alfred Wiener, &#8222;Kritische Reise durch Pal\u00e4stina&#8220; (Berlin 1927), Seite 8.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Werner E. Mosse, &#8222;Der Niedergang der deutschen Republik und die Juden&#8220; in &#8222;Entscheidungsjahr 1932&#8220;,op. cit. (Anm. 4), Seite 38.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Gerhard Holdheim, &#8222;Der Zionismus in Deutschland&#8220; in S\u00dcDDEUTSCHE MONATSHEFTE 12\/1930, Seite 855.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Alfred Rosenberg, &#8222;Die Spur des Juden im Wandel der Zeiten&#8220; (M\u00fcnchen 1 937), Seite 153.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Hannah Arendt, &#8222;Eichmann in Jerusalem&#8220; (London 1963), p. 53.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> CV-ZEITUNG IX, 11. Juli 1930.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Protokoll der Sitzung in Central Zionist Archives in Jerusalem; zitiert bei Kurt Loewenstein in &#8222;Entscheidungsjahr1932&#8220;, op. cit. (Anm. 4), Seite 388.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Christopher Sykes, &#8222;Crossroads to Israel&#8220; (London 1965); deutscheAusgabe &#8222;Kreuzwege nach Israel&#8220; (M\u00fcnchen 1967), Seite 151.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Zitiert nach Hans Lamm, &#8222;\u00dcber die innere und \u00e4u\u00dfere Entwicklung des deutschen Judentums im Dritten Reich&#8220;, Inauguraldissertation, Philosophische Fakult\u00e4t der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen, 1951, Seite 161.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Hans Lamm, op. cit. (Zu Joachim Prinz siehe auch Seite 51 im Anhang dieses Heftes).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Hans Lamm, op. cit. Seite 156.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Zitiert nach &#8222;In zwei Welten. Siegfried Moses zum 75. Geburtstag&#8220; (Tel Aviv 1962), Seite 118 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> &#8222;\u00c4u\u00dferung der Zionistischen Vereinigung f\u00fcr Deutschland zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat&#8220;, ver\u00f6ffentlicht in &#8222;Zwei Welten, Siegfried Moses zum 75. Geburtstag&#8220; (Tel Aviv 1962), Seite 118 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> ebenda.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> ebenda.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Siehe Joseph B. Schechtman, &#8222;Fighter and Prophet. TheVladimir-Jabotinsky-Story&#8220; (New York\/London 1961), p.194.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Arnold Paucker, &#8222;Der j\u00fcdische Abwehrkampf gegen Antisemitismus und Nationalsozialismus in den letzten Jahren der Weimarer Republik&#8220; (Hamburg 1968), Seite 32.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Arnold Paucker, op. cit. Seite 43.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 147.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> &#8222;Reichsgesetzblatt&#8220;, Teil I, Nr.1 1 8\/1939, Seite 1097 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Winfried Martini, &#8222;Hitler und die Juden&#8220;, in CHRIST UND WELT (Stuttgart), 16. Juni 1961.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 91.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU, 4. April 1933.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Siehe Werner Feilchenfeld, Dolf Michaelis, Ludwig Pinner, &#8222;Ha&#8217;avara-Transfer nach Pal\u00e4stina und Einwanderung deutscher Juden 1933 1939&#8220; (T\u00fcbingen 1973).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Nahum Goldmann, &#8222;Staatsmann ohne Staat&#8220; (K\u00f6ln\/Berlin 1970), Seite 197.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm.3), Seite 155.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Dies jedenfalls erkl\u00e4rte der Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr Fragen der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik der israelischen Knesset, Meir Argov, in einer Parlamentsdebatte \u00fcber das Wiedergutmachungsabkommen zwischen Israel und der BRD (Laut Protokoll der Knesset vom 30. Juni 1959). Im \u00fcbrigen gab es die Vermutung, die Ermordung Arlosoroffs k\u00f6nne mit dessen Beteiligung an Verhandlungen in Nazi-Deutschland zusammenh\u00e4ngen. Chaim Arlosoroff wurde am 16. Juni 1933 am Strand von Tel Aviv von &#8222;zwei unbekannten Personen&#8220; ermordet. Seine Frau identifizierte als M\u00f6rder einen gewissen Abraham Stavsky, der aktives Mitglied der von Vladimir Jabotinsky geleiteten Revisionistischen Partei (aus der die Terrororganisation &#8222;Irgun&#8220; und die heutige Partei von Menachem Begin hervorging) war. Die pal\u00e4stinensische Polizei verhaftete die des Mordes Verd\u00e4chtigen. Stavsky wurde im Juni 1 934 zum Tode verurteilt, aber vor dem pal\u00e4stinensischen Appellationsgericht wegen technischer Verfahrensm\u00e4ngel freigesprochen.