{"id":14464,"date":"2024-05-06T17:08:01","date_gmt":"2024-05-06T15:08:01","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=14464"},"modified":"2024-05-06T17:08:02","modified_gmt":"2024-05-06T15:08:02","slug":"die-arbeiterklasse-in-myanmar-kaempft-um-ihre-rechte-gegen-die-junta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/backup.maulwuerfe.ch\/?p=14464","title":{"rendered":"Die Arbeiterklasse in Myanmar k\u00e4mpft um ihre Rechte gegen die Junta"},"content":{"rendered":"<p><em>Dossier. <\/em>Die Gewerkschaften von Myanmar k\u00e4mpfen f\u00fcr die Arbeitsrechte der Arbeitnehmer, die an der Spitze der Civil Disobedience Movement (CDM) standen und fordern von internationalen Marken die Einhaltung der Richtlinien zur Vereinigungsfreiheit (FOA), Teil der ACT-Initiative (Aktion, Zusammenarbeit, Transformation des existenzsichernden Lohns). Die Industrial Workes Federation of Myanmar<!--more--> (IWFM) setzt die deutsche Supermarktkatte Lidl (ATC Mitglied) unter Druck, Verantwortung f\u00fcr das Union Busting in Sung Bo zu \u00fcbernehmen, wo 135 Arbeiter entlassen wurden, nachdem sie am CMD teilgenommen hatten. (\u2026) dr\u00e4ngt die IWFM die Act-Mitglieder weiterhin, Einfluss geltend zu machen, u.A. um die Arbeitsvertr\u00e4ge w\u00e4hrend des Umbruchs durch den Staatsstreich zu gew\u00e4hrleisten\u2026 So die Zusammenfassung der (englischen) <a href=\"http:\/\/www.laboursolidarity.org\/Myanmar-trade-unions-fighting-to?lang=en\">Meldung vom 23. April 2021 beim International Labour Network of Solidarity and Struggles<\/a>. Siehe hier weitere Informationen und Soli-Erkl\u00e4rungen zum Kampf um Arbeitnehmerrechte trotz des Milit\u00e4rputsches:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Myanmar: Gewerkschafter Thet Hnin Aung, Generalsekret\u00e4r der Gewerkschaft MICS TUsF, willk\u00fcrlich inhaftiert \u2013 Protest-Brief-Kampagne von ai <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201e<em>Der Gewerkschaftsf\u00fchrer Thet Hnin Aung verb\u00fc\u00dft eine siebenj\u00e4hrige Haftstrafe mit Zwangsarbeit, zu der er in einem geheimen Verfahren verurteilt wurde, nachdem er im Juni 2023 dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen war. Damals wurde er an dem Tag, an dem er nach zwei Jahren Haft eigentlich aus dem Gef\u00e4ngnis h\u00e4tte entlassen werden sollen, erneut festgenommen und an einen geheimen Ort gebracht. Thet Hnin Aung hat gesundheitliche Probleme und muss t\u00e4glich Medikamente einnehmen. Er ist in gro\u00dfer Gefahr, da er bereits w\u00e4hrend seiner fr\u00fcheren Inhaftierung Folter und andere Misshandlungen erlitten hat. Er muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden. (\u2026)<br \/>\nThet Hnin Aung ist Generalsekret\u00e4r der Gewerkschaft MICS TUsF, die sich f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen der Besch\u00e4ftigten in Myanmar einsetzt. Im Jahr 2021 wurde er auf Grundlage seiner aktiven Teilnahme an der Bewegung des zivilen Ungehorsams wegen Versto\u00dfes gegen Paragraf 17\/1 des \u201eGesetzes \u00fcber rechtswidrige Vereinigungen\u201c angeklagt. Er wurde zu einer zweij\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt, die er im Insein-Gef\u00e4ngnis in Rangun und im Zaymathwe-Gef\u00e4ngnis im Mon-Staat verb\u00fc\u00dfte. Am Tag seiner Haftentlassung, dem 26. Juni 2023, wurde er jedoch von Streitkr\u00e4ften abgef\u00fchrt. Nach f\u00fcnf Monaten durfte Thet Hnin Aung im November 2023 endlich Kontakt zu seiner Familie aufnehmen, die ihn daraufhin im Insein-Gef\u00e4ngnis in Rangun besuchen konnte. Seine Familienangeh\u00f6rigen konnten nicht herausfinden, wo er zuvor festgehalten worden war. Er wies sichtbare Anzeichen von Folter und anderen Misshandlungen auf. In der Zeit seines Verschwindenlassens wurde Thet Hnin Aung in einem Verfahren vor einem Milit\u00e4rgericht verurteilt, bei dem er weder anwesend war, noch durch einen Rechtsbeistand vertreten wurde. Das Gericht verurteilte ihn gem\u00e4\u00df Paragraf 52a wegen einer terrorismusbezogenen Straftat zu der H\u00f6chststrafe von sieben Jahren Haft mit Zwangsarbeit \u2013 das erste Mal, dass ein Arbeitsrechtsaktivist eine derart hohe Strafe erhielt. Die Familie von Thet Hnin Aung macht sich Sorgen um seine Gesundheit. Seine gesundheitlichen Probleme sind unmittelbare Folgen der Folter und Misshandlungen, denen er w\u00e4hrend seiner fr\u00fcheren Inhaftierung ausgesetzt war<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/mitmachen\/urgent-action\/myanmar-gewerkschafter-willkuerlich-inhaftiert-2024-05-02\">Protest-Brief-Kampagne von ai vom 30. April 2024<\/a> \u2013 bitte abschicken bis 24.06.2024<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Internationale Gewerkschaften fordern energische Ma\u00dfnahmen der EU gegen die Zwangsrekrutierung von Soldaten in Myanmar \u2013 mit Daten von Angestellten<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>In einem gemeinsamen Schreiben an den Pr\u00e4sidenten der Europ\u00e4ischen Kommission und die Mitglieder der St\u00e4ndigen Vertretungen bei der EU fordern IndustriAll European trade union, UNI Europa, EG\u00d6D, EFBWW, EJF, EFFAT, ETF und EGB die EU-Mitgliedstaaten auf, sich f\u00fcr die Menschen in Myanmar einzusetzen, die bereits drei Jahre lang von der Milit\u00e4rjunta misshandelt wurden.<br \/>\nAm 10. Februar hat die Milit\u00e4rjunta von Myanmar angek\u00fcndigt, dass sie mit der Wehrpflicht beginnen wird. Wir, der EGB und industriAll European Trade Union, lehnen diese schockierende Ank\u00fcndigung strikt ab, und im Namen der ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaften in Myanmar und ihrer internationalen Gewerkschaftsvertretung fordern wir die EU-Mitgliedstaaten auf, sich so schnell wie m\u00f6glich auf dringende EU-Ma\u00dfnahmen zu einigen.\u00a0 Diese Ank\u00fcndigung gef\u00e4hrdet das Leben der ArbeitnehmerInnen und B\u00fcrgerInnen in Myanmar, die bereits seit \u00fcber drei Jahren unter der Schreckensherrschaft der Milit\u00e4rjunta leben, weiter. Die Berichte aus der Praxis sind alarmierend. Schon jetzt sind junge Arbeiter, die in Wohnheimen in der N\u00e4he der Industriegebiete oder in Familienh\u00e4usern in den gro\u00dfen St\u00e4dten und in den D\u00f6rfern leben, in Gefahr, vom Milit\u00e4r und den Milizen in allen D\u00f6rfern und St\u00e4dten entf\u00fchrt oder verhaftet zu werden. Insgesamt laufen mehr als 13 Millionen junge Menschen Gefahr, von den lokalen SAC-Beh\u00f6rden verschleppt zu werden, um als Tr\u00e4ger oder an vorderster Front im Kampf gegen die demokratischen Kr\u00e4fte, die f\u00fcr Demokratie und Menschenrechte k\u00e4mpfen, eingesetzt zu werden.<br \/>\nAngesichts von Berichten, wonach die Junta die Daten von Angestellten verwenden wird, um die Zielpersonen, M\u00e4nner im Alter von 18 bis 35 Jahren und Frauen im Alter von 18 bis 27 Jahren, zu identifizieren, ist dringender Handlungsbedarf gegeben, um die Verwendung der Daten von Angestellten zu stoppen und dar\u00fcber hinaus den gesamten Prozess zu stoppen und die Demokratie in Myanmar wiederherzustellen.<br \/>\nDiese neue Ank\u00fcndigung ist ein weiterer Beweis daf\u00fcr, dass die internationale Reaktion bisher bei weitem nicht ausreichend war und dass die Milit\u00e4rjunta ihren Missbrauch von Arbeitnehmern und B\u00fcrgern fortsetzen wird, ohne wirkliche Konsequenzen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Diese verzweifelte Situation muss ein Ende haben, und wir fordern die EU auf, die Misshandlung von Arbeitnehmern und B\u00fcrgern durch die Milit\u00e4rjunta, die auf Zwangsarbeit hinausl\u00e4uft, zu beenden<\/em>.\u201c engl. <a href=\"https:\/\/news.industriall-europe.eu\/Article\/1037\">Meldung vom 1.3.2024 bei industriAll<\/a> maschinen\u00fcbersetzt) zum <a href=\"https:\/\/www.industriall-europe.eu\/documents\/upload\/2024\/3\/638448821027902603_29022024_Lettter_Myanmar.pdf\">Offenen Brief<\/a>, siehe dazu auch:<\/li>\n<li><strong>\u00bbJunge Menschen haben Angst, zwangsrekrutiert zu werden\u00ab. Interview \u00fcber den Widerstand gegen die Milit\u00e4rjunta in Myanmar<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Auch drei Jahre nach dem Putsch in Myanmar gibt es weiterhin eine starke Opposition gegen die Milit\u00e4rjunta. Anfang Februar erlie\u00df das Regime ein neues Gesetz \u00fcber die Wehrpflicht. Dar\u00fcber was das f\u00fcr den Widerstand bedeutet sprachen wir mit Nyein Chan May, Mitbegr\u00fcnderin und Vorstandsmitglied des Vereins German Solidarity with Myanmar<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.iz3w.org\/artikel\/militaerjunta-myanmar-wehrpflicht-aktuell-flucht-widerstand\">Interview von Annalena Eble und Julia Reiff vom 02.03.2024 bei iz3w<\/a><\/li>\n<li><strong>ArbeiterInnen in der Fabrik von Very Impressive Prospect (VIP) in Myanmar berichten \u00fcber die Zerschlagung von Gewerkschaften und Unterdr\u00fcckung<br \/>\n<\/strong>\u201e\u2026 <em>Bericht der Arbeiter vor Ort:<br \/>\n\u2013 Gewerkschaftsfeindlichkeit! Arbeiter, die in der Gewerkschaft aktiv sind, erhalten weniger Bonuszahlungen. Die Fabrikleitung behauptet, dass es in ihrer Fabrik keine Gewerkschaft gibt. Besch\u00e4ftigte, die es wagen, noch aktive Gewerkschaftsmitglieder anzusprechen, werden bedroht.<br \/>\n\u2013 Freie Tage werden verweigert! Antr\u00e4ge auf gesetzlichen Urlaub werden nicht bewilligt. Auch medizinischer Urlaub wird den Arbeitnehmern verweigert. Diejenigen, die berechtigten Urlaub beantragen, werden unter Druck gesetzt, Abmahnungen zu unterschreiben. Nach vier Abmahnungen wird der Arbeitnehmer entlassen.<br \/>\n\u2013 Fehlende Sicherheitsma\u00dfnahmen! H\u00e4ufige Arbeitsunf\u00e4lle. Es kommt zu Unf\u00e4llen mit den Maschinen, die zu Knochenbr\u00fcchen f\u00fchren. Aber auch allergische Reaktionen aufgrund von Staub und giftigen D\u00e4mpfen in der Schleifabteilung sind ein Problem. Erforderliche Schutzkleidung und Salben sind kaum vorhanden. Auch der Bestand an medizinischer Ausr\u00fcstung ist unzureichend.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sind die Besch\u00e4ftigten in der Gie\u00dferei gef\u00e4hrlichen Chemikalien ausgesetzt. Die Arbeiter werden angewiesen, die Formen mit MEK (Butanon) zu waschen, und f\u00fchlen sich unwohl (Hitzegef\u00fchl im Bauch, Schwindelgef\u00fchl), wenn sie es verwenden<\/em>\u2026\u201c engl. umfangreicher <a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/2024\/02\/23\/vip-union-busting\/\">Bericht vom 23. Februar 2024 bei Globalmayday<\/a> (maschinen\u00fcbersetzt) und darin die Grundinfos:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Unternehmen: Very Impressive Prospect Co, Ltd (VIP)<\/li>\n<li>Standort: Shwe Pyi Thar Industriezone 3, Region Yangon (Myanmar)<\/li>\n<li>Zahl der Besch\u00e4ftigten: 2 800<\/li>\n<li>Produkt: Sportausr\u00fcstung<\/li>\n<li>Verst\u00f6\u00dfe: Gewerkschaftsfeindlichkeit, mangelnde Sicherheit am Arbeitsplatz<\/li>\n<li>Marken: Beistegui Hermanos S.A. (BH, Fahrr\u00e4der, Spanien), FIV Edoardo Bianchi S.p.A. (Bianchi, Fahrr\u00e4der, Italien), Wilson Sporting Goods Company (USA), unter anderem.