{"id":16312,"date":"2026-06-03T16:08:53","date_gmt":"2026-06-03T14:08:53","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16312"},"modified":"2026-06-03T16:08:54","modified_gmt":"2026-06-03T14:08:54","slug":"ist-das-trump-regime-faschistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/?p=16312","title":{"rendered":"Ist das Trump-Regime faschistisch?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Lisa Hasenbichler.<\/em> <strong>Angesichts dessen, dass sich das Trump-Regime seit der 2. Amtszeit deutlich radikalisiert und dieser Definition angen\u00e4hert hat, wird es an der Zeit neu zu evaluieren, was die Trump-Regierung schon jetzt mit faschistischen Regimes gemein haben und welche Entwicklungen sie endg\u00fcltig in die faschistische Diktatur f\u00fchren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn ein ICE-Agent durch die Stra\u00dfen von Minneapolis streunert, um Nachbarschaften zu terrorisieren, kann es ihm passieren, dass ihn ein Passant mit \u201eShame on you, Gestapo!\u201c beleidigt. Mit jedem Tag scheint sich die politische Lage in den USA zu verdunkeln: das Regime startet illegale Angriffskriege, beschneidet Frauen, LGBTQ+ und Arbeiter*innenrechte und f\u00fchrt seinen Rassismus bis in die menschenfeindlichsten Zellen der Gef\u00e4ngnisse von El Salvador. Seit Jahren wird darum die Debatte gef\u00fchrt: Ist das Faschismus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Definition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<strong><em>In marxistischer Tradition\u201d<\/em><\/strong><em>,<\/em> so der IST-Theoretiker Alex Callinicos: <strong><em>\u201ewird Faschismus als Massenbewegung der unteren Mittelklassen verstanden, die durch eine pseudo-revolution\u00e4re Ideologie zusammengehalten wird. Er beansprucht die Macht der organisierten Arbeiter*innenklasse zu vernichten und nach au\u00dfen zu expandieren.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rechtsextreme Ideologie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong><em>\u201eGreat Replacement Theory\u201c, <\/em><\/strong>eine rechtsextreme Verschw\u00f6rungstheorie, der zufolge die wei\u00dfe Mehrheitsbev\u00f6lkerung gezielt mit Muslim*innen \u201eausgetauscht\u201c werden sollte, ist inzwischen tief in der DNA der <strong><em>Republikanischen Partei<\/em><\/strong> verankert. <a href=\"https:\/\/linkswende.org\/trump-und-die-neue-maga-rechte\/\">Trump<\/a> verk\u00fcndete auch mehrmals, er w\u00fcrde das US-Milit\u00e4r im eigenen Land einsetzen um \u201eden Feind im Inneren\u201c zu bek\u00e4mpfen, den er als \u201elinksradikale Wahnsinnige\u201c beschrieb. Seit der Wahl 2024 ist das Konzept der \u201eRemigration\u201c US-amerikanische Staatsdoktrin \u2013 das neurechte Projekt, das entscheidend vom F\u00fchrer der \u00f6sterreichischen Identit\u00e4ren Martin Sellner gepr\u00e4gt wurde, will Migrant*innen unabh\u00e4ngig von ihrer Staatsb\u00fcrgerschaft in Massen abschieben. Ideologisch ist der rechts\u00e4u\u00dferste Rand zweifellos im Wei\u00dfen Haus angekommen. Dazu haben die meisten Personen in Trumps innerem Kreis, keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste, sich selbst in die Tradition des historischen Faschismus zu stellen. Ein diesbez\u00fcglicher Schockmoment war, als Elon Musk Trumps zweite Angelobung mit einem \u201ewahrscheinlichen\u201c Hitlergru\u00df zelebrierte. Dem steht auch der ehemalige Oberbefehlshaber der <strong><em>United States Border Patrol<\/em><\/strong> Gregory Bovino um nichts nach, der, w\u00e4hrend er Deportationen \u00fcberwachte, leger in einem Mantel im SS-Look posierte. Bovino war im letzten Sommer Einsatzleiter einer Massen-Razzia gegen Migrant:innen in Los Angeles, bei denen seine Truppen Autoscheiben zertr\u00fcmmerten, in H\u00e4user einbrachen, berittene Patrouillen entsandte und Tausende Verhaftete. Der Versuch Faschismus allein an ideologischen Grundpfeilern festzumachen, sto\u00dft jedoch schnell an seine Grenzen. Zum einen ist rechtsextreme