<\/p>\n<p>Vladimir Jabotinsky hatte unmittelbar nach dem Mord gefordert, &#8222;die M\u00f6rder unter den Arabern zu suchen&#8220;. Wenige Tage sp\u00e4ter aber &#8211; am 7. Juli 1933 &#8211; klagte David Ben Gurion interessanterweise Jabotinsky der Kollaboration mit den deutschen Faschisten an &#8211; um von der eigenen Kollaboration abzulenken?<\/p>\n<p>Siehe dazu Joseph B. Schechtman, op. cit. (Anm. 23), p. 185, 202, 203. Albert M. Hyamson (&#8222;Palestine under the Mandate&#8220;, London 1950) bemerkte \u00fcbrigens, Arlosoroff sei &#8222;wenige Tage nach seiner R\u00fcckkehr aus Deutschland&#8220; ermordet worden. Zusatz des Herausgebers der KLARTEXTE: Da\u00df Chaim Arlosoroff die Verhandlungen in Berlin geleitet hat, darf als gesichert gelten; da\u00df er dieser Verhandlungen wegen von Anh\u00e4ngern der zionistisch-revisionistischen Partei Jabotinskys ermordet wurde, ist sehr wahrscheinlich. Arlosoroff war in den ersten Tagen des Monats Mai 1933 in Berlin, ein zweites Mal im Juni 1933. Er kehrte am 14. Juni, zwei Tage vor seiner Ermordung, aus Berlin zur\u00fcck. Am 9. Juni 1933 erschien in CHASIT HA&#8217;AM, einer Zeitschrift der extremsten Richtung des Revisionismus in Pal\u00e4stina, ein Artikel unter der \u00dcberschrift: &#8222;Der Mapai-Diplomat (Arlosoroff) beabsichtigt, die Front gegen Hitler zu zerbrechen. Ein Vorschlag Dr. Arlosoroffs, den deutschen Export zu sichern. &#8222;(Jabotinsky agitierte fortan f\u00fcr den Wirtschaftsboykott Deutschlands &#8211; wohl aus dem einzigen Grund, weil sein verha\u00dfter Gegenspieler Ben Gurion gegen den Boykott arbeitete. Noch bis kurz zuvor waren unz\u00e4hlige revisionistische Artikel erschienen, in denen Hitler und Nazideutschland zum Vorbild erhoben worden waren.) in dem Artikel in CHASIT HA&#8217;AM hei\u00dft es u.a.: &#8222;Zur selben Zeit, da sich das ganze j\u00fcdische Volk im Lande und in der Diaspora in einem Verteidigungskampf f\u00fcr seine Ehre und seine Existenz gegen Hitlerdeutschland befindet &#8211; Boykott auf deutsche Waren -, kommt der offizielle Vertreter der &#8218;Jewish Agency&#8216; und schl\u00e4gt nicht nur vor, den Boykott aufzuheben, sondern einen Markt f\u00fcr die deutschen Waren zu sichern, damit nicht etwa, was Gott verh\u00fcten m\u00f6ge, die Finanzlage Hitlerdeutschlands ersch\u00fcttert werde. Dieser Schritt von Seiten des Vertreters der &#8218;Mapai&#8216; (der Arbeiterpartei Ben Gurions) in der &#8218;Jewish Agency&#8216; ist ein Messerstich in den R\u00fccken des Volkes und eine Hilfeleistung f\u00fcr die Hitlerregierung.&#8220;<\/p>\n<p>Am 15. Juni 1933 erschien im gleichen Blatt ein weiterer, geradezu rabiater Artikel von I. Pogrebinsky mit dem Titel: &#8222;Bund Stalin &#8211; Ben Gurion &#8211; Hitler&#8220;, in dem es hei\u00dft: &#8222;Wir lesen in dem Schmutzblatt von Lofban (gemeint ist das Organ der &#8218;J\u00fcdischen Arbeiter Partei&#8216; &#8211; &#8218;Hapoel Hazair&#8216;) ein Gespr\u00e4ch mit Mister Arlosoroff&#8230; in diesem Gespr\u00e4ch sagt dieser rote J\u00fcngling unter anderem Bl\u00f6dsinn, der f\u00fcr ihn typisch ist, da\u00df die Judenfrage in Deutschland nur durch ein Abkommen mit Hitler und seiner Regierung gel\u00f6st werden k\u00f6nne&#8230; Herr Dr. Arlosoroff hat freiwillig und ohne dazu gezwungen zu sein, angeboten, den Boykott aufzuheben und mit Hitler, nur um Geldgewinnes willen, zu einem Abkommen zu gelangen&#8230; Die j\u00fcdische \u00d6ffentlichkeit im Lande und im Ausland wird dem Dreibund &#8218;Stalin Ben Gurion &#8211; Hitler&#8216; mit Verachtung und Abscheu begegnen und denen, die die Ehre des j\u00fcdischen Volkes vor den Augen der ganzen Kulturwelt an die besessensten aller Antisemiten um Geldes willen verkauft haben, nicht verzeihen. Das j\u00fcdische Volk hat stets Verk\u00e4ufer der Ehre des j\u00fcdischen Volkes und seiner Lehre geb\u00fchrend einzusch\u00e4tzen gewu\u00dft und wird auch diesmal auf diese Schandtat, die \u00f6ffentlich und vor den Augen der ganzen Welt geschieht, reagieren!