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Workers\u2019 Rights, not for Sale! <\/strong><strong>R\u00fccknahme der FSC-Zertifizierung im von der Milit\u00e4rjunta regierten Myanmar!<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die Bau- und Holzarbeiter-Internationale (BHI) und LabourStart rufen Sie dringend dazu auf, sich uns anzuschlie\u00dfen und zu fordern, dass der Forest Stewardship Council (FSC) seine in h\u00f6chstem Ma\u00dfe fehlerhafte Entscheidung r\u00fcckg\u00e4ngig macht, die Chain-of-Custody-Zertifikate aufrechtzuerhalten und die FSC-Zertifizierungssysteme in Myanmar unter der Milit\u00e4rjunta aufrecht zu erhalten. Trotz der Verhaftung von mehr als 26.000 Dissidenten durch das Milit\u00e4rregime und der tragischen Ermordung von etwa 400 Gewerkschaftern, darunter sieben Mitglieder der Confederation of Trade Unions of Myanmar (CTUM), haben sich der internationale Vorstand des FSC und sein Sekretariat schockierenderweise dazu entschlossen, an der Zertifizierung festzuhalten. Diese abscheulichen Handlungen gegen die unabh\u00e4ngige und demokratische Gewerkschaftsbewegung in Myanmar wurden ausf\u00fchrlich dokumentiert und durch den Bericht der IAO-Untersuchungskommission best\u00e4tigt. Die Entscheidung des FSC, die Zertifizierung angesichts dieser Gr\u00e4ueltaten fortzusetzen, ist nicht nur absurd, sondern auch unverantwortlich. Schlie\u00dfen Sie sich in unersch\u00fctterlicher Solidarit\u00e4t mit den Arbeitnehmern und Gewerkschaften in Myanmar unserer Aufforderung an den FSC an, sein Zertifizierungssystem angesichts der repressiven Herrschaft der Milit\u00e4rjunta unverz\u00fcglich zur\u00fcckzunehmen. Die Rechte der Arbeitnehmer sind nicht k\u00e4uflich, und es ist wichtig, sich diesem dringenden Appell f\u00fcr Gerechtigkeit und faire Behandlung anzuschlie\u00dfen<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/www.labourstartcampaigns.net\/show_campaign.cgi?c=5374\">Kampagne auf LabourStart<\/a>, gestartet am 19.12.2023 von Bau- und Holzarbeiter-Internationale (BWI) zum Mitzeichnen<\/li>\n<li><strong>[Gewalt, Drohungen, Druck gegen Arbeiterinnen] Nach Panorama- und \u201eFlip\u201c-Recherche: Lidl zieht sich aus Myanmar zur\u00fcck, ungern und schrittweise<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Lidl deklariert Textilien, die in der Milit\u00e4rdiktatur Myanmar produziert wurden, als besonders nachhaltig und fair und nutzt dazu das staatliche Textilsiegel \u201eGr\u00fcner Knopf\u201c. Panorama und <\/em><a href=\"https:\/\/letsflip.de\/lidl-rueckzug-myanmar\/\"><em>\u201eFlip\u201c<\/em><\/a><em> sind der Spur eines Lidl-Kleids f\u00fcr 8,99 Euro gefolgt. Arbeiterinnen und Gewerkschafterinnen aus Lidl-Fabriken berichten von Ausbeutung, Drohungen und Gewalt. Konfrontiert mit den Recherchen hat der Discounter nun angek\u00fcndigt, sich bis 2025 aus dem Verkauf von Textilien zur\u00fcckzuziehen, die in Myanmar produziert werden. (\u2026) Eines der von Lidl so offensiv als nachhaltig und fair beworbenen Kleidungsst\u00fccke ist ein Kleid der Eigenmarke Esmara. Es wurde im Juli in deutschen M\u00e4rkten des Discounters und online f\u00fcr 8,99 Euro verkauft. Tats\u00e4chlich wurde es mit dem \u201eGr\u00fcnen Knopf\u201c ausgezeichnet, dem staatlichen Textilsiegel der Bundesregierung f\u00fcr besonders sozial und \u00f6kologisch produzierte Kleidung. Eingef\u00fchrt wurde es 2019 vom ehemaligen Bundesentwicklungsminister Gerd M\u00fcller (CSU) als Reaktion auf das bisher gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck in der Geschichte der Textilindustrie, den Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch mit mehr als 1.000 Toten. Aktuell verantwortet Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) den \u201eGr\u00fcnen Knopf\u201c.<br \/>\n<strong>Nachhaltig produzieren in Myanmar?<br \/>\n<\/strong>Dem Etikett zufolge wurde das \u201enachhaltige\u201c Lidl-Kleid in Myanmar hergestellt, einem Land, in dem seit dem Putsch 2021 eine Milit\u00e4rdiktatur herrscht und aus dem es zahlreiche Berichte \u00fcber die gewaltsame Niederschlagung von Protesten gibt. Zudem werden immer wieder massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in Textilfabriken dokumentiert. Wie das mit Lidls Nachhaltigkeitsversprechen und einer Auszeichnung mit dem \u201eGr\u00fcnen Knopf\u201c zusammenpassen soll, haben Panorama und das Medien-Startup \u201eFlip\u201c \u00fcber Monate recherchiert. Sie konnten zeigen, dass es bei Lieferanten von Lidl-Kleidung in Myanmar wiederholt zu Arbeits- und Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfen kommt.<br \/>\n<strong>Gewalt, Drohungen, Druck gegen Arbeiterinnen<br \/>\n<\/strong>Arbeiterinnen und Gewerkschafterinnen berichten von Ausbeutung, Drohungen und k\u00f6rperlicher Gewalt. Panorama und \u201eFlip\u201c konnten mit Hilfe von Exil-Gewerkschafterinnen und in Gespr\u00e4chen mit Arbeiterinnen die Situation in einigen der Lidl-Fabriken in Myanmar beleuchten. Die Arbeiterinnen und Arbeiter erheben schwere Vorw\u00fcrfe \u2013 von einbehaltenem Lohn \u00fcber Drohungen bis hin zu gewaltsamen \u00dcbergriffen. Au\u00dferdem w\u00fcrden Fabrikmanager dem Milit\u00e4r dabei helfen, Gewerkschaften zu unterdr\u00fccken. Eine Arbeiterin berichtet etwa: \u201eEs kommt zu k\u00f6rperlicher Gewalt gegen Gewerkschaftsf\u00fchrer am Arbeitsplatz, aber h\u00e4ufiger sind Drohungen, wenn jemand Gewerkschaftsf\u00fchrer ist.\u201c Arbeiterinnen berichteten auch, vor Kontrollen gen\u00f6tigt zu werden, nicht die Wahrheit \u00fcber die Arbeitsbedingungen zu sagen.<br \/>\n<strong>Andere Marken zogen sich aus Myanmar zur\u00fcck<br \/>\n<\/strong>K\u00fcrzlich stellten auch Sonderermittler der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in einem Bericht die systematische Verfolgung von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in Myanmar fest. Sie w\u00fcrden willk\u00fcrlich verhaftet, entf\u00fchrt, misshandelt, gefoltert und ermordet. Wegen dieser katastrophalen Menschenrechtslage haben Unternehmen wie der Zara-Mutterkonzern Inditex, C&amp;A, Tchibo und zuletzt auch H&amp;M ihre Lieferantenbeziehungen zu Myanmar beendet oder angek\u00fcndigt, dies zu tun.<br \/>\n<strong>Lidl wollte bleiben<br \/>\n<\/strong>Lidl aber lehnte das bisher ab. In einem im November ver\u00f6ffentlichten Fortschrittsbericht zum B\u00fcndnis f\u00fcr nachhaltige Textilien bekr\u00e4ftigt das Unternehmen, etwas kompliziert formuliert: \u201eWir haben uns und unsere Lieferanten verpflichtet, auch weiterhin keine Auftr\u00e4ge aus Myanmar zur\u00fcckzuziehen.\u201c Lidl f\u00fchrt in dem Fortschrittsbericht mehrfach die Initiative ACT an, um das eigene Bem\u00fchen um unternehmerische Sorgfalt zu untermauern. ACT ist ein Zusammenschluss gro\u00dfer Textilmarken und Gewerkschaften, der sich f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen einsetzt. Allerdings: ACT ist schon seit Dezember 2021 nicht mehr in Myanmar aktiv. Den R\u00fcckzug aus dem Land begr\u00fcndete ACT auf Nachfrage von Panorama und \u201eFlip\u201c damit, dass Gewerkschaften \u201eunter den gegebenen Umst\u00e4nden nicht l\u00e4nger in der Lage sind, frei zu arbeiten\u201c.<br \/>\n<strong>R\u00fcckzug in Etappen bis 2025<br \/>\n<\/strong>Mit den Rechercheergebnissen konfrontiert, teilt Lidl nun mit, sich bis 2025 aus dem Verkauf von Textilien zur\u00fcckzuziehen, die in Myanmar produziert wurden<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2023\/Nach-Panorama-Recherche-Lidl-zieht-sich-aus-Myanmar-zurueck,lidlmyanmar100.html\">Reportage vom 07.12.23 im NDR<\/a> von Karolin Arnold, Johannes Edelhoff, Jennifer Johnston, Milan Panek und Christian Salewski<\/li>\n<li>Siehe <a href=\"https:\/\/letsflip.de\/lidl-rueckzug-myanmar\/\">die \u201eFlip\u201c-Recherche<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>: <strong>Der wahre Preis des Lidl-Kleids<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Ein Lidl-Kleid f\u00fcr 8,99 Euro, angeblich fair und nachhaltig, ausgezeichnet mit dem staatlichen Textilsiegel \u201cGr\u00fcner Knopf\u201d. Recherchen von Flip und Panorama enth\u00fcllen die Bedingungen, unter denen Lidl in der Milit\u00e4rdiktatur Myanmar produziert<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Spendenaufruf: Gewerkschaftsf\u00f6deration FGWM in Myanmar braucht f\u00fcr ihre wichtige Arbeit unsere Unterst\u00fctzung<br \/>\n<\/strong>\u201e\u2026 <em>Ich wende mich an die Kolleginnen und Kollegen der internationalen Gewerkschaften, um sie um Hilfe zu bitten. Ich arbeite in der Bekleidungsindustrie und habe eine F\u00fchrungsrolle innerhalb der Gewerkschaft inne. Ich geh\u00f6re sowohl der Federation of General Workers (FGWM) als auch einer f\u00fchrenden Position in der Gewerkschaft einer Bekleidungsfabrik an. Diese Gewerkschaften haben aktiv gegen die Ausbeutung von Arbeitskr\u00e4ften gek\u00e4mpft und sich mit vereinten Kr\u00e4ften f\u00fcr die Rechte der Arbeitnehmer eingesetzt. Der j\u00fcngste Milit\u00e4rputsch hat unsere Arbeitspl\u00e4tze in eine unertr\u00e4gliche Umgebung verwandelt.<br \/>\nUnter der F\u00fchrung der FGWM haben unsere Gewerkschaften am 5. Februar 2021, unmittelbar nach dem Putsch, Kampagnen (in den Fabriken) gegen die Milit\u00e4rdiktatur gestartet. Am 6. Februar war unser Gewerkschaftsverband FGWM die erste Gruppe, die sich gegen die Milit\u00e4rherrschaft in Yangon aussprach. Leider f\u00fchrte dies zu ihrer Identifizierung und anschlie\u00dfenden Gefangennahme durch das Milit\u00e4r. Viele Besch\u00e4ftigte sind auch arbeitslos geworden, da sie von ihren Arbeitspl\u00e4tzen geflohen sind, um der Gefahr zu entgehen. Einige wurden aufgrund der Verhaftungen durch das Milit\u00e4r inhaftiert.<br \/>\nAngesichts der extremen Herausforderungen und der repressiven Ma\u00dfnahmen der Arbeitgeber am Arbeitsplatz suchen wir derzeit Hilfe f\u00fcr unsere Kolleginnen und Kollegen. Zu diesen Personen geh\u00f6ren diejenigen, die an der Spitze der Bewegung f\u00fcr Arbeitnehmerrechte und Demokratie auf Bundesebene stehen, sowie diejenigen, die inhaftiert sind, weil sie sich f\u00fcr Menschen- und Frauenrechte am Arbeitsplatz einsetzen. Wir bitten unsere internationalen Gewerkschaften und Genossinnen und Genossen ernsthaft um solidarische Unterst\u00fctzung.