Ideologie diffus, widerspr\u00fcchlich und in unz\u00e4hlige Lager gespalten, zum anderen zeichnete sich der historische Faschismus gerade durch ideologische Flexibilit\u00e4t aus: beispielsweise spielte der biologistische Rassismus in Mussolinis Regime bis zur Verbr\u00fcderung mit Nazi-Deutschland eine untergeordnete Rolle. Im spanischen <strong><em>Francismus <\/em><\/strong>wiederum nahm Religion und die Institutionen der katholischen Kirche eine zentrale Rolle ein. Robert Paxton, der wohl bekannteste US-Amerikanische Faschismusforscher, schl\u00e4gt darum vor, man m\u00fcsse Faschismus nicht an seinen Ideen, sondern an seinen Aktionen bemessen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Feind der Arbeiter*innenklasse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine Diktatur, kein Kapitalist, kein Konservatismus geht so rabiat gegen die Arbeiter*innenbewegung vor wie der Faschismus \u2013 dabei tut es nichts zur Sache, ob die angegriffenen Organisationen revolution\u00e4r oder reaktion\u00e4r eingestellt sind. Der Faschismus zielt auf die Aufl\u00f6sung der Klassenidentifikation, durch Vernichtung ihrer s\u00e4mtlichen Ausdrucksformen. Der Bolschewik Leo Trotzki kommt in den 1930er Jahren im Exil zu einer erstaunlich akkuraten Prognose, wie sich der Faschismus in Deutschland entwickeln wird. 1932 schreibt er in <strong><em>Was nun?<\/em><\/strong>: <strong><em>\u201eDer Faschismus ist nicht einfach ein System von Repressionen, Gewalttaten, Polizeiterror. Der Faschismus ist ein besonderes Staatssystem, begr\u00fcndet auf der Ausrottung aller Elemente proletarischer Demokratie in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. [\u2026] Dazu ist die physische Ausrottung der revolution\u00e4rsten Arbeiterschicht ungen\u00fcgend. Es hei\u00dft, alle selbst\u00e4ndigen und freiwilligen Organisationen zu zertr\u00fcmmern, alle St\u00fctzpunkte des Proletariats zu zerst\u00f6ren und die Ergebnisse eines dreiviertel Jahrhundert Arbeit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften zu vernichten.\u201c<\/em><\/strong> Die Ausschaltung der politischen Opposition und Gewerkschaften, sowie die Masseninternierungen von Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen erfolgte in faschistischen Regimes meist binnen weniger Monate nach der Machtergreifung. Ohne Frage f\u00fchrt Trump einen erbitterten Krieg gegen Arbeiter*innen und Linke. Die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/trump-steuergesetz-kongress-100.html\">\u201eBig Beautiful Bill\u201c<\/a>, Trumps Flagship-Gesetz zu Steuer- und Ausgaben, f\u00fchrt eine massive Reichtums-Umverteilung von unten nach oben durch. Unternehmen und reichen Erb*innen wurde die Steuerlast abgenommen, \u00f6ffentliche Gelder gleichzeitig in Milit\u00e4r und Grenzkontrollen gepumpt, daf\u00fcr wird nun aber bei Gesundheitsprogrammen, Lebensmittelhilfen, Umweltschutz und Bildung einspart. Die K\u00fcrzungen werden flankiert von massiven Angriffen auf <a href=\"https:\/\/www.mitbestimmung.de\/html\/trump-attacks-workers-and-the-labor-7960.html\">Arbeiter*innenrechte<\/a> und Gewerkschaften. Seit der zweiten Amtszeit werden auch gezielt politische Dissidenten, vor allem internationale pro-pal\u00e4stinensische Studierende, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Visa_and_deportation_controversies_in_the_second_Trump_administration\">mit Deportationen bedroht<\/a>. Die Attacken bewegen sich aber immer noch innerhalb dessen, was eine parlamentarische Demokratie im Kapitalismus erm\u00f6glicht. Im Unterschied zu einer faschistischen Diktatur wird nicht jede Organisationsform von Arbeiter*innen \u2013 sei dies eine linksliberale Partei, eine linke Gruppe oder eine Gewerkschaft \u2013 sofort gewaltsam aufgel\u00f6st und verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Volksk\u00f6rperdenken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Faschismus ist die <strong><em>\u201eKonterrevolution im Gewand der Revolution\u201c<\/em>: <\/strong>Konterrevolution\u00e4r ist er als Schl\u00e4chter der Arbeiter*innenbewegung, doch der Faschismus ist nicht konservativ. Vielmehr wurzelt er in dem Versprechen der totalen \u00dcberwindung der herrschenden Verh\u00e4ltnisse \u2013 einer \u201eErneuerung durch S\u00e4uberung\u201c. Dieser rechtsextreme Wunschtraum ist es, der, bis zu seinem Ende getrieben, seine eskalativste Gewaltspirale hervorbringt. Je l\u00e4nger ein faschistisches Regime seine imaginierte Erneuerung der Gesellschaft nicht erf\u00fcllen kann, desto heftiger fokussiert es darauf, alle Menschen zu vernichten, die es f\u00fcr sein Projekt als \u201esch\u00e4dlich\u201c ansieht. Die Volksgemeinschaft wird als Einheit betrachtet, in denen Klassengegens\u00e4tze aufgel\u00f6st sind und die gegen \u201e\u00e4u\u00dfere und innere Feinde\u201c gesch\u00fctzt werden m\u00fcsse. Diesen Kernbestand faschistischer Ideologie \u2013 die Mystifizierung der Bev\u00f6lkerung zum Volksk\u00f6rper \u2013 sieht Paxton im Trumpismus nicht erf\u00fcllt: <strong><em>\u201eDie ersten Faschisten versprachen nationale Schw\u00e4che und Niedergang zu \u00fcberwinden, indem sie die Interessen Einzelner, jenen der Gemeinschaft unterordnen. Trump und sein Umfeld hingegen unterwerfen gesellschaftliche Interessen, immer wieder denen von Einzelpersonen.\u201c <\/em><\/strong>Obwohl Trump in Wahlk\u00e4mpfen mit \u201eAmerica First\u201c und \u201eMake America Great Again\u201c antritt, bleibt in seiner politischen Praxis vom kollektiven amerikanischen Traum nicht viel \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aufbau einer faschistischen Bewegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der historische Faschismus entwickelte sich vor dem Szenebild eines zur schlimmsten Fratze entstellten Kapitalismus. Der Weltkrieg hatte seine Furchen in Europa gezogen und die wirtschaftlichen Krisen der Zwischenkriegszeit pulverisierten die \u00f6konomische Grundlage des Kleinb\u00fcrgertums, sodass von diesem nicht viel mehr blieb als \u201emenschlicher Staub\u201c \u2013 weder verf\u00fcgten sie \u00fcber genug finanzielle Mittel, um die Welt nach ihren Interessen zu formen, wie die Klasse der Gro\u00dfkapitalisten, noch hatten sie die Kraft der organisierten Arbeiter*innenklasse, die durch kollektive Streiks, die Wirtschaft lahmlegen konnte. Der Faschismus, als die knallharte ideologische Idee von der Aufl\u00f6sung der Klassengesellschaft im Volksk\u00f6per, kam in dieser historischen Phase mit zwei Angeboten: Einem Angebot an die herrschende Klasse, die organisierte Arbeiter*innenbewegung, die gerade allerorts die Muskeln spielen lie\u00df, zu ersticken \u2013 ohne R\u00fccksicht auf b\u00fcrgerliches Recht und moralische Dogmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und einem Angebot an die Mittelklassen: Schnelle Aufstiegschancen in einer parteilichen und rassistischen Hierarchie, sich erm\u00e4chtigt f\u00fchlen, als Teil eines gro\u00dfen Ganzen, und nat\u00fcrlich: die Erlaubnis zur Gewaltaus\u00fcbung. In diesem Sinn wurden die Radikalisierung und Enthemmungen des Faschismus ganz entscheidend von unten, aus der Basis, vorangetrieben. Auch Paxton stellte fest: <strong><em>\u201eSich auf F\u00fchrer zu konzentrieren, ist eine Ablenkung, wenn man \u00fcber den Faschismus spricht\u201c<\/em><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hat Trump Terrormilizen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bezug auf Trump stellt sich somit die Frage: hat sich seine Anh\u00e4ngerschaft zu einer geeinten Bewegung verbr\u00fcdert, die die Macht im Staat \u00fcbernehmen will und bereit ist daf\u00fcr Gewalt einzusetzen? Am n\u00e4chsten an eine solche Bewegung, kam der Trumpismus wohl am 6. J\u00e4nner 2021, beim Sturm auf das Kapitol in Washington.