&#8220; &#8211; 30 Stunden nach dem Erscheinen dieses Artikels wurde Chaim Arlosoroff ermordet. Der Ballistik-Experte F. W. Bird erkl\u00e4rte 40 Jahre sp\u00e4ter, er habe 1944, nach der Ermordung des Britischen Hochkommissars f\u00fcr den Nahen Osten, Lord Moyne, durch Mitglieder der revisionistischen Stern-Bande deren Mordwaffe untersucht und festgestellt, da\u00df sie in sieben vorangegangenen Attentaten benutzt worden war: in zwei F\u00e4llen bei der Ermordung von Arabern, in vier F\u00e4llen bei der Ermordung von britischen Polizisten, sowie bei der Ermordung von Chaim Arlosoroff. (&#8222;Trace 1933 Murder Weapon to Stern Group Death Squad&#8220;, JEWISH JOURNAL, 10. August 1973).<\/p>\n<p>Die Ermordung Arlosoroffs ist ein Schl\u00fcsselereignis in der jahrzehntelangen, ha\u00dfgeladenen Auseinandersetzung zwischen der zionistischen Linken und der Rechten. Ben Gurion bezeichnete fortan Jabotinsky als &#8222;Vladimir Hitler&#8220;, w\u00e4hrend die Anh\u00e4nger Jabotinskys, und sp\u00e4ter Begins, ihre ohnm\u00e4chtige Wut nur in versuchten Aufdeckungen politischer Schandtaten des \u00fcberm\u00e4chtigen Gegners k\u00fchlen konnten. Und so markiert das Ha&#8217;avara-Abkommen mit den Nazis nicht nur die Sternstunde des Aufschwungs des Zionismus, ihm entstammt auch, eines damit zusammenh\u00e4ngenden Mordes wegen, der Urkeim des lauernden israelischen B\u00fcrgerkrieges.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 155.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> ebenda.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Winfried Martini, &#8222;Hebr\u00e4isch unter dem Hakenkreuz&#8220; in DIE WELT (Hamburg), 10. Januar 1975.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> Immerhin wurde in einer Analyse \u00fcber den deutschen Export, die Ende Mai 1933 Hitler vorgelegt worden war, festgestellt: &#8222;Die Aussichten f\u00fcr den Absatz deutscher Waren im Ausland sind \u00fcberaus schlecht. Die Lage ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich sehr unbefriedigend.&#8220; Zitiert in Kurt P\u00e4tzold, &#8222;Faschismus, Rassenwahn, Judenverfolgung&#8220; (Berlin 1975), Seite 123.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Zitiert nach &#8222;Kennzeichen J&#8220; (Herausg. Helmut Eschwege, Berlin 1966), Seite 132.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> Nach Angaben in dem bereits zitierten Buch &#8222;Kennzeichen J&#8220; betrug die j\u00e4hrliche Auswanderung von Juden aus Deutschland 1934: ca. 23 000; 1935: 20000; 1937: 23 000 und von Januar 1938 bis September 1939:157 000. Trotz der zionistischen Bem\u00fchungen ging aber nur ein Teil dieser Auswanderernach Pal\u00e4stina (1934: 37%; 1935:36% und 1937: 10.8%).<\/p>\n<p>Feilchenfeld et al. geben in dem bereits zitierten Buch an, es seien 50.000 j\u00fcdische Deutsche durch den Ha&#8217;avara-Transfer nach Pal\u00e4stina eingewandert. Eine andere Quelle nennt f\u00fcr den Zeitraum 1933 bis 1940 eine Gesamtzahl von 70.000 deutschen Emigranten nach Pal\u00e4stina (TAGESSPIEGEL, Berlin, 15. Februar 1974). Nach zionistischen Angaben stellten die Einwanderer aus Deutschland in dieser Periode etwa 25% der gesamten j\u00fcdischen Einwanderung nach Pal\u00e4stina. Eine Auswirkung des H\u00e4avara-Transfers auf die soziale Schichtung der Einwanderung l\u00e4\u00dft sich aus einer Tabelle ablesen, die die Einwanderer nach ihren Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnissen einordnete. Danach erh\u00f6hte sich der Anteil von Einwanderern mit einem Besitz von mehr als 1 .000 Pal\u00e4stinensischen Pfund von 1 0,3% aller Einwanderer im Jahre 1 933 auf 1 8,1 % im Jahre 1 936, wahrend die Zahl der einwandernden j\u00fcdischen Arbeiter im gleichen Zeitraum von 35.8% auf 17.2% sank. (Siehe Dr. T. Canaan, &#8222;Conflict in the Land of Peace&#8220;, Jerusalem 1936, p. 41).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> Kurt P\u00e4tzold, op. cit. (Anm. 38), Seite 190.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Kurt P\u00e4tzold, op. cit. Seite 277.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Siehe Feilchenfeld et al.,op. cit. (Anm. 31). &#8211; Etwa 60% des Kapitals, das im Zeitraum vom August 1933 bis September 1939 in Pal\u00e4stina investiert wurde, lief \u00fcber das Abkommen mit den Nazis. (David Rosenthal, &#8222;Chaim Arlosoroff. 