<br \/>\nWir haben nur noch eine begrenzte Zeit, um uns an der Spendenkampagne zur Unterst\u00fctzung unserer Genossen in den Fabriken zu beteiligen<\/em>.\u201c engl. Nachricht einer bei der FGWM organisierten Bekleidungsfabrikarbeiterin und Spendenaufruf initiiert von der FAU Hamburg zusammen mit der FGWM \u2013 <a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/2023\/08\/24\/fgwm-fundraising\/\">alle Infos dokumentiert am 24.8.2023 bei Global Mayday<\/a> (und maschinen\u00fcbersetzt) \u2013 siehe auch (engl.) <a href=\"https:\/\/www.firefund.net\/fgwmsolidarity\">Infos bei FIREFUND<\/a> sowie auf Deutsch unter <a href=\"https:\/\/www.fgwm-solidarity.org\/de\/\">Solidarit\u00e4t mit der Federation of General Workers Myanmar<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Die FGWM<\/strong> (Federation of General Workers Myanmar) besteht aus 40 (Fabrik-)Gewerkschaften und vereint weiterhin Tausende von Mitgliedern. Sie ist eine der wenigen uns bekannten Gewerkschaftsf\u00f6derationen in Asien, die einen basisorientierten Ansatz verfolgt. Die FGWM hat ihre Wurzeln in den Textilfabriken in den Industriezonen Myanmars. Die gro\u00dfe Mehrheit der Sekret\u00e4re musste fliehen, um der Verfolgung durch die Milit\u00e4rjunta zu entgehen, und arbeitet nun von einem Haus im Exil aus. Einige der Genossen, die diese Spendensammlung initiiert haben, trafen sie letztes Jahr in ihrem Haus. Sie betonten, dass es einigen von ihnen nur dank der Unterst\u00fctzung durch die vorangegangene Spendensammlung im letzten Jahr gelungen sei, zu entkommen. Trotz der Milit\u00e4rdiktatur machen sie mit ihren Bem\u00fchungen weiter. Die FGWM unterst\u00fctzt die Arbeiter bei der Organisierung, verfolgt Arbeitsk\u00e4mpfe (wie den j\u00fcngsten Streik bei Sun Apparel), die immer noch unter gro\u00dfer Gefahr stattfinden, und versucht auch, Mitglieder zu unterst\u00fctzen, die staatlicher Repression ausgesetzt sind, indem sie beispielsweise Zuflucht sucht oder sie im Gef\u00e4ngnis unterst\u00fctzt, soweit dies m\u00f6glich ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bereitstellung von Schulungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr FabrikarbeiterInnen in Bezug auf Organisierung und Arbeitsk\u00e4mpfe. All dies ist ohne Unterst\u00fctzung von au\u00dfen nicht aufrechtzuerhalten.<\/li>\n<li>Ziel der Spendenaktion: 15 000 EUR bis zum 31. August 2023, um den Genossen der Federation of General Workers Myanmar (FGWM) die Fortsetzung ihrer Arbeit zu erm\u00f6glichen!<br \/>\nSpendenkonto: AS FAU Hamburg, IBAN: DE43 4306 0967 2070 7898 00, BIC: GENODEM1GLS, Bank name: GLS Bank, Purpose: FGWM solidarity<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Siehe die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FGWMinMM\">Federation of General Workers Myanmar<\/a> auf Twitter<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Myanmars Gewerkschaftsbund ruft zum zweiten Jahrestag des Milit\u00e4rputsches am 1.2. zum stillen Streik und Mahnwachen vor den Botschaften weltweit auf <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Erkl\u00e4rung von Global Unions zum zweiten Jahrestag des Milit\u00e4rputsches in Myanmar<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Am zweiten Jahrestag des Milit\u00e4rputsches in Myanmar rufen die Global Unions, die weltweit 200 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten, zu erneuten globalen Anstrengungen zur Wiederherstellung der Demokratie auf. Die Global Unions unterst\u00fctzen den Aufruf der Confederation of Trade Unions, Myanmar (CTUM) zu einem globalen Aktionstag, um die formelle diplomatische Anerkennung der Regierung der Nationalen Einheit (NUG) als legitime Vertreterin des Volkes von Myanmar und die Freilassung der politischen Gefangenen zu fordern. (\u2026) Das Regime hat die meisten Gewerkschaften in Myanmar verboten. Viele aktive Gewerkschafter sind inhaftiert, andere wurden get\u00f6tet oder sind untergetaucht. Es ist unm\u00f6glich, die Vereinigungsfreiheit auszu\u00fcben. Anl\u00e4sslich des Jahrestages des Staatsstreichs ruft der CTUM die Gewerkschaften in aller Welt auf, Mahnwachen oder Demonstrationen vor den Botschaften Myanmars und der L\u00e4nder, die die Milit\u00e4rjunta unterst\u00fctzen, zu organisieren und dabei folgende Forderungen zu stellen: Hommage an die Helden von Myanmar; Freiheit f\u00fcr politische Gefangene; Unterst\u00fctzung der Volksdemokratie; Wiederherstellung der rechtm\u00e4\u00dfigen Regierung. Eine Hauptforderung der Gewerkschaften Myanmars ist die formelle diplomatische Anerkennung der NUG. Die Junta versucht, ihre Kontrolle zu normalisieren, indem sie die diplomatische Anerkennung als De-facto-Regierung von Myanmar anstrebt. Obwohl es sich bei der NUG um die legitime, demokratisch gew\u00e4hlte Vertretung des Volkes von Myanmar handelt, ist die formelle diplomatische Anerkennung der NUG nicht universell. (\u2026) Die globalen Gewerkschaften rufen ihre Mitgliedsgewerkschaften dazu auf, von ihren nationalen Regierungen die Anerkennung der NUG zu fordern und Druck auf die multinationalen Unternehmen auszu\u00fcben, mit denen sie zusammenarbeiten, um alle Verbindungen zu kappen, die die Junta direkt oder indirekt beg\u00fcnstigen. An diesem zweiten Jahrestag des Milit\u00e4rputsches bleibt die weltweite Gewerkschaftsbewegung entschlossen in ihrer Solidarit\u00e4t mit dem Volk von Myanmar. Wir werden nicht ruhen, bis die Demokratie wiederhergestellt ist<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/uniglobalunion.org\/de\/news\/global-unions-statement-on-the-second-anniversary-of-the-military-coup-in-myanmar\/\">Erkl\u00e4rung vom 01.02.23 bei UNI Global Union<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Global Day of Action Against Myanmar Military Regime<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die Gewerkschaftsbewegung ist solidarisch mit dem Gewerkschaftsbund von Myanmar, w\u00e4hrend wir in das zweite Jahr der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r in dem Land gehen. Die PSI als Teil des Council of Global Unions (CGU) arbeitet mit dem Gewerkschaftsbund von Myanmar und den demokratischen Kr\u00e4ften zusammen, um die Regierung der Nationalen Einheit (NUG) anzuerkennen und die Mandate der Milit\u00e4rjunta in allen UN-Gremien, insbesondere in der ILO, abzulehnen. Die Gewerkschaften und ihre Verb\u00fcndeten fordern die Einrichtung von NUG-B\u00fcros und die Bereitstellung von Fl\u00fcchtlingen f\u00fcr politisch Andersdenkende. Die Wirtschaftssanktionen gegen die Milit\u00e4rjunta m\u00fcssen fortgesetzt und die Bereitstellung humanit\u00e4rer Hilfe an den Grenzen erm\u00f6glicht werden. Nach Angaben der Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) wurden seit dem Putsch vom 1. Februar 2021 bis zum 13. Januar 2023 insgesamt 2.734 Menschen, darunter pro-demokratische Aktivisten und andere Zivilisten, durch milit\u00e4rische Razzien nach pro-demokratischen Bewegungen get\u00f6tet. Dar\u00fcber hinaus sind derzeit insgesamt 13.495 Menschen inhaftiert, von denen 2.057 ihre Strafe verb\u00fc\u00dfen. Der EPSU spricht den Gewerkschaften in Myanmar seine Solidarit\u00e4t aus<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/www.epsu.org\/article\/global-day-action-against-myanmar-military-regime\">EPSU-Mitteilung vom 1.2.2023<\/a> (European Federation of Public Service Unions, maschinen\u00fcbersetzt)<\/li>\n<li><strong>\u201eStiller Streik\u201c am Jahrestag des Milit\u00e4rputsches<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Am Mittwoch, dem 2. Jahrestag des Putsches des Milit\u00e4rs in Myanmar, hatte ein Streikkomitee f\u00fcr die Zeit zwischen 10 und 15 Uhr zum \u201ezivilen Ungehorsam\u201c und einem \u201eStillen Streik\u201c gegen das Milit\u00e4r aufgerufen. In den Gro\u00dfst\u00e4dten Mandalay und Yangun blieben die Stra\u00dfen aus Protest gegen die Junta weitgehend leer. In einigen Provinzen gab es kleinere Demos. In Bangkok (Thailand), Manila (Philippinen) und Mizoran (Indien) gingen Birmesen, die dort im Exil leben, vor den Botschaften des Landes auf die Stra\u00dfe und forderten ein Ende der Milit\u00e4rherrschaft. Die Junta verl\u00e4ngerte indessen den Ausnahmezustand um weitere 6 Monate<\/em>.\u201c <a href=\"https:\/\/www.rf-news.de\/2023\/kw05\/stiller-streik-am-jahrestag-des-militaerputsches\">Kurzmeldung vom 02.02.2023 in den Rote-Fahne-News<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/twitter.com\/Myanmar_Now_Eng\/status\/1620781640027963393\">Myanmar Now meldet am 1.2. auf Twitter<\/a> (engl.): \u201e<em>Als die B\u00fcrger im ganzen Land heute (1. Februar) in einen stillen Streik traten, wurden pro-milit\u00e4rische Kundgebungen organisiert, um dem entgegenzuwirken, aber nur Dutzende von Menschen nahmen teil, angef\u00fchrt von einem bekannten Nationalisten.<\/em>..\u201c mit Link zu einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5FWtpT10Zpw\">Video<\/a><\/li>\n<li>Auf dem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Myanmar_Now_Eng\">Twitter-Account von Myanmar Now<\/a> gibt es auch erste Berichte von Soli-Kundgebungen z.B. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Myanmar_Now_Eng\/status\/1620717990588354560\">in Bangkok<\/a><\/li>\n<li><strong>Myanmar: Zwei Jahre nach dem Milit\u00e4rputsch<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Seit dem Putsch in Myanmar am 1. Februar 2021 wird die humanit\u00e4re Lage immer katastrophaler, die Zahl der Gefl\u00fcchteten auf Rekordniveau. Und w\u00e4hrend die Junta mordet und ganze Landstriche bombardiert, ist der Widerstand im Volk ungebrochen. Mehr noch: Der bewaffnete Kampf weitet sich offenbar aus. (\u2026) L\u00e4ngst aber hat sich die Gegenwehr ver\u00e4ndert: Viele wollten nicht zusehen, wie die Milit\u00e4rherrscher mithilfe von Milizen immer mehr Zivilisten massakrierten. Landesweit formierten sich bewaffnete Widerstandsgruppen. Manche k\u00e4mpfen an der Seite alteingesessener Rebellenorganisationen wie den Karen im Osten oder den Kachin im Norden, andere auf sich selbst gestellt. Derweil h\u00e4ufen sich auf beiden Seiten die Toten. Human Rights Watch wirft den Milit\u00e4rs Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Dazu z\u00e4hlten \u201eMassent\u00f6tungen, willk\u00fcrliche Verhaftungen, Folter, sexuelle Gewalt und Angriffe auf Zivilisten in Konfliktgebieten wie wahllose Boden- und Luftangriffe mit zahlreichen Todesopfern.