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen l\u00e4sst sich aber klar sagen, dass die Dynamik der Trump-Unterdr\u00fcckung nicht prim\u00e4r von unten ausgeht: was Trump vor allem fehlt, ist das stramme Korps einer eigenst\u00e4ndigen und landesweiten Stra\u00dfenschl\u00e4gerbande, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die \u00c4ra des Faschismus einl\u00e4utete. Mussolini hatte mit den Schwarzhemden, Hitler mit der SA und Franco mit der Falange parteieigene paramilit\u00e4rische Bewegungen, die das Terrorregime im Alltag errichteten, noch bevor es zur Machtergreifung kam. Der Journalist Bob Dreyfuss verweist in <a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/society\/donald-trump-squadristi-nazis\/\">The Nation<\/a> darauf, das Trump von paramilit\u00e4risch-organisierten Rechtsextremen wie den <strong><em>Proud-Boys<\/em><\/strong>, den <strong><em>Oath Keepers<\/em><\/strong> und den <strong><em>Three Percenters<\/em><\/strong> unterst\u00fctzt wird \u2013 einer Formierung dieser Gruppierungen zu einer geeinten Bewegung zeichnet sich allerdings noch nicht ab. In einer neueren <a href=\"https:\/\/socialistworker.co.uk\/alex-callinicos\/is-the-united-states-turning-to-fascism\">Auseinandersetzung<\/a> mit dem Trump-Regime \u00f6ffnet Callinicos die Frage, ob ICE als staatliche Organisation diese paramilit\u00e4rische Bewegung nicht substituieren k\u00f6nnte. Nicht nur ist ICE durch die extreme Subventionierung mit 28 Milliarden Dollar j\u00e4hrlich zur gr\u00f6\u00dften Strafverfolgungsbeh\u00f6rde des Landes geworden (von nur 15 L\u00e4ndern der Welt hat das staatliche Milit\u00e4r ein gr\u00f6\u00dferes Budget als ICE), die Organisation, ebenso wie die <strong><em>Custom Border Protection<\/em><\/strong>, w\u00fcrde zunehmend durch rechtsextremistische Einstellungen von unten vorangetrieben, die sich \u00fcber den Gewerkschaftsapparat organisierte. Die On-Duty Gewaltexzesse, das vermummte Auftreten, ihr Stolz, wenn sie Angst verbreiten, zeigen uns, dass sich die ICE-Beamten zweifellos f\u00fchlen, wie eine moderne SA oder Gestapo. Noch zeigt sich jedoch, dass sie rein quantitativ nicht in der Lage sind, die USA zu dominieren, schlie\u00dflich scheitern sie schon allein in einer Stadt \u2013 Minneapolis \u2013 am Widerstand der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Machtergreifung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie errichten Faschisten den Faschismus? Wie wir mit Meloni in Italien gesehen haben, aber auch in \u00d6sterreich, wo die FP\u00d6 mehrmals mit der \u00d6VP koalierte, ist die Errichtung einer faschistischen Diktatur keinesfalls ab dem Zeitpunkt der Regierungsbeteiligung ein Selbstl\u00e4ufer. Auch Faschisten m\u00fcssen sich die Bedingungen, unter denen sie erfolgreich sein k\u00f6nnen, erst schaffen: Ummodelierung des Staatsapparates, Unterwanderung der Institutionen, Aufbau einer faschistischen Stra\u00dfenbewegung. Dass Trump w\u00e4hrend seiner Amtszeit die Demokratie noch nicht ausgeschaltet hat, macht ihn keinesfalls zum Demokraten, auch Hitler, Dollfu\u00df und Mussolini waren Regierungschefs, bevor sie unter Ausnutzung bestehender Rechtsmittel ihre Diktaturen errichteten \u2013 bei Mussolini zog sich dieser Prozess sogar \u00fcber viele Jahre. Trump und sein Umfeld haben bereits tausendfach direkt gesagt, dass sie bereit sind, die demokratischen Regulationen auszuschalten, um ihre Herrschaft fortzuf\u00fchren, so etwa Steve Bannon: <strong><em>\u201eEr (Trump) wird eine dritte Amtszeit bekommen. Und die Leute sollten sich einfach damit abfinden\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einladung vom Kapital<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine zentrale Erkenntnis marxistischer Faschismustheorien ist auch, dass keiner der historischen Faschismen die Macht durch eine Wahl oder einen erfolgreichen Putsch erlangte, wie sie sich selbst oft inszenierten. Vielmehr war ein entscheidender Faktor das Teile der herrschenden Klassen im Faschismus ein Bollwerk gegen die Arbeiter*innenklasse erkannten \u2013 und den Faschismus somit in Machtpositionen einlud. Wie aber verh\u00e4lt es sich damit im 21. Jahrhundert, wo die