40 Years later&#8220;, JEWISH FRONTIER, August 1974, p. 23).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> Meyer W. Weisgal and Joel Carmichael (Editors), &#8222;Chaim Weizmann. A Biography by several Hands&#8220; (New York 1963), p. 232.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref45\">[45]<\/a> Laut Ernst Marcus, &#8222;Das deutsche Ausw\u00e4rtige Amt und die Pal\u00e4stinafrage in den Jahren 1933-1939&#8220;, YWA 01\/1 1 ; zitiert bei Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 174.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref46\">[46]<\/a> Bericht D\u00f6hles vom 22.3.1 937 &#8211; Der Chef der Auslandsorganisation im Ausw\u00e4rtigen Amt, H\u00e4avara, 1938, Serie 72, Judenstaat Pal\u00e4stina (Politisches Archiv des Ausw\u00e4rtigen Amtes in Bonn); zitiert in Heinz Tillmann, &#8222;Deutschlands Araberpolitik im Zweiten Weltkrieg&#8220; (Berlin 1965), Seite 63.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref47\">[47]<\/a> Heinz Tillmann, op. cit. Seite 63.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref48\">[48]<\/a> Heinz Tillmann, op. cit. Seite 65.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref49\">[49]<\/a> Aufzeichnung aus dem B\u00fcro des Chefs der Auslandsorganisation der NSDAP vom 5.6. 1937; zitiert bei Tillmann, op. cit. Seite 67.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref50\">[50]<\/a> &#8222;Kennzeichen J&#8220;, op. cit. (Anm. 39), Seite 133. 51 &#8222;Kennzeichen J&#8220;, op. cit. Seite 133.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref51\">[51]<\/a> Jon und David Kimche, &#8222;Des Zornes und des Herzens wegen&#8220; (Berlin 1956), Seite 26; (engl.: &#8222;The Secret Roads&#8220;).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref52\">[52]<\/a> Siehe Tillmann, op. cit. (Anm. 46), Seite 69. 53 Heinz Tillmann, op.cit. Seite 30.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref53\">[53]<\/a> Heinz Tillmann, op. cit; (Anm. 46), Seite 69.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref54\">[54]<\/a> Jon und David Kimche, &#8222;Des Zornes und des Herzens wegen&#8220; (Berlin 1956), Seite 26; (engl.: &#8222;The Secret Roods&#8220;).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref55\">[55]<\/a> Kimche, op. cit. Seite 28.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref56\">[56]<\/a> Winfried Martini, &#8222;Hitler und die Juden&#8220; in CHRIST UND WELT (Stuttgart), 16, Juni 1961.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref57\">[57]<\/a> Die Auswanderung von Juden aus Deutschland wurde 1941 durch eine Anweisung des SS-Chefs Himmler untersagt; siehe Leon Poliakov und Joseph Wulff, &#8222;Das Dritte Reich und die Juden&#8220; (Berlin 1955), Seite 89.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref58\">[58]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 118.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref59\">[59]<\/a> Kurt Blumenfeld, &#8222;Erlebte Judenfrage&#8220; (Stuttgart 1962).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref60\">[60]<\/a> Winfried Martini in CHRIST UND WELT, 1 6. Juni 1961.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref61\">[61]<\/a> Alwin Ramme, &#8222;Der Sicherheitsdienst der SS&#8220; (Berlin 1970), Seite 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref62\">[62]<\/a> Winfried Martini in CHRIST UND WELT, 16.Juni 1961.<\/p>\n<p>Zusatz des Herausgebers der KLARTEXTE: Kurt Tuchler, ein leitendes Mitglied der &#8222;Zionistischen Vereinigung f\u00fcr Deutschland&#8220;, hatte dem NSDAP- und SS-Mitglied Baron Leopold Itz Edler von Mildenstein nahegelegt, f\u00fcr eine einflu\u00dfreiche Nazi-Zeitung etwas Positives \u00fcber das j\u00fcdische Pal\u00e4stina zu schreiben. Von Mildenstein stimmte unter der Bedingung zu, eine l\u00e4ngere Pal\u00e4stinareise unternehmen zu k\u00f6nnen. Im Fr\u00fchjahr 1933 brachen Mildenstein und Tuchler, zusammen mit ihren Ehefrauen, nach Pal\u00e4stina auf, wo sie \u00fcber ein halbes Jahr zubrachten. Mildenstein kehrte als gl\u00fchender Bef\u00fcrworter des Zionismus nach Berlin zur\u00fcck. Wenn Kurt Tuchler den SS-Zionisten Mildenstein im &#8222;Judenreferat&#8220; aufsuchte, wo gro\u00dfe Landkarten \u00fcber das Vordringen des Zionismus im deutschen Judentum aushingen, konnte es passieren, da\u00df ihn j\u00fcdische Folkloremusik aus Pal\u00e4stina begr\u00fc\u00dfte. Von Mildensteins Reisebericht, der einem heute