\u201c Das regimekritische Nachrichtenportal \u201eIrrawaddy\u201c berichtete, die Junta habe die Luftangriffe im westlichen Chin-Staat, der angrenzenden Region Sagaing sowie in den Bundesstaaten Kachin und Karen seit Jahresbeginn ausgeweitet \u2013 mutma\u00dflich als Reaktion auf Neujahrsansprachen von Anf\u00fchrern ethnischer bewaffneter Organisationen. Menschenrechtsorganisationen haben die Bombardements wiederholt als direkte Vergeltung f\u00fcr milit\u00e4rische Verluste der Junta angeprangert. Aktivistinnen und Aktivisten der \u201eKaren Human Rights Group\u201c dokumentierten in den ersten beiden Januarwochen 13 Luftangriffe im Karen-Staat an der Grenze zu Thailand. Dabei seien mindestens elf Zivilisten get\u00f6tet worden. (\u2026) Zunehmend verschlimmert sich somit die humanit\u00e4re Lage. Laut UN haben die Fluchtbewegungen 2022 ein Rekordniveau erreicht. (\u2026) Dass die Junta bislang ungestraft bleibt, f\u00fchren Menschenrechtsorganisationen nicht zuletzt auf ein Versagen des Auslands zur\u00fcck \u2013 und das nicht allein, weil sich die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auf Russlands Krieg gegen die Ukraine richtet. Im Dezember forderte der UN-Sicherheitsrat von der Junta ein Ende der Gewalt und die Freilassung aller politischen Gefangenen \u2013 es war die erste Resolution des UN-Gremiums zu Myanmar \u00fcberhaupt. Zw\u00f6lf Mitglieder votierten daf\u00fcr. China und Russland, die als wichtigste Verb\u00fcndete Myanmars gelten, enthielten sich \u2013 ebenso wie Indien. Kritikerinnen und Kritiker, die ein globales Waffenembargo gegen die Gener\u00e4le in Myanmar und deren strafrechtliche Verfolgung fordern, zeigten sich \u201ezutiefst entt\u00e4uscht\u201c. Der Resolution fehle es an substanziellen Ma\u00dfnahmen, erkl\u00e4rte die Vorsitzende des B\u00fcrgerrechtsnetzwerkes Progressive Voice, Khin Ohmar<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2023\/01\/31\/myanmar-zwei-jahre-nach-dem-militaerputsch\/\">Beitrag von Nicola Glass vom 31.01.2023 im Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>IndustriALL: Freiheit f\u00fcr Myanmars inhaftierte Gewerkschafter!<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die globalen Gewerkschaften, die 200 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit vertreten, fordern die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen in Myanmar, insbesondere der mehr als 60 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die von der Milit\u00e4rjunta seit ihrem Staatsstreich im Jahr 2021 zu Unrecht inhaftiert worden sind. Wir fordern die sofortige Aufhebung der erfundenen Anklagen gegen alle inhaftierten Demokratieaktivisten, starke Zusicherungen, dass ihre Gesundheit und Sicherheit in den Gef\u00e4ngnissen gew\u00e4hrleistet ist, und ihre rasche und sichere R\u00fcckkehr zu ihren Angeh\u00f6rigen.\u00a0 Ihre fortgesetzte Inhaftierung ist eine Verh\u00f6hnung von Gerechtigkeit und Demokratie. Die Gewerkschaftsrechte sind weltweit anerkannt und werden durch die Allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte und die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) garantiert. Es kann nicht hingenommen werden, dass Arbeitnehmer und Gewerkschafter f\u00fcr die Aus\u00fcbung dieser Rechte zur Verteidigung der Demokratie inhaftiert werden. Menschen- und Gewerkschaftsrechte sind keine Vorschl\u00e4ge \u2013 sie sind universelle und unver\u00e4u\u00dferliche Rechte, die f\u00fcr alle arbeitenden Menschen ohne Diskriminierung und\/oder Angst vor Repressionen gelten m\u00fcssen. Gewerkschaftsrechte k\u00f6nnen nur in einem Klima der Demokratie gedeihen. Sie k\u00f6nnen nur unter Regierungen wachsen und gedeihen, die sich f\u00fcr demokratische Prozesse und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Daher bekr\u00e4ftigen die globalen Gewerkschaftsf\u00f6derationen ihre Forderung an die Generalversammlung der Vereinten Nationen, das Mandat der Regierung der Nationalen Einheit Myanmars (NUG) als die einzige und wahre demokratische Regierung des Volkes von Myanmar anzuerkennen. Indem wir die NUG anerkennen, sch\u00fctzen wir die Menschen- und Gewerkschaftsrechte der arbeitenden Bev\u00f6lkerung Myanmars und setzen der brutalen Diktatur der Milit\u00e4rjunta und der falschen Darstellung des Landes vor der internationalen Gemeinschaft ein f\u00fcr alle Mal ein Ende.<br \/>\nDie globalen Gewerkschaftsf\u00f6derationen verurteilen auch auf das Sch\u00e4rfste die weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen, Folterungen und T\u00f6tungen von Demokratieaktivisten in Myanmar innerhalb und au\u00dferhalb der Gef\u00e4ngnisse. Wir fordern die Vereinten Nationen und alle zust\u00e4ndigen internationalen Menschenrechtsinstitutionen nachdr\u00fccklich auf, in dieser Angelegenheit entschlossen zu handeln und alle f\u00fcr diese Gr\u00e4ueltaten Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.<br \/>\nDie Gewerkschaften d\u00fcrfen nicht ruhen, bis alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter \u00fcberall auf der Welt frei von Unterdr\u00fcckung und Missbrauch ihrer Grundrechte sind. Die Demokratie ist das Recht aller arbeitenden Menschen. Wann immer und wo immer es Tyrannei gibt, werden die Gewerkschaften mit Einigkeit und Solidarit\u00e4t reagieren<\/em>.\u201c Maschinen\u00fcbersetzung des engl. <a href=\"https:\/\/www.industriall-union.org\/free-myanmars-jailed-trade-unionists-recognise-the-nug\">Aufrufs vom 10. Oktober 2022 bei IndustriALL<\/a> (\u201eFree Myanmar\u2019s jailed trade unionists! Recognise the NUG!\u201c)<\/li>\n<li><strong>Myanmars Junta geht hart gegen Gewerkschaften vor und verletzt die Rechte von ArbeitnehmerInnen\u00a0 <\/strong>\u201e<em>Arbeitnehmerrechtsorganisationen in Myanmar haben darauf hingewiesen, dass das Milit\u00e4rregime seit dem Staatsstreich im vergangenen Jahr wiederholt gegen die Arbeitnehmerrechte, einschlie\u00dflich der Vereinigungsfreiheit f\u00fcr Gewerkschaften, versto\u00dfen hat. Daw Moe Sandar Myint, Pr\u00e4sidentin der Federation of General Workers Myanmar (FGWM), die jetzt in einem Teil des Landes arbeitet, der nicht von der Junta kontrolliert wird, sagte, dass die Vereinigungsfreiheit f\u00fcr Gewerkschaftsmitglieder seit der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r nicht mehr gegeben sei. \u201eEchte Gewerkschaften, ob regional oder landesweit, sind nicht mehr in der Lage, sich zu organisieren\u201c, sagte sie. Die Gewerkschaften in den Fabriken sind nicht in der Lage, grundlegende Gewerkschaftsfunktionen wie den Schutz der Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen, da die Fabrikbesitzer mit dem vom Regime kontrollierten Arbeitsministerium zusammenarbeiten und Gewerkschaftsfunktion\u00e4re und Arbeitnehmer bedroht haben, um sie an der Teilnahme an Gewerkschaftsaktivit\u00e4ten oder der Einforderung ihrer Rechte zu hindern. \u201eIn einigen F\u00e4llen haben sie [Fabrikbesitzer und Regimebeamte] sogar die pers\u00f6nlichen Daten von Gewerkschaftsf\u00fchrern an die Sicherheitskr\u00e4fte weitergegeben, damit sie verh\u00f6rt oder inhaftiert werden konnten\u201c, so Daw Moe Sandar Myint. Ende August ver\u00f6ffentlichte die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) einen kurzen Bericht \u00fcber Myanmar, in dem sie darauf hinwies, dass die Junta 16 nicht registrierte Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen (CSO) zu \u201eillegalen Arbeitsorganisationen\u201c erkl\u00e4rt hat und dass diese nun nicht mehr ohne Angst vor Verhaftung arbeiten k\u00f6nnen. Das Regime hat Razzien in Gewerkschaftsb\u00fcros durchgef\u00fchrt, Gewerkschafter und ihre Familien bel\u00e4stigt und bedroht und Gewerkschaftsf\u00fchrer inhaftiert und auf eine Fahndungsliste gesetzt, um ihre Teilnahme an Streiks und friedlichen Demonstrationen f\u00fcr die Wiederherstellung der Demokratie und einer zivilen Regierung zu r\u00e4chen, so die IAO. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften, die nicht offiziell auf der schwarzen Liste der Junta stehen, sind ebenfalls von dieser Behandlung betroffen. Ein zentrales Mittel, um gegen die Gewerkschaften vorzugehen, ist der Erlass von Haftbefehlen gegen f\u00fchrende Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen und nicht registrierter Gewerkschaften wegen Aufwiegelung gem\u00e4\u00df Abschnitt 505(a) des Strafgesetzbuches. Am 2. September gab das Arbeitsministerium der Junta eine schnelle Widerlegung des IAO-Berichts heraus, in der es erkl\u00e4rte, dass es \u201edie falschen Behauptungen der IAO entschieden zur\u00fcckweist\u201c.<br \/>\nDaw Myo Myo Aye, Vorsitzender der Solidarity Trade Union of Myanmar (STUM), best\u00e4tigte, dass sie geh\u00f6rt h\u00e4tten, dass die STUM zu den 16 Organisationen geh\u00f6re, die das Regime jetzt als ungesetzliche Vereinigungen betrachte. \u201eSie haben die Arbeiter auch m\u00fcndlich gewarnt, dass sie Schwierigkeiten bekommen werden, wenn sie sich an uns wenden\u201c, f\u00fcgte sie hinzu. Die STUM-Leiterin wurde nach dem Staatsstreich zusammen mit vielen anderen Gewerkschaftsaktivisten sechs Monate lang inhaftiert. Sie sagte, dass es jetzt so genannte \u201egelbe Gewerkschaften\u201c oder Scheingewerkschaften gebe, die von Fabrikbesitzern und dem Management organisiert worden seien, um Unternehmen und Produktk\u00e4ufer davon zu \u00fcberzeugen, dass die Arbeitsrechte ihrer Besch\u00e4ftigten respektiert w\u00fcrden. STUM und andere Organisationen wie Action Labour Rights, das Coordination Committee of Trade Unions, die All Burma Federation of Trade Unions und das Future Light Center sind weiterhin t\u00e4tig, k\u00f6nnen aber nur einen kleinen Teil ihrer normalen Aktivit\u00e4ten aus\u00fcben.<br \/>\nDie anderen elf Organisationen, die von der Junta als \u201eillegale Arbeitsorganisationen\u201c bezeichnet werden, sind in Gebiete des Landes geflohen, die nicht unter der Kontrolle des Regimes stehen. Besch\u00e4ftigte, mit denen der Irrawaddy sprach, sagten, dass sie hilflos sind, wenn ihre Rechte in den Fabriken verletzt werden, da sie Gefahr laufen, verhaftet zu werden, wenn sie sich an die Gewerkschaften wenden. Seit der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r gibt es auch keinen Mechanismus zur Beilegung von Streitigkeiten mehr. Im Moment k\u00f6nnen die Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen die Arbeitnehmer nur informell beraten. Die Pr\u00e4sidentin der FGWM, Daw Moe Sandar Myint, sagte, da die Gewerkschaften nur noch aus der Ferne arbeiten k\u00f6nnen, h\u00f6ren sie sich die von den Arbeitnehmern vorgebrachten F\u00e4lle an und geben ihnen dann Ratschl\u00e4ge, wie sie mit der Fabrikleitung und den Eigent\u00fcmern \u00fcber ihre Rechte diskutieren und verhandeln k\u00f6nnen. Dies sei jedoch eine unbefriedigende Situation, die es den Gewerkschaften nicht erm\u00f6gliche, den Arbeitnehmern wirksam zu helfen, sagte sie. \u201eSolange die Milit\u00e4rdiktatur an der Macht ist, k\u00f6nnen Gewerkschaften \u00fcberhaupt nicht \u00fcberleben\u201c, sagte sie.