Arbeiter*innenbewegung viel weniger bedrohlich ist als in den 1920er Jahren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paxton definierte die Entwicklung faschistischer Bewegungen in f\u00fcnf Phasen: 1. Das Entstehen einer Bewegung, 2. Ihre Verankerung im politischen System 3. Machtergreifung 4. Machtaus\u00fcbung 5. Die lange Phase, in der ein faschistisches System sich entweder radikalisiert oder diffus wird. Paxton schreibt weiter: <strong><em>\u201eObwohl jede Stufe Voraussetzung f\u00fcr die n\u00e4chste ist, muss eine faschistische Bewegung nicht unbedingt alle Stufen durchlaufen oder sich sogar nur in eine Richtung bewegen.\u201c<\/em><\/strong> Wenn sich das Trump-Regime in Richtung Faschismus entwickelt, beobachten wir auf jeden Fall eine andere Chronologie als die von Paxton dargelegte. Der Trumpismus ist zuerst im politischen System verankert, bevor sich eine faschistische Bewegung formiert \u2013 und, noch wichtiger: er entstand aus der <strong><em>Republikanischen Partei<\/em><\/strong> heraus anstatt unabh\u00e4ngig vom Establishment. Obwohl hier ein klarer Unterschied zur Entwicklung des historischen Faschismus erkennbar wird, stellt sich die Frage, ob das nicht die im 21. Jahrhundert logische Abfolge ist: dadurch, dass die Bewegung im politischen System bereits verankert ist, muss sie nicht erst von den bestehenden Herrschern \u201ehereingebeten\u201c werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Weg in den Faschismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Trump-Regime erf\u00fcllt manche Kennzeichen einer faschistischen Bewegung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Es gr\u00fcndet in einer rechtsextremen Ideologie durchk\u00e4mmt von Verschw\u00f6rungstheorien, Antilinken- und rassistischen Ressentiments<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Mit ICE und CBP werden eigene Milizen aufgebaut, die stark ideologisch getrieben sind, einen Freibrief f\u00fcr Gewalt haben und in denen die Dynamik stark von unten ausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Trump und sein Umfeld sind bereit, die demokratischen Strukturen auszuschalten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">4. Fehlende Erfolge des Regimes werden durch immer h\u00e4rtere Repressionen gegen zu \u201e\u00e4u\u00dferen und inneren Feinden\u201c konstruierte Menschen kompensiert<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5. Die Au\u00dfenpolitik ist von beliebiger und selbst\u00fcbersch\u00e4tzender imperialistischer Aggression gekennzeichnet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den Trumpismus noch am st\u00e4rksten davon trennt, faschistisch zu sein, ist, dass er als Massenbewegung nicht verankert ist. Damit verbunden ist auch die starke Mystifizierung des Volkes zu einer einheitlichem und allem \u00fcbergeordneten \u201eK\u00f6rperschaft\u201c, die so kennzeichnend war f\u00fcr des historischen Faschismus und die in einem so starken Kontrast steht zur Trumpschen Politik f\u00fcr die Kapitalisten am Machttrog und Einzelinteressen. Gleichzeitig m\u00fcssen wir uns fragen, ob heute, wo \u201ePolitik als Massenbewegung\u201c allgemein stagniert, der Faschismus nicht zwangsweise andere Formen annehmen wird. Abgesehen von dieser theoretischen Auseinandersetzung, steht au\u00dfer Frage, dass das Trump-Regime eine rechtsextreme Bestialit\u00e4t darstellt, die mit allen Anstrengungen bek\u00e4mpft werden muss \u2013 wir stehen auf der Seite von allen die Trump einen Faschisten nennen, um genau das zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>#Titelbild: Sturm aufs Kapitol vom 6. Januar 2021<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/linkswende.org\/ist-das-trump-regime-faschistisch\/\"><em>linkswende.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. Juni 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lisa Hasenbichler. Angesichts dessen, dass sich das Trump-Regime seit der 2. 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