wie ein Urbild allen diesbez\u00fcglich klischierten Reisegedankengutes des deutschen Nachkriegsjournalismus, von Heigert bis Springer, vorkommt, erschien als zw\u00f6lfteilige Serie im Goebbels-Blatt DER ANGRIFF vom 26. September bis 9. Oktober 1934. Zur Erinnerung an die Reise lie\u00df DER ANGRIFF eine Medaille pr\u00e4gen, die auf der einen Seite das Hakenkreuz und auf der anderen Seite den Davidstern tr\u00e4gt&#8230; &#8222;Eine Kombination von metaphysischer Absurdit\u00e4t&#8220; w\u00fcrde man sagen, h\u00e4tte man den flachen Journalistenkopf eines Winfried Martini. (Jacob Boas, &#8222;A Nazi Travels to Palestine&#8220;, HISTORY TODAY, London, January 1980, p. 31.; J. Boas, Ph.D. Thesis, Univ. of California, Riverside 1977, p. 110).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref63\">[63]<\/a> Ungezeichneter Leitartikel &#8222;F\u00fcr Juden ist kein Platz im Heer&#8220; in DAS SCHWARZE KORPS (Berlin), 15. Mai 1935, Seite 1.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref64\">[64]<\/a> Leopold von Mildensteins Buch, erschien 1941.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref65\">[65]<\/a> Prof. Dr. Franz-Alfred Six, geb. 1 2. 8.1 909, war seit 1 930 Mitglied der NSDAP. 1 9% trat er mit dem Rang eines SS-Hauptsturmf\u00fchrers als Leiter der Zentralabteilung Presse und Bibliothek in das SD-Hauptamt ein und \u00fcbernahm dann die Leitung der Abteilung II (Inland) im SD-Hauptamt. Six wurde im April 1948 von einem amerikanischen Milit\u00e4rgericht wegen Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt, im Januar 1951 wurde die Strafe auf 1 Jahre herabgesetzt, und am 30.9.1 952 wurde er wieder auf freien Fu\u00df gesetzt. Die Israelis, stets auf der Jagd nach Nazi-Kriegsverbrechern, haben sich wohl nicht zuf\u00e4llig nicht f\u00fcr den Fall Six interessiert. Wurde er geschont, weil er zuviel \u00fcber die Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Nazis wu\u00dfte?<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref66\">[66]<\/a> Dieses Dokument befindet sich im Archiv der American Commission for the Study of War Documents in Alexandria\/USA. Die dortigen Dokumente wurden als Mikrofilm, auch anderen Archiven zug\u00e4nglich gemacht (genaue Bezeichnung: Records of the Reich Leader of the SS and Chief of German Police, Washington 1958); die hier und im folgenden zitierten Dokumente befinden sich auf RFSS-Filmrolle 411. Alwin Ramme schreibt in seinem Buch &#8222;Der Sicherheitsdienst der SS&#8220; auf Seite 21 dazu: &#8222;Die Auswertung dieser Filme wird jedoch infolge ihrer teilweise schlechten Qualit\u00e4t erschwert, wobei vom Hersteller (Nationalarchiv Washington) &#8211; wohl nicht zuf\u00e4llig -besonders aussagekr\u00e4ftige Dokumente h\u00e4ufig unleserlich aufgenommen wurden.&#8220;<\/p>\n<p>Nach dem Erscheinen des vorliegenden Beitrages im JOURNAL OF PALESTINE STUDIES wurden die betreffenden Aktenbest\u00e4nde der Bundesrepublik \u00fcbergeben. Sie befinden sich heute im Bundesarchiv in Koblenz.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref67\">[67]<\/a> Nach neueren Informationen lebt Feivel Polkes heute in Haifa. Tuvia Friedmann, Autor des Buches &#8222;ich jagte Eichmann&#8220; und Leiter des Instituts f\u00fcr Dokumentation in Haifa, \u00e4u\u00dferte in einem Brief vom 25. Januar 1970, in Israel kenne man die Dokumente \u00fcber Polkes &#8218;Besuch in Berlin bereits seit 1947; er habe mit Polkes \u00fcber diese Vorg\u00e4nge gesprochen und Polkes habe erkl\u00e4rt, alles &#8222;beruhe auf Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen&#8220;. Friedmann schrieb weiter, es sei nicht m\u00f6glich, diesen Komplex weiter zu untersuchen, da als Unterlagen nur Kopien, aber keine Originaldokumente vorl\u00e4gen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref68\">[68]<\/a> RFSS-Filmrolle 411.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref69\">[69]<\/a> Zitiert nach Heinz H\u00f6hne, &#8222;Der Orden unter dem Totenkopf&#8220; (G\u00fctersloh 1 967), Seite 309.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref70\">[70]<\/a> Aufzeichnung Hagens, RFSS-Filmrolle 41 1 , Seite 4.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref71\">[71]<\/a> Heinz H\u00f6hne, op. cit. Seite 310<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref72\">[72]<\/a> Aufzeichnung Six in RFSS-Filmrolle 411.