<br \/>\nDie IAO rief in ihrem Myanmar-Bericht zu internationaler Unterst\u00fctzung auf, um dieser existenziellen Bedrohung des zivilen Raums und der Vereinigungsfreiheit in dem Land zu begegnen. Sie f\u00fcgte hinzu, dass es an der Zeit sei, dass die internationale Gemeinschaft ihre Solidarit\u00e4t mit den Organisationen zeigt, die den Kampf f\u00fcr die Arbeitnehmerrechte in Myanmar fortsetzen<\/em>.\u201c Maschinen\u00fcbersetzung des engl. Artikels von Hein Htoo Zan vom 9. September 2022 in The Irrawaddy, <a href=\"https:\/\/laboursolidarity.org\/en\/n\/2315\/myanmar-junta-cracking-down-on-trade-unions-and-violating-workers-rights\">dokumentiert am 12.9.22 bei laboursolidarity.org<\/a> (\u201eMyanmar Junta Cracking Down on Trade Unions and Violating Workers Rights\u201c), siehe mehr zum ILO-Bericht hier unten:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Neuer ILO-Bericht \u201eRiding out the storm\u201d warnt vor der Zerst\u00f6rung der Gewerkschaften in Myanmar <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>\u201eDie Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat einen Bericht ver\u00f6ffentlicht, in dem sie feststellt, dass die Macht\u00fcbernahme des Milit\u00e4rs in Myanmar Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen, die Dienstleistungen f\u00fcr Arbeitende und Migranten erbringen, stark beeintr\u00e4chtigt hat. (\u2026) Er zeigt auf, wie die gezielte Verfolgung dieser Gruppen, einschlie\u00dflich willk\u00fcrlicher Verhaftungen, Inhaftierungen, Gewalttaten, Razzien in Wohnungen und B\u00fcros, Beschlagnahmung von Ausr\u00fcstung, Drohanrufen, Verh\u00f6ren und \u00dcberwachung, ihre Handlungsf\u00e4higkeit erheblich eingeschr\u00e4nkt hat. Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen berichteten, dass sie gezwungen waren, ihre Arbeit aufgrund der erh\u00f6hten Sicherheitsbedenken seit der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r stark anzupassen. \u201aGewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Grundlage f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Fortschritte gelegt, die in den letzten zehn Jahren beim Schutz der Arbeitnehmerrechte in Myanmar erzielt wurden. Die derzeitige Situation stellt eine echte Bedrohung f\u00fcr ihre Existenz dar. Die internationale Gemeinschaft muss diesen Organisationen beistehen, damit sie \u00fcberleben und ihre wichtige Arbeit fortsetzen k\u00f6nnen\u2018, sagte Panudda Boonpala, stellvertretender ILO-Regionaldirektor f\u00fcr Asien und den Pazifik. Letzten Monat forderten die Gewerkschaften die Europ\u00e4ische Union auf, ihr Handelsabkommen mit Myanmar sofort auszusetzen. In einer weiteren Aufforderung an die EU, \u201esch\u00e4rfere Ma\u00dfnahmen\u201c gegen die Milit\u00e4rjunta in Myanmar zu ergreifen \u2013 einem wichtigen Beschaffungsland f\u00fcr viele europ\u00e4ische Bekleidungsmarken \u2013 erkl\u00e4rte IndustriAll Global Union, dass \u201ees keine M\u00f6glichkeit gibt, in Myanmar Gesch\u00e4fte zu machen, ohne den Menschen und Arbeitenden zu schaden\u201c. Im Mai forderte die Ethical Trade Initiative (ETI) Modemarken auf, keine weiteren Investitionen in Myanmar zu t\u00e4tigen, da sich die Menschenrechtslage in dem Land weiter verschlechtere. Der Staatsverwaltungsrat (State Administration Council, SAC) hat 16 Arbeitsorganisationen verboten, und die Initiative Action, Collaboration, Transformation (ACT), ein globales Abkommen zwischen Gewerkschaften und Markenunternehmen zur Erreichung existenzsichernder L\u00f6hne, hat sich im Dezember 2021 aus Myanmar zur\u00fcckgezogen. Dies geschah, weil ihr gewerkschaftlicher Partner, die Industrial Workers Federation of Myanmar (IWFM), erkl\u00e4rte, dass sie unter den derzeitigen Umst\u00e4nden nicht frei in dem Land arbeiten k\u00f6nne.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.just-style.com\/news\/ilo-warns-of-threat-to-trade-union-existence-in-myanmar\/\">Artikel von Hannah Abdulla, erschienen am 25. August 2022 auf Just Style<\/a> (\u201cILO warns of threat to trade union existence in Myanmar\u201d).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>ILO Studie \u2013 Riding Out the Storm \u2013 Organizational resilience of trade unions and civil society organizations following the military takeover in Myanmar<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 <\/em><em>Die ILO hat eine Bewertung der organisatorischen Widerstandsf\u00e4higkeit von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Myanmar durchgef\u00fchrt, um herauszufinden, wie internationale Organisationen sie am effektivsten unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, damit sie weiterarbeiten k\u00f6nnen. Die Studie analysiert die Auswirkungen der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r auf die Arbeit der Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die anhaltenden Risiken, mit denen sie konfrontiert sind, die von ihnen entwickelten Abhilfestrategien und ihre organisatorischen Bed\u00fcrfnisse w\u00e4hrend dieser Zeit. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt die Studie eine Reihe von Empfehlungen f\u00fcr die internationale Gemeinschaft, wie die Widerstandsf\u00e4higkeit von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen gest\u00e4rkt werden kann, die sich an den Stimmen der Organisationen selbst orientieren\u2026\u201d <\/em><a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/asia\/publications\/issue-briefs\/WCMS_854071\/lang--en\/index.htm\">Riding Out the Storm \u2013 Organizational resilience of trade unions and civil society organizations following the military takeover in Myanmar, ver\u00f6ffentlicht am 24. August 2022<\/a><\/li>\n<li><strong>Myanmar: GewerkschafterInnen unter der Milit\u00e4rjunta \u2013 Interview mit dem Generalsekret\u00e4r des Gewerkschaftsbundes CCTU<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die Unterdr\u00fcckung der politischen Opposition und der Zivilgesellschaft durch die Junta hat auch vor den Arbeitnehmern in Myanmar nicht halt gemacht. Gewerkschaften wurden verboten und zahlreiche F\u00fchrer und Mitglieder wurden angeklagt. Die Arbeiter in den Fabriken in Yangon geh\u00f6rten zu den ersten Mitgliedern der \u00d6ffentlichkeit, die gegen den Putsch im Februar 2021 protestierten. [Zwei Tage nach diesem Interview, am 7. Juli, traten rund 2.000 Arbeiter einer Bekleidungsfabrik im Zaykabar-Industriepark in Yangon, Mingaladon Township, in den Streik und erkl\u00e4rten, dass die Verletzungen ihrer Grundrechte unertr\u00e4glich geworden seien. Viele von ihnen geh\u00f6ren nun zu den 1,6 Millionen Besch\u00e4ftigten, die nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) seit der Macht\u00fcbernahme durch das Milit\u00e4r im ganzen Land ihren Arbeitsplatz verloren haben.)\u00a0 Etwa 16 Arbeitnehmerorganisationen wurden von dem aus dem Staatsstreich hervorgegangenen Milit\u00e4rrat ge\u00e4chtet, darunter auch das Komitee zur Koordinierung der Gewerkschaften (CCTU). Myanmar Now sprach mit dem Generalsekret\u00e4r des CCTU, Ye Naing Win, dar\u00fcber, wie die Organisation aktiv geblieben ist und wie die Arbeitnehmer von der Unterdr\u00fcckung durch die Junta betroffen waren.<br \/>\n<strong>Myanmar Now: Wie funktioniert die CCTU seit dem Putsch?<br \/>\n<\/strong>Ye Naing Win: Als Organisation standen wir von Anfang an mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Unsere Mittel haben sich verringert, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht funktionieren k\u00f6nnen, auch wenn es viele Herausforderungen gibt. Wir haben keine eigenen R\u00e4umlichkeiten mehr. Fr\u00fcher konnten wir den Arbeitern offen bei Beschwerden helfen, aber heute k\u00f6nnen wir ihnen nur noch Vorschl\u00e4ge machen, was sie tun und wohin sie gehen sollen.<br \/>\n<strong>Wie geht es vor allem den Fabrikarbeitern?<br \/>\n<\/strong>Aufgrund der politischen Instabilit\u00e4t und der internationalen Sanktionen haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, da die Fabriken geschlossen wurden. Arbeiter, die fr\u00fcher fest angestellt waren, wurden entweder entlassen oder als Tagel\u00f6hner eingestellt. Weniger Beschwerden wurden bei uns eingereicht. Es gab viele, vor allem zu Lohnfragen, aber die haben jetzt alle aufgeh\u00f6rt. Auch die Proteste haben fast vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt. Die Arbeitspl\u00e4tze sind knapp und es gibt weniger M\u00f6glichkeiten. Die Arbeitnehmer sind nicht mehr sicher.<br \/>\n<strong>Wurden im Vergleich zur vorherigen Periode Fortschritte bei der Gr\u00fcndung von Gewerkschaften zur Verteidigung der Arbeitnehmerrechte erzielt?<br \/>\n<\/strong>Es war nicht sehr einfach, in den Fabriken Arbeitergewerkschaften zu gr\u00fcnden, auch nicht vor [dem Staatsstreich]. Die vorherige [gew\u00e4hlte Zivilregierung] erlaubte ihnen die Aus\u00fcbung dieses Rechts nur, weil das Vereinigungsrecht in den IAO-\u00dcbereinkommen, die Myanmar unterzeichnet hat, enthalten ist. Die M\u00f6glichkeit, dieses Recht auszu\u00fcben, ist seit dem Putsch fast obsolet geworden. Einige Arbeitgeber haben bei den Arbeitnehmerrechten ein Auge zugedr\u00fcckt \u2013 nicht, dass sie das nicht schon vorher getan h\u00e4tten, aber es ist schlimmer geworden. Die Beschwerdemechanismen waren fr\u00fcher besser. Es gibt sie auch heute noch, aber nur sehr wenige wollen den im Land verbliebenen Arbeitnehmern aktiv helfen. Die Mehrheit der Gewerkschaftsorganisationen, die diese Arbeitnehmer unterst\u00fctzten, sind [ins Exil] gegangen. Die Arbeitnehmer haben begonnen, ihre gesetzlichen Rechte zu verlieren. Sie k\u00f6nnen die Anerkennung ihrer Rechte nicht mehr einfordern, da sie dem Erhalt ihres Arbeitsplatzes, der Erh\u00f6hung ihres Gehalts und der Verbesserung ihres Arbeitsumfelds Vorrang einr\u00e4umen m\u00fcssen. Aus diesem Grund wurden die Pl\u00e4ne zur Gr\u00fcndung von Arbeitnehmergewerkschaften gestoppt.<br \/>\n<strong>K\u00f6nnen Gewerkschaftsorganisationen sicher im Land bleiben?<br \/>\n<\/strong>Es gibt in beiden F\u00e4llen Probleme, ob sie bleiben oder gehen. Es gab einige Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und einigen Gewerkschaftsorganisationen im Exil. Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit einer Milit\u00e4rdiktatur konfrontiert sind. Ich besch\u00e4ftige mich seit 2005 mit Arbeitsfragen. Wir haben das schon einmal durchgemacht und es geschafft, unsere Arbeit fortzusetzen. Als wir schlie\u00dflich eine zivile Regierung bekamen, wurden die Dinge einfacher und wir konnten offen und umfassender arbeiten. Jetzt, da wir wieder unter dem alten System leben, m\u00fcssen wir einfach wieder so arbeiten, wie wir es fr\u00fcher getan haben. Einige Gewerkschaftsorganisationen im Exil haben Arbeitergruppen wegen unserer Arbeitsweise kritisiert oder verurteilt. Auch der Milit\u00e4rrat beobachtet uns genau, um zu sehen, wie weit wir gehen, wie weit wir uns zusammenschlie\u00dfen oder wie weit wir sie herausfordern. Unsere Arbeit ist jedoch einfach: Wir m\u00fcssen einfach mit den Arbeitern in Kontakt bleiben.<br \/>\n<strong>Wie arbeiten Sie mit dem Arbeitsministerium der Junta zusammen?<br \/>\n<\/strong>Wir haben ausschlie\u00dflich mit den Abteilungen f\u00fcr Arbeitnehmerangelegenheiten des Ministeriums zusammengearbeitet. Unsere Organisation hat gerade in einem Fall geholfen, in dem beim Schiedsrat eine Beschwerde \u00fcber die Entlassung von Arbeitnehmern eingereicht wurde. Die L\u00f6sung von Arbeitskonflikten \u00fcber diesen Rat war fr\u00fcher praktisch, da die Beschwerden von den Organisationen f\u00fcr Arbeitnehmerangelegenheiten und den Gewerkschaften verfasst wurden. Die heute eingereichten Beschwerden wurden jedoch von den Arbeitnehmern selbst verfasst, so dass viele Informationen fehlen. Dies f\u00fchrt dazu, dass Informationen verloren gehen, selbst wenn das, was berichtet wird, korrekt ist. Ich helfe immer, wenn ich feststelle, dass jemand Recht hat und dass das, was er fordert, verdient ist. Gesetze zum Schutz der Rechte von Arbeitnehmern gibt es seit der Kolonialzeit \u2013 sie sind noch nicht veraltet. Wir m\u00fcssen in der Lage sein, die Rechte, die darin festgelegt sind, in die Praxis umzusetzen, aber wir m\u00fcssen unweigerlich auch in der Lage sein, Probleme an die zust\u00e4ndigen Stellen zu melden. Ich werde gefragt, ob unsere Organisation mit der Junta zusammenarbeitet. Meine Antwort ist, dass es au\u00dfer den bestehenden Instanzen keinen anderen Ort gibt, an dem man Arbeitsbeschwerden einreichen kann. Alles, was wir tun k\u00f6nnen, ist, ihnen zu sagen, was unsere Rechte sind, und zu verlangen, dass sie diese Rechte vollst\u00e4ndig aus\u00fcben. Wenn sie sich weigern, sind sie es, die gegen das Gesetz versto\u00dfen. Das ist meine Philosophie.<br \/>\n<strong>In welchen F\u00e4llen wurden Sie in letzter Zeit um Hilfe gebeten?<br \/>\n<\/strong>Es gab einen Fall, in dem Arbeiterinnen und Arbeiter bei der Schlie\u00dfung einer Fabrik in East Dagon nicht den gesamten ihnen zustehenden Lohn erhalten haben. Sie wurden sechs Monate lang nicht bezahlt. Zun\u00e4chst riefen uns die Arbeiter an und sagten, dass sie eine Demonstration in der Fabrik organisieren w\u00fcrden. Ich sagte ihnen, sie sollten nicht demonstrieren, da dies zu weiteren Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren k\u00f6nnte, anstatt das zu erreichen, was sie wirklich wollten. Ich organisierte eine direkte Verhandlung mit ihrem Arbeitgeber und \u00fcber 800 Arbeiter erhielten die ihnen zustehenden L\u00f6hne. Dies war ein Erfolg. Die Probleme, mit denen die meisten Arbeitnehmer konfrontiert sind, h\u00e4ngen mit Entlassungen, fehlenden Entsch\u00e4digungen oder dem Verlust einer abh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigung zugunsten eines Tagel\u00f6hners zusammen. Einige Tagel\u00f6hner wurden entlassen, obwohl sie auf eine Bef\u00f6rderung in eine abh\u00e4ngige Besch\u00e4ftigung gehofft hatten. Hierbei handelt es sich um Verletzungen der Arbeitnehmerrechte durch die Arbeitgeber. Einige ausl\u00e4ndische Arbeitgeber wollen die Arbeitnehmer vor dem Hintergrund der derzeitigen politischen Instabilit\u00e4t ausbeuten. Indem sie einen festangestellten Arbeitnehmer wieder als prek\u00e4ren Arbeitnehmer einstellen, sparen sie sechs Tagesl\u00f6hne pro Monat. Wenn sie dies mit Hunderten von Arbeitnehmern tun, erzielen sie weitaus h\u00f6here Gewinne. Die Arbeiter wiederum haben kaum noch Geld, um Lebensmittel zu kaufen.<br \/>\n<strong>Fr\u00fcher gab es neben den Arbeitnehmergewerkschaften auch Arbeitnehmervertreter in den Fabriken. Gibt es sie heute noch?<br \/>\n<\/strong>Nachdem sich die Lage nach dem Putsch etwas beruhigt hatte, \u00f6ffnete das Arbeitsministerium seine Probleml\u00f6sungsmechanismen wieder. In jeder Fabrik wurden wieder Koordinationsteams gebildet, die als Arbeitskoordinationskomitees oder COTs bezeichnet werden. Die Arbeitsverwaltung des aktuellen Regimes hat erkl\u00e4rt, dass sie nicht zulassen wird, dass eine Beschwerde bei den Beh\u00f6rden ohne Konsultation des COE eingereicht wird. In einigen Fabriken gibt es keine Arbeitergewerkschaften, aber es gibt einen COE. Obwohl es hei\u00dft, dass sie mit einem gleichen Verh\u00e4ltnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebildet werden, sind die COEs daf\u00fcr bekannt, dass sie zugunsten des Arbeitgebers arbeiten, und das sogar unter den beiden vorherigen Regierungen. Es ist nicht so einfach, Probleme auf Ausschussebene zu l\u00f6sen. Einige Arbeitergewerkschaften sind bei der Schlie\u00dfung von Fabriken verschwunden, und sie sind nicht in der Lage, sich neu zu formieren. In einigen Fabriken gibt es zwar noch Gewerkschaften, aber sie sind nicht funktionsf\u00e4hig. Mit anderen Worten, die Gewerkschaften haben wenig Handlungsspielraum, was zu mehr Verst\u00f6\u00dfen gegen die Arbeitnehmerrechte f\u00fchrt. Einige Arbeitgeber waren aufgrund dieser Schw\u00e4che in der Lage, Arbeitnehmer zu bedrohen und auszubeuten.<br \/>\n<strong>W\u00fcrden Sie sagen, dass die Besch\u00e4ftigten immer noch in der Lage sind, ihre Rechte durch Demonstrationen einzufordern?<br \/>\n<\/strong>Diese Regierung l\u00e4sst keine Art von Streik zu, geschweige denn Arbeiterstreiks. Au\u00dferdem unterscheiden sich Arbeitnehmerstreiks von anderen politischen Protesten. Studentenproteste basieren auf ihrer Hingabe: Sie bleiben ungeachtet der Bedingungen zusammen, weil sie sich der Sache verschrieben haben. Der Kampf der Arbeiter hingegen basiert auf ihrem Grundbed\u00fcrfnis zu \u00fcberleben. Abh\u00e4ngig von ihren Grundbed\u00fcrfnissen k\u00f6nnen ihre K\u00e4mpfe sehr wichtig sein. Ein weiterer Punkt, den es zu ber\u00fccksichtigen gilt, ist, dass wir in jedem Streik das erreichen m\u00fcssen, wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen \u2013 jeder Streik muss Fr\u00fcchte tragen. Deshalb k\u00f6nnen wir die Entscheidung, uns gegen eine Verwaltung zu stellen, die keine Streiks zul\u00e4sst, nicht einfach treffen. Wenn wir jedoch zu pleite sind, um Lebensmittel zu kaufen, m\u00fcssen wir anfangen, unsere Rechte einzufordern. Wenn Zehntausende von Arbeitnehmern hungern, werden sie auf die Stra\u00dfe gehen und protestieren, ohne dass sie mobilisiert werden m\u00fcssen<\/em>\u2026\u201c Interview von Han Thit mit dem Generalsekret\u00e4r des CCTU, Ye Naing Win, bei Myanmar Now \u2013 dort nicht gefunden, daher als Maschinen\u00fcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen der <a href=\"http:\/\/www.laboursolidarity.org\/Birmanie-syndicalistes-sous-la?lang=fr\">Dokumentation am 5.7.2022 bei laboursolidarity.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>1 Jahr Widerstand gegen die Milit\u00e4rjunta in Myanmar \u2013 Erkl\u00e4rung der Basisgewerkschaften (FGWM) \u2013 \u201estiller Streik\u201c in Myanmar am 1. Februar <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>1 Jahr Widerstand gegen die Milit\u00e4rjunta in Myanmar \u2013 Erkl\u00e4rung der Basisgewerkschaften (FGWM)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201e<em>Anl\u00e4sslich des einj\u00e4hrigen Widerstands gegen die Milit\u00e4rjunta in Myanmar haben die Basisgewerkschaften der Federation of General Workers Myanmar (FGWM) die folgende Erkl\u00e4rung abgegeben. Eine Erkl\u00e4rung, die auch vom Internationalen Bund der Arbeit (IKL), Industrial Workers of the World Wales, Irland Schottland, England Regional Administration (IWW WISE-RA), SAC-Syndikalisterna sowie dem Internationalen Ausschuss der Freien Arbeiter Union (FAU) unterst\u00fctzt wird. (\u2026)<br \/>\nHeute sind die Arbeiter, die sich an der Spitze der Widerstandsbewegung tapfer gegen den Putsch gewehrt haben, nicht nur mit Repressionen durch das Milit\u00e4r konfrontiert, sondern auch mit Verletzungen der Arbeitsrechte am Arbeitsplatz durch die Unternehmer. In dieser Zeit verletzen die Arbeitgeber eklatant die gesetzlichen Arbeitsrechte, die Menschenrechte und die Tarifvertr\u00e4ge. Au\u00dferdem starben viele Arbeiter an der dritten Welle von Covid-19, die w\u00e4hrend des Putsches ausbrach. Indem sie die politische Instabilit\u00e4t ausnutzen, entlassen die Arbeitgeber in unangemessener Weise Festangestellte und ersetzen sie durch Tagel\u00f6hner, die weniger als den gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Die Arbeitgeber weigern sich auch, den vollen Lohn zu zahlen, und es kommt zu Ausbeutung und Zwangsarbeit. Aufgrund des Misstrauens der Masse der Arbeitnehmer und der Unterdr\u00fcckung durch den Milit\u00e4rapparat infolge des Staatsstreichs ist der Mechanismus zur Beilegung von Arbeitskonflikten v\u00f6llig unbrauchbar. Hinzu kommt, dass die Bosse absichtlich die Gewerkschaften zerst\u00f6ren und Informationen \u00fcber die Gewerkschaftsf\u00fchrer an das Milit\u00e4r weitergeben. Dadurch wird die unabh\u00e4ngige Existenz der Gewerkschaften bedroht.