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref73\">[73]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref74\">[74]<\/a> Simon Wiesenthal, &#8222;Gro\u00dfmufti -Gro\u00dfagent der Achse&#8220; (Salzburg\/Wien 1947), Seite 12.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref75\">[75]<\/a> Leon Poliakov, &#8222;Breviaire de la Haine&#8220; (Paris 1951).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref76\">[76]<\/a> Gerald Reitlinger, &#8222;The Final Solution&#8220; (London 1953).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref77\">[77]<\/a> Quentin Reynolds, &#8222;Minister of Death&#8220; (New York 1960), p. 77-78.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref78\">[78]<\/a> Corner Clarke, &#8222;Eichmann. The Man and his Crimes&#8220; (New York 1960), p.35-37.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref79\">[79]<\/a> So legte die Anklagevertretung im Eichmann-Proze\u00df ein Dokument vor, das angeblich von Hadj Amin al-Husseini verfa\u00dft worden sein sollte, und in dem Eichmann als &#8222;ein Juwel f\u00fcr dieAraber&#8220; bezeichnet wurde. Dieses &#8222;Beweisst\u00fcck&#8220; war so primitiv gef\u00e4lscht, da\u00df selbst die FRANKFURTER ALLGEMEINE am 28. Juni 1961 feststellte: &#8222;Der Wert des betreffenden Dokuments ist allerdings fragw\u00fcrdig.&#8220;<\/p>\n<p>Hannah Arendt schreibt in ihrem Buch &#8222;Eichmann in Jerusalem&#8220; (M\u00fcnchen 1961), Ben Gurion habe als eines der Motive f\u00fcr den Proze\u00df geltend gemacht, da\u00df es auf diese Weise gelingen werde, &#8222;andere Nazis aus ihren Verstecken zu holen und z.B. die Beziehung der Nazis zu einigen arabischen Herrschern blo\u00dfzustellen&#8220; (Seite 34). Hannah Arendt kommt zu der Schlu\u00dffolgerung, der Proze\u00df habe vielmehr enth\u00fcllt, da\u00df alle Ger\u00fcchte \u00fcber Eichmanns Verbindung zu Hadj Amin al-Husseini der Grundlage entbehrten (Seite 37).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref80\">[80]<\/a> NEUE Z\u00dcRCHER ZEITUNG (Z\u00fcrich), 12. Juli 1961.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref81\">[81]<\/a> RFSS-Filmrolle 411.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref82\">[82]<\/a> Wie Gerald Reitlinger behauptet (siehe &#8222;Die Endl\u00f6sung&#8220;, Berlin 1956,Seite 29).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref83\">[83]<\/a> Eine k\u00f6nigliche Kommission unter Lord Peel untersuchte 1937, nach dem Ausbruch des arabischen Aufstandes, die Lage in Pal\u00e4stina und diskutierte einen ersten Plan zur Teilung Pal\u00e4stinas in einen j\u00fcdischen und einen arabischen Staat.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref84\">[84]<\/a> Heinz H\u00f6hne, op. cit. (Anm. 69), Seite 319.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref85\">[85]<\/a> Jon und David Kimche, op. cit. (Anm. 54), Seite 13.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref86\">[86]<\/a> Ebenda, Seite 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref87\">[87]<\/a> Der israelische Historiker David Yisraeli schreibt: &#8222;Mr. P. Ginzburg vom Kibbutz Ramat ha-Kovesh, einstiger Emiss\u00e4r von Histadrut, Hakibbutz Hameuchad und &#8218;Mossad le-Alijah&#8216; hat mir gesagt, da\u00df ihm bis 1939 die Gestapo half, die Alijah B (j\u00fcdische Einwanderung ohne Zertifikate der Mandatsbeh\u00f6rden) aus Deutschland zu organisieren, (Dies war offiziell als Sonderhachschara oder &#8218;Spezialtraining&#8216; bekannt). So sollten am 15. September 1939 drei Schiffe mit 5000 Juden den Hafen Emden mit Hilfe der Gestapo verlassen, aber dies unterblieb wegen des Kriegsausbruchs. Es sollte vermerkt werden, da\u00df die offiziellen zionistischen Institutionen gegen\u00fcber der Alijah B eine laue, wenn nicht feindselige Haltung einnahmen. Mr. Ginzburg sagte mir, da\u00df er wahrend seiner Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die Alijah B seitens offizieller zionistischer Vertreter auf eine reservierte Haltung traf. &#8222;(David Yisraeli &#8222;The Third Reich and Palestine&#8220; in MIDDLE EASTERN STUDIES, Vol. 7, No, 3, Oct. 1971 , p, 341 ). Letztere Bemerkungen sind sicherlich eine nachtr\u00e4gliche Sch\u00f6nf\u00e4rbung: &#8222;offiziellere&#8220; zionistische Institutionen als diejenigen, die Ginzburg entsandten, gibt es kaum.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref88\">[88]<\/a> Jon und David Kimche, op. cit. (Anm. 54), Seite 16; auch dieses Treffen spielte \u00fcbrigens beim Eichmann-Proze\u00df keine Rolle.