<br \/>\nDie Arbeiter der Federation of General Workers Myanmar (FGWM) leisten bis heute auf vielf\u00e4ltige Weise Widerstand gegen die Milit\u00e4rdiktatur. Ebenso h\u00f6ren und dokumentieren wir die Stimmen der Arbeiter, deren Menschen- und Arbeitsrechte unter der Milit\u00e4rherrschaft verletzt werden, um ihnen zu helfen, ihre Beschwerden zu l\u00f6sen, sobald der Widerstand gegen die Diktatur beendet ist. Die FGWM hat auch die CDM-Besch\u00e4ftigten des \u00f6ffentlichen Sektors bei ihren Organisierungsbem\u00fchungen unterst\u00fctzt und Solidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und die Partner, die sich gegen die Milit\u00e4rdiktatur wehrten, durchgef\u00fchrt. (\u2026)<br \/>\nUngeachtet der direkten Unterdr\u00fcckung, der Zwangsarbeit und der verschiedenen Bedrohungen am Arbeitsplatz fordern die gesetzlich nicht gesch\u00fctzten Arbeitnehmer umfassende Wirtschaftssanktionen, die die Einkommensquellen, von denen das Milit\u00e4r direkt oder indirekt profitiert, trockenlegen k\u00f6nnen, um die Milit\u00e4rdiktatur zu beseitigen und sich von dem Sklavenleben unter der Milit\u00e4rherrschaft zu befreien. Wir fordern die Gewerkschaften auf der ganzen Welt auf, die Forderungen der ArbeiterInnen zu unterst\u00fctzen und den ArbeiterInnen bei allen Herausforderungen und Schwierigkeiten, die vor ihnen liegen, solidarisch beizustehen. Wir, die FGWM, die den ersten Widerstand gegen die Junta in Yangon angef\u00fchrt haben, m\u00f6chten an diesem einj\u00e4hrigen Jahrestag des Widerstands sagen, dass wir unseren Widerstand fortsetzen werden, bis die Milit\u00e4rdiktatur und der Chauvinismus beendet sind und die f\u00f6derale Demokratie in Myanmar eingef\u00fchrt ist<\/em>\u2026\u201c Machinen\u00fcbersetzung aus der (engl.) <a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/2022\/02\/01\/fgwmstatement\/\">Erkl\u00e4rung vom 1.2.2022<\/a> bei Global May Day, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Jahrestag des Milit\u00e4rputsches: Aktivisten in Myanmar rufen zu \u201estillem Streik\u201c auf<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>In Myanmar fordern Gegner der Milit\u00e4rjunta zivilen Ungehorsam. Die Gener\u00e4le drohen. Die UN untersuchen die Gewalt gegen das Volk, die USA verh\u00e4ngen Sanktionen. Aktivisten in Myanmar haben anl\u00e4sslich des Jahrestages des Milit\u00e4rputsches zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. Die Gesch\u00e4fte sollten an diesem Dienstag geschlossen, die Menschen zu Hause bleiben. Die Milit\u00e4rf\u00fchrung drohte damit, Teilnehmer dieses \u201estillen Streiks\u201c festzunehmen. \u201eWir k\u00f6nnten festgenommen werden und unser Leben im Gef\u00e4ngnis verbringen \u2013 wenn wir Gl\u00fcck haben\u201c, sagte der Jugendaktivist Nan Lin. \u201eWir k\u00f6nnten gefoltert und get\u00f6tet werden \u2013 wenn wir Pech haben<\/em>.\u201c\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/jahrestag-des-militaerputsches-aktivisten-in-myanmar-rufen-zu-stillem-streik-auf\/28026312.html\">Artikel vom 1.2.2022 beim Tagesspiegel online<\/a><\/li>\n<li>Es gibt auch einen (engl.) <a href=\"https:\/\/www.ituc-csi.org\/myanmar-restore-democracy-one-year?lang=en\">Solidarit\u00e4tsaufruf des IGB<\/a> samt <a href=\"https:\/\/petitions.ituc-csi.org\/democracy-myanmar?lang=en\">Spendenaufruf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Siehe #WhatsHappeningInMyanmar<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Zwischen Milit\u00e4rgewalt, Gewerkschaftszerschlagung und sich verschlechternden Arbeitsbedingungen werden Myanmars FabrikarbeiterInnen von allen Seiten unter Druck gesetzt<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Derzeit gibt es in Myanmar kein Recht auf Vereinigungsfreiheit, kein Recht auf Tarifverhandlungen, keine Arbeitnehmerrechte und \u00fcberhaupt keine Menschenrechte\u201c, sagt Khaing Zar Aung. \u201eUnter der Diktatur kann keine demokratische Gewerkschaft \u00fcberleben.\u201c<br \/>\nF\u00fcr den Bekleidungsarbeiter und Gewerkschaftsaktivisten Thurein Aung h\u00e4ngt die Sicherheit seiner einst\u00fcndigen Motorradfahrt zur Arbeit in Yangon davon ab, welche K\u00e4mpfe in den Tagen zuvor stattgefunden haben. Wenn sich der Konflikt zwischen der Milit\u00e4rjunta Myanmars und den Widerstandskr\u00e4ften des Volkes (in Form der <\/em><a href=\"https:\/\/mod.nugmyanmar.org\/en\/peoples-defence-force\/\"><em>People\u2019s Defense Forces<\/em><\/a> <em>(Volksverteidigungskr\u00e4fte), PDF, in Myanmars Gro\u00dfst\u00e4dten) den Industriegebieten n\u00e4hert, beginnen die Milit\u00e4rkontrollpunkte an den Hauptstra\u00dfen.<br \/>\n\u201eHeute haben die People\u2019s Defense Forces das Milit\u00e4r angegriffen, so dass es jetzt mehr Kontrollpunkte geben wird\u201c, erkl\u00e4rt er gegen\u00fcber der Equal Times. Dies hat einen hohen Preis f\u00fcr die pers\u00f6nliche Sicherheit, insbesondere f\u00fcr die vielen Arbeiter, die mit ihren eigenen oder familieneigenen Motorr\u00e4dern fahren, um die mehr oder weniger zuverl\u00e4ssigen \u00f6ffentlichen Verkehrsnetze zu umgehen. \u201eMein Motorrad wurde schon einmal konfisziert, so dass ich ihnen 10.000 Kyat (etwa 5,60 US-Dollar, das Dreifache des durchschnittlichen Tageslohns) zahlen musste\u201c, sagt er. Es gibt auch Berichte \u00fcber sexuelle \u00dcbergriffe und Verhaftungen an Kontrollpunkten. Aber in den Industriezonen rund um Yangon, Myanmars gr\u00f6\u00dfte Stadt und industrielles Zentrum, m\u00fcssen die Arbeiter genau das in Kauf nehmen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. (\u2026)<br \/>\nVor diesem Hintergrund wurde der Aktivismus der Gewerkschafter mit einem hohen Preis erkauft. Abgesehen davon, dass die Regierung die als Reaktion auf den Staatsstreich gegr\u00fcndete Myanmar Labour Alliance mit 16 Gewerkschaften f\u00fcr illegal erkl\u00e4rt hat, sehen sich die Fabrikarbeiter (etwa 10 Prozent der Besch\u00e4ftigten in Myanmar sind in der verarbeitenden Industrie t\u00e4tig, einem Sektor von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung) mit einem Spie\u00dfrutenlauf von Herausforderungen konfrontiert: Drohungen mit milit\u00e4rischer Gewalt; gezielte Ermordungen von Aktivisten; Versuche von Fabrikbesitzern, die mit der Junta zusammenarbeiten, die Gewerkschaften zu zerschlagen; Massenentlassungen aufgrund der Covid-19-Pandemie, die jetzt durch den Putsch noch versch\u00e4rft wird; steigende Rohstoffpreise, da der Wert des Myanmar-Kyat sinkt; und der sinkende Wert eines ohnehin schon niedrigen Lohns, der zur Zeit zwischen dem t\u00e4glichen Minimum von 4.800 Kyat (ca. US$2. 70) und unter 3.600 Kyat (ca. 2 US$) schwankt, da skrupellose Fabrikbesitzer die verzweifelten Arbeiter ausnutzen.<br \/>\nFast unmittelbar nach dem Staatsstreich organisierten die Gewerkschaften in verschiedenen Sektoren sowohl ihre Mitglieder als auch die nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer, um sich an den Protesten gegen die Junta zu beteiligen und auf die Stra\u00dfe zu gehen. Die Besch\u00e4ftigten wurden auch ermutigt, ihren Widerstand gegen die Milit\u00e4rherrschaft durch Streiks, Arbeitsniederlegungen und Arbeitsniederlegungen zu bekunden. Doch als sich die Wochen und Monate hinzogen, wurde der Tageslohn zu einer Lebensgrundlage, auf die die meisten Arbeitnehmer nicht verzichten konnten. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 gingen sch\u00e4tzungsweise 250.000 Arbeitspl\u00e4tze in der Bekleidungs-, Textil- und Schuhindustrie verloren, wobei die am CDM beteiligten Arbeiter die ersten waren, die entlassen wurden.<br \/>\nThurein Aung \u2013 der immer noch arbeitet und bisher einer Verhaftung entgehen konnte \u2013 sagt, dass seit Beginn des Staatsstreichs 11 einzelne Fabrikgewerkschaften in Yangon, die einst insgesamt 1.300 Mitglieder z\u00e4hlten, jetzt nur noch vier sind. Viele ihrer F\u00fchrer sind auf der Flucht. \u201eEinige sind in ihre D\u00f6rfer oder in andere sichere Zonen geflohen, weil sie in den Widerstandskampf involviert sind\u201c, sagt er.<br \/>\n<\/em><a href=\"https:\/\/www.equaltimes.org\/my-country-needs-you-no\"><em>Khaing Zar Aung<\/em><\/a><em>, Schatzmeister der Confederation of Trade Unions Myanmar (CTUM, des gr\u00f6\u00dften Gewerkschaftsverbands des Landes) und Pr\u00e4sident der Industrial Workers\u2018 Federation of Myanmar (IWFM), best\u00e4tigt, dass viele Gewerkschaftsf\u00fchrer von der Tatmadaw \u201egejagt\u201c werden. (\u2026)<br \/>\nIn den letzten zehn Jahren wurden zwar Versuche unternommen, den Schutz vor Kinderarbeit, Zwangsarbeit und geschlechtsspezifischer Diskriminierung zu verbessern, aber das Land befand sich noch in den Anf\u00e4ngen einer modernen und wirksamen Politik. Ohne solide Grundlagen standen diese neuen Versuche der NLD-Regierung, vers\u00f6hnliche Schutzma\u00dfnahmen zu ergreifen, bereits vor dem Staatsstreich vom 1. Februar auf wackeligen Beinen.<br \/>\nAls Gewerkschaftsf\u00fchrer wie Khaing Zar Aung sahen, wie ihnen diese grundlegenden, aber hart erk\u00e4mpften Arbeitsschutzma\u00dfnahmen entgingen, wurde eine entschlossene Haltung geboren. Angesichts des immer noch vorhandenen Stigmas der Gewerkschaftsmitgliedschaft und der damit verbundenen Bedrohungen sowie des allgemein niedrigen gewerkschaftlichen Verbreitungsgrades (weniger als 1 Prozent der Besch\u00e4ftigten sind gewerkschaftlich organisiert) war die Forderung der Myanmar Labor Alliance nach umfassenden Wirtschaftssanktionen gegen die Junta-Regierung ein mutiger Versuch, die Arbeitnehmerrechte in dem Land wiederherzustellen.<br \/>\nDer Bekleidungssektor ist f\u00fcr die Wirtschaft Myanmars von entscheidender Bedeutung. Vor Covid belieferte er globale Marken wie H&amp;M, Zara und Primark und besch\u00e4ftigte \u00fcber 700.000 schlecht bezahlte, meist weibliche Arbeitskr\u00e4fte, deren Arbeit ein Drittel aller Exporte aus Myanmar ausmachte. Obwohl nur wenige Marken ihre T\u00e4tigkeit in Myanmar eingestellt haben, \u00fcben birmanische und internationale Gewerkschaften weiterhin Druck aus. (\u2026)<br \/>\nW\u00e4hrend einige Besch\u00e4ftigte in den Fabriken wegen ihrer Gewerkschaftsarbeit ins Visier genommen wurden, wurden andere pl\u00f6tzlich und ohne Vorwarnung oder Entsch\u00e4digung arbeitslos, da die Fabrikbesitzer den Betrieb stilllegten und flohen und sich weigerten, monatelange Lohnnachzahlungen zu leisten, und zwar schon vor dem Staatsstreich. In einem von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) im Juli 2021 ver\u00f6ffentlichten Informationspapier (eine zweite Bewertung soll Ende Januar 2022 ver\u00f6ffentlicht werden) wird festgestellt, dass 1,2 Millionen Besch\u00e4ftigte in Myanmar seit Ende 2020 ihren Arbeitsplatz verloren haben, wobei die Arbeitszeit im ersten Quartal 2021 um 14 Prozent gek\u00fcrzt wurde und der Verlust bei Frauen gr\u00f6\u00dfer ist als bei M\u00e4nnern. Ein Bericht des B\u00fcros der Vereinten Nationen f\u00fcr die Koordinierung humanit\u00e4rer Angelegenheiten stellte au\u00dferdem fest, dass seit Beginn der Covid-19-Beschr\u00e4nkungen etwa ein Viertel der Bev\u00f6lkerung ihren Arbeitsplatz verloren hat, wobei 18 Prozent der Haushalte kein Einkommen haben und zwei Drittel ein geringeres Einkommen melden. Der Bericht sch\u00e4tzt, dass im Jahr 2022 die H\u00e4lfte des Landes in Armut leben wird. In den Fabriken, die noch ge\u00f6ffnet sind, haben die Arbeiter nach Aussage von Khaing Zar Aung mit ansehen m\u00fcssen, wie die wenigen Rechte, die sie zuvor hatten, v\u00f6llig verloren gingen. (\u2026)<br \/>\nKhaing Zar Aung sagt, dass sich die Arbeitnehmer bei den von ihr vermittelten Konflikten oft mit weniger zufrieden geben, als sie gefordert haben, weil sie kein Druckmittel haben. Es scheint, dass die Ank\u00fcndigung der Gewerkschaften vom 2. Februar 2021, sich nicht an einem Dialog zu beteiligen, der eine milit\u00e4rische Vertretung, wie z.B. Arbeitsoffiziere, einbezieht, genau mit dieser Situation im Hinterkopf gemacht wurde. \u201eWir nutzen den Streitbeilegungsmechanismus in Myanmar nicht, weil er nichts bringt\u201c, sagt sie. Die Arbeitsbeamten arbeiten nicht unabh\u00e4ngig: \u201eSie werden von den Fabriken bestochen. Wie k\u00f6nnen wir also den Arbeitern helfen?\u201c<br \/>\nIn der Zwischenzeit sind die Arbeiter in einer Zwickm\u00fchle gefangen: Entweder sie entscheiden sich daf\u00fcr, unter immer gef\u00e4hrlicheren Bedingungen f\u00fcr L\u00f6hne zu arbeiten, die immer weniger wert sind, oder sie k\u00e4mpfen an der Seite von CDM-Aktivisten, von denen die meisten von Spenden oder kleinen landwirtschaftlichen Initiativen leben. \u201eEs stimmt, dass die Lebensbedingungen schwierig sind, aber die L\u00f6hne sinken, und die Rohstoffpreise steigen. Unsicherheit bedeutet, dass alle Menschen jederzeit verhaftet werden k\u00f6nnen, sogar in ihren eigenen H\u00e4usern\u201c, sagt Ma Tin Tin Wai. \u201eIn dieser Situation gibt es keine Sicherheit.\u201c<\/em>\u201c Maschinen\u00fcbersetzung aus dem umfangreichen und informativen (engl.) <a href=\"https:\/\/www.equaltimes.org\/between-military-violence-union\">Artikel von Kiana Duncan am 24.1.2022 bei Equal Times<\/a><\/li>\n<li><strong>F\u00fcr die ArbeiterInnen in Myanmar ergibt sich ein weiteres Problem: Unterdr\u00fcckung ihrer Rechte und Ausbeutung<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Fabrikmanager in Myanmar unterdr\u00fccken die Rechte der Arbeiter, wobei obligatorische \u00dcberstunden und versp\u00e4tete Lohnzahlungen nach dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar 2021, der die Zivilregierung des Landes st\u00fcrzte, zur Routine geworden sind, so Quellen.<br \/>\nEine Arbeiterin in einer Bekleidungsfabrik in ausl\u00e4ndischem Besitz in Yangon berichtete RFA, dass sie jetzt 11 Stunden am Tag arbeitet, aber keine Bezahlung f\u00fcr \u00dcberstunden erh\u00e4lt. Die Manager haben jetzt \u201edie Oberhand\u201c im Umgang mit den Besch\u00e4ftigten, sagte sie.<br \/>\n\u201eSie werden dir \u00dcberstunden verg\u00fcten, oder auch nicht. Das ist die Situation, in der wir uns befinden\u201c, sagte Hnin Hnin. \u201eEin normaler Arbeitstag hat acht Stunden, und wenn wir 10 Stunden arbeiten, sollten diese zwei zus\u00e4tzlichen Stunden als \u00dcberstunden bezahlt werden. \u201eAber sie geben sie nur, wenn die Produktionsquote erreicht wird, und wenn ein St\u00fcck Stoff auf den Boden f\u00e4llt, wird der Preis f\u00fcr diesen Stoff von unserem Lohn abgezogen\u201c, sagte sie. In ihrer Fabrik sind rund 8.000 Arbeiter besch\u00e4ftigt, die fast alle mit der gleichen Situation konfrontiert sind, sagte sie.<br \/>\nOtto \u2013 ein Arbeiter in einer Pulloverfabrik in der Stadt Hlaing Tharyar in der Region Yangon \u2013 sagte gegen\u00fcber RFA, er habe noch immer nicht den Lohn f\u00fcr 10 Monate Arbeit erhalten, nachdem seine Fabrik wegen der COVID-19-Pandemie geschlossen wurde.<br \/>\n\u201eWir baten um unseren normalen Tageslohn, und sie sagten, sie k\u00f6nnten ihn nicht zahlen. Dann baten wir um die H\u00e4lfte des Betrags, und sie wollten immer noch nicht zahlen\u201c, sagte er. \u201eSp\u00e4ter wandten wir uns an das Arbeitsamt, um ein Schiedsverfahren zu erwirken, und sie entschieden, dass ich f\u00fcr jeden der f\u00fcnf Monate, die ich gearbeitet hatte, 50.000 Kyat [28 US-Dollar] erhalten sollte.<br \/>\nDie Fabrik wurde daraufhin f\u00fcr einen Monat wieder ge\u00f6ffnet und dann f\u00fcr weitere drei Monate geschlossen, sagte er. \u201eDie vom Arbeitsamt bewilligten 50.000 Kyat pro Monat reichen nicht aus, um unsere Lebenshaltungskosten zu decken, denn allein Essen und Unterkunft kosten rund 70.000 Kyat pro Monat. Aber da das Arbeitsamt diesen Satz bereits festgelegt hat, wissen wir nicht, was wir tun sollen\u201c, sagte er.<br \/>\nKhine Zar Aung, Pr\u00e4sidentin der Industrial Workers Federation of Myanmar, sagte, sie habe mindestens 50 Beschwerden \u00fcber Rechtsverletzungen erhalten, die f\u00fcr ein Gerichtsverfahren in Frage k\u00e4men.<br \/>\n\u201eDie meisten dieser F\u00e4lle betreffen den Bekleidungssektor, und obwohl wir bei F\u00e4llen in der Bekleidungs- und Schuhindustrie helfen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir niemandem helfen, der nicht f\u00fcr internationale Marken arbeitet,\u201c sagte sie. \u201eEs gibt hier keine Rechtsstaatlichkeit, so dass es F\u00e4lle gibt, in denen Rechte ernsthaft verletzt werden, und wir k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nichts dagegen tun\u201c. Rund 40.000 Bekleidungsarbeiterinnen und -arbeiter sind in Myanmar infolge des Staatsstreichs vom 1. Februar ohne Arbeit, aber das Milit\u00e4r hat Mitglieder von Gewerkschaften und anderen Arbeitnehmerorganisationen im Lande verhaftet, was es schwierig macht, eine rechtliche Verteidigung zu organisieren.<br \/>\nDas Arbeitsministerium von Myanmar hat Berichte dementiert, wonach die Arbeiter nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn erhalten, aber die Arbeiter in der Bekleidungsindustrie sagen, dass die meisten von ihnen weder den vollen Lohn noch \u00dcberstundenverg\u00fctung oder Abfindungen erhalten, wenn sie von ihrem Arbeitsplatz getrennt werden. In einem Bericht \u00fcber die Arbeitsrechte im Jahr vor dem Staatsstreich stellte das US-Au\u00dfenministerium fest, dass es \u201eweiterhin Berichte \u00fcber Arbeitgeber gibt, die gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung betreiben\u201c, einschlie\u00dflich der Entlassung oder anderer Repressalien gegen Arbeitnehmer, die Gewerkschaften gegr\u00fcndet haben oder ihnen beigetreten sind.<br \/>\n\u201eDie Gewerkschaften berichteten \u00fcber F\u00e4lle, in denen gegen Besch\u00e4ftigte Strafanzeige erstattet wurde, weil sie von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht hatten, und Gewerkschaftsmitglieder wurden verhaftet und angeklagt, weil sie gegen das Gesetz \u00fcber friedliche Versammlungen versto\u00dfen hatten, als sie Demonstrationen zum Thema Arbeitsrechte im Allgemeinen abhielten\u201c, hei\u00dft es in den L\u00e4nderberichten 2020 des US-Au\u00dfenministeriums \u00fcber Menschenrechtspraktiken<\/em>.\u201c Maschinen\u00fcbersetzung des (engl.) <a href=\"http:\/\/www.laboursolidarity.org\/For-Myanmar-workers-another?lang=en\">Berichtes am 7.1.2022 bei International Labour Network of Solidarity and Struggles<\/a>, dem alternativen gewerkschaftlichen Netzwerk f\u00fcr Solidarit\u00e4t und Kampf<\/li>\n<li><strong>IndustriALL meldet eskalierende Gewalt in Myanmar und unterst\u00fctzt die Kampagne f\u00fcr umfassende Wirtschaftssanktionen<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Seit Mitte Dezember hat das Milit\u00e4r in Myanmar seine Operationen gegen die Volksverteidigungskr\u00e4fte (People\u2019s Defence Force) und die Suche nach pro-demokratischen Aktivisten intensiviert. Bei Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Soldaten und Zivilisten gab es Dutzende von Opfern. Tausende von Dorfbewohnern wurden durch wahllose Artillerieschl\u00e4ge vertrieben.<br \/>\nKhaing Zar, Pr\u00e4sident der IndustriALL-Mitgliedsorganisation, der Industrial Workers\u2018 Federation of Myanmar (IWFM), sagt dazu: \u201eMenschenleben sind in Gefahr; die Menschen fliehen vor den Angriffen und wissen nicht wohin. Die T\u00f6tungen und Folterungen durch die Terrorarmee m\u00fcssen aufh\u00f6ren \u2013 die internationalen Regierungen m\u00fcssen konkrete Ma\u00dfnahmen ergreifen und \u00fcber die NUG humanit\u00e4re Hilfe leisten.\u201c<br \/>\nGewerkschaften in Myanmar, wie die Confederation of Trade Unions of Myanmar (CTUM) und IWFM, haben sich an der Bewegung des zivilen Ungehorsams und zahlreichen nationalen Streiks beteiligt. Gemeinsam mit der Myanmar Labour Alliance haben sie im August eine Kampagne f\u00fcr umfassende Wirtschaftssanktionen gestartet. IndustriALL unterst\u00fctzt die Kampagne f\u00fcr umfassende Wirtschaftssanktionen gegen das Milit\u00e4rregime und fordert multinationale Unternehmen auf, sich aus Myanmar zur\u00fcckzuziehen und ihre Aktivit\u00e4ten dort einzustellen. Der 3. IndustriALL-Kongress im September verabschiedete eine Entschlie\u00dfung zur Unterst\u00fctzung des demokratischen Kampfes in Myanmar<\/em>\u2026\u201c Maschinen\u00fcbersetzung aus der (engl.) <a href=\"https:\/\/www.industriall-union.org\/escalating-violence-in-myanmar\">Meldung von IndustriALL vom 21. Dezember 2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Myanmar: Bekleidungsarbeiterinnen sehen sich einer neuen Bedrohung gegen\u00fcber: einem Boykott<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>W\u00e4hrend die milit\u00e4rische Unterdr\u00fcckung zunimmt, rufen einige Gewerkschaften und Aktivisten Markenhersteller dazu auf, den Bekleidungssektor Myanmars zu boykottieren \u2013 aber nicht jeder glaubt, dass die Kampagne ihr Ziel erreichen wird. Der Bekleidungssektor Myanmars ist eine der j\u00fcngsten wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten des Landes, der j\u00e4hrlich Exporte in Milliardenh\u00f6he erwirtschaftet und Hunderttausende von Arbeitnehmern besch\u00e4ftigt, die meisten von ihnen Frauen unter 35 Jahren. Die letzten 18 Monate waren f\u00fcr die Branche jedoch schwierig, da zun\u00e4chst COVID-19 und dann der Staatsstreich zu Auftragsstornierungen und Arbeitsplatzverlusten f\u00fchrten. Selbst die Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz behalten konnten, mussten aufgrund der reduzierten Arbeitszeiten einen Einkommensr\u00fcckgang hinnehmen. Die letzten 18 Monate waren f\u00fcr die Branche jedoch schwierig, denn erst COVID-19 und dann der Staatsstreich f\u00fchrten zu Auftragsstornierungen und Arbeitsplatzverlusten. Selbst die Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz behalten konnten, mussten aufgrund der reduzierten Arbeitszeiten Einbu\u00dfen bei ihrem Einkommen hinnehmen. (\u2026) Ende August begannen Aktivisten und Gewerkschaften damit, Markenunternehmen zum Boykott und zur Ver\u00e4u\u00dferung ihrer Anteile an Myanmar aufzurufen \u2013 eine Kampagne, die nach Ansicht der Bef\u00fcrworter notwendig ist, um das Milit\u00e4rregime zu beseitigen, die aber nach Ansicht von Kritikern dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass noch mehr Bekleidungsarbeiter arbeitslos werden oder f\u00fcr niedrigere L\u00f6hne arbeiten m\u00fcssen und die kaum Auswirkungen auf die Finanzen der Junta hat. (\u2026) Nachdem COVID-19 Anfang 2020 in Kraft getreten war, sahen sich die Bekleidungsfabriken mit Engp\u00e4ssen bei der Versorgung mit Rohstoffen aus China konfrontiert, da die Lieferanten ihre Produktion einstellten und logistische Schwierigkeiten auftraten. In der zweiten Jahresh\u00e4lfte begannen europ\u00e4ische Marken, ihre Bestellungen aufgrund der nachlassenden