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref89\">[89]<\/a> Ebenda, Seite 17.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref90\">[90]<\/a> Ebenda, Seite 14.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref91\">[91]<\/a> Hannah Arendt, &#8222;Eichmann in Jerusalem &#8211; Ein Bericht von der Banalit\u00e4t des B\u00f6sen&#8220; (M\u00fcnchen 1964), Seite 91.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref92\">[92]<\/a> Elis Lubrany, &#8222;Hitler in Jerusalem&#8220; in DIE WELTB\u00dcHNE (Berlin), 31 . Mai 1 932, Seite 835 f.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref93\">[93]<\/a> Der italienische Diktator Mussolini hatte die Revisionisten zeitweise unterst\u00fctzt und ihnen gestattet, in Italien eine Schule zur Ausbildung von Marinesoldaten einzurichten. 1932 hatte Jabotinsky den Vorschlag gemacht, das Mandat \u00fcber Pal\u00e4stina solle Italien \u00fcbertragen werden, Mussolini werde eher als Gro\u00dfbritannien bereit sein, einen Judenstaat zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref94\">[94]<\/a> Joseph B. Schechtmann, op. cit. (Anm. 23), p. 215. Der Artikel in DAVAR erschien unter dem symboltr\u00e4chtigen Titel &#8222;J&#8217;accuse!&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref95\">[95]<\/a> Ebenda, p. 214.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref96\">[96]<\/a> Ebenda, p. 216.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref97\">[97]<\/a> Ebenda, p. 217.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref98\">[98]<\/a> Der vollst\u00e4ndige deutsche Originalwortlaut des Dokuments ist abgedruckt in: David Yisraeli, &#8222;Das Deutsche &#8218;Reich&#8216; und Eretz Israel. Das Problem von Eretz Israel in der deutschen Politik in den Jahren 1889-1945&#8220;, Bar Man Universit\u00e4t (Ramat Gan 19Th), Anhang 11 ; vergl. die Reproduktion in diesem Heft auf Seite 54.<\/p>\n<p>In Israel ist die Ver\u00f6ffentlichung dieses Dokuments in der Arbeit von David Yisraeli und im vorliegenden Beitrag im JOURNAL OF PALESTINE STUDIES (1976) zun\u00e4chst auf Stillschweigen gesto\u00dfen. Schlie\u00dflich kam der Vorsitzende der israelischen Liga f\u00fcr Menschen- und B\u00fcrgerrechte, Prof. Israel Shahak, in einem Artikel f\u00fcr die Zeitung ZUHADERECH (vom 2. September 1981) darauf zur\u00fcck und verwies darauf, da\u00df das hier geschilderte Kooperationsangebot auch in hebr\u00e4ischen Massenmedien &#8211; allerdings nur kurz &#8211; erw\u00e4hnt worden sei. So war es in DAVAR (vom 22. Juni 1 979) beil\u00e4ufig angef\u00fchrt worden. Der versp\u00e4tete Hinweis auf dieses Dokument in oppositionellen Medien in Israel ergab sich aus der fr\u00fcheren Zugeh\u00f6rigkeit des israelischen Au\u00dfenministers Jitzhak Schamir zu der zionistischen Organisation LEHI (Lohamei Herut Israel, K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit Israels). Prof. Shahak wies darauf hin, da\u00df das N.M.O. -Memorandum von der LEHI stammte. LEHI war eine Abspaltung von der nach 1942 von Menachem Begin geleiteten Irgun Zwai Leumi. Unter F\u00fchrung von<\/p>\n<p>Abraham (&#8222;Jair&#8220;, d.h. &#8222;Lichtbringer&#8220;) Stern hatten sich die LEHI-Leute zu Beginn des zweiten Weltkrieges von der Irgun getrennt. LEHI -auch unter dem Namen &#8222;Stern-Gang&#8220; bekannt &#8211; benutzte jedoch auch weiterhin die hebr\u00e4ische Abk\u00fcrzung der Irgun (IZEL) und entsprechend die \u00fcbersetzte Abk\u00fcrzung N.M.O. Prof. Shahak schreibt in seinem Artikel, LEHI sei bei Abwesenheit Sterns (sowie nach dessen Tod) von einem Triumvirat geleitet worden, n\u00e4mlich von Jitzhak Schamir (als Verantwortlicher f\u00fcr Organisation und terroristische Aktionen), Nathan Yellin-Mor und Dr. Israel Scheib (Eldad).<\/p>\n<p>Angesichts der Verstrickung des gegenw\u00e4rtigen israelischen Au\u00dfenministers Schamir in die versuchte Kooperation mit den Nazis, provozierte seine Beschuldigung, drei israelische Pers\u00f6nlichkeiten hatten durch ein Treffen mit dem PLO-Vorsitzenden Arafat &#8222;Landesverrat&#8220; begangen, erneut israelische Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber das hier zitierte Dokument von 1941 . HA&#8217;ARETZ ver\u00f6ffentlichte (am 31. Januar 1983) erstmals die wesentlichen Passagen im Wortlaut in Hebr\u00e4isch, dazu auch den Begleitbrief des damaligen deutschen Botschafters in Ankara, Franz von Papen, an das Reichsau\u00dfenministerium in Berlin (datiert vom 21. Januar 1941).<\/p>\n<p>Aus einem weiteren Artikel in HA&#8217;ARETZ (vom 3. Februar 1983) geht hervor, da\u00df Stern Ende 1940 einen Vertrauten, Naftali Lubenczik, zu einem Treffen mit dem zeitweiligen Leiter des Referats Pol. VII (T\u00fcrkei, Nahost, Indien) im NS-Au\u00dfenministerium, von Hentig, entsandt hatte, der sich auf einer Informationsreise in Beirut aufhielt. HA&#8217;ARETZ zitierte aus dem Protokoll der Unterredung einige Stellen, die sich fast w\u00f6rtlich mit den Formulierungen im Ankara-Dokument decken. HA&#8217;ARETZ berichtete sodann, was der LEHI-Emiss\u00e4r Lubenczik sp\u00e4ter in einem britischen Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis seinem Mith\u00e4ftling Mosche Svorai \u00fcber die Reaktion von Hentigs in Beirut mitgeteilt hatte: Es sei \u00e4u\u00dferst zweifelhaft, ob die deutsche Regierung mit einer j\u00fcdischen Gruppe zusammenarbeiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ungeachtet dieser ablehnenden Haltung sei ein Mitglied des LEHI-Triumvirats, Nathan Yellin-Mor, via Syrien und T\u00fcrkei zu einer Mission in den von den Deutschen besetzten Balkan entsandt worden. Laut HA&#8217;ARETZ sei sein Auftrag die Stimulierung illegaler j\u00fcdischer Auswanderung nach Pal\u00e4stina gewesen. Diese h\u00e4tte laut LEHI-Argumentation auch in deutschem Interesse gelegen, schon deshalb, weil auf diese Weise starke Kr\u00e4fte der britischen Marine durch die Notwendigkeit der Aufbringung illegaler Fl\u00fcchtlingsschiffe von einem effektiven Kriegseinsatz abgehalten wurden. Yellin-Mor wurde jedoch unterwegs verhaftet, an die Engl\u00e4nder ausgeliefert und in Pal\u00e4stina ins Gef\u00e4ngnis gesteckt.<\/p>\n<p>Die LEHI-Mitglieder (die \u00fcbrigens nach der Gr\u00fcndung des Staates Israel den Weg zur\u00fcck zu der aus der Irgun hervorgegangenen Herut-Partei Menachem Begins fanden, und jetzt &#8211; wie Au\u00dfenminister Schamir &#8211; zum Establishment des regierenden Likud-Blocks geh\u00f6ren) rechtfertigen heute die Kontakte zu Nazi-Deutschtand damit, da\u00df das Ausma\u00df der Judenvernichtung erst Ende 1942 bekanntgeworden sei. Nach diesem Zeitpunkt habe man keine Angebote mehr gemacht. Ausschlaggebend f\u00fcr das Ende der Kontakte durfte jedoch eher sein, da\u00df die Nazis kein Interesse an den LEHI-Offerten zeigten, und da\u00df zum anderen die LEHI-Aktivit\u00e4ten mit der Erschie\u00dfung Abraham Sterns durch die britische Polizei (Anfang 1942) vorl\u00e4ufig zum Erliegen kamen, w\u00e4hrend die Irgun vor\u00fcbergehend mit den Engl\u00e4ndern kooperierte.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref99\">[99]<\/a> David Ben Gurion, &#8222;Rebirth and Destiny of Israel&#8220; (New York 1954), p.41.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref100\">[100]<\/a> Christopher Sykes, &#8222;Crossroads to lsrael&#8220;(London 1965).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref101\">[101]<\/a> Siehe Kurt P\u00e4tzold, op. cit. (Anm. 38), Seite 77.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref102\">[102]<\/a> &#8222;Chaluzisch&#8220; steht hier f\u00fcr zionistisch-auswanderungswillig.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref103\">[103]<\/a> J\u00dcDISCHE RUNDSCHAU, 30. August 1932.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref104\">[104]<\/a> Ball-Kaduri, op. cit. (Anm. 3), Seite 396.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref105\">[105]<\/a> Zitiert nach &#8222;Kennzeichen J&#8220;, op. cit. (Anm. 39), Seite 105.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref106\">[106]<\/a> Chaim Weizmann, &#8222;Reden und Aufs\u00e4tze&#8220;, (Berlin 1937), Seite 259.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polkehn, Klaus (Klartexte 9, Freiburg 1987) Die erstmalige Ver\u00f6ffentlichung der deutschen Originalversion erfolgt mit freundlicher Unterst\u00fctzung des Autors,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,7,5],"tags":[34,18,33],"class_list":["post-233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichte-und-theorie","category-international","category-kampagnen","tag-faschismus","tag-imperialismus","tag-zionismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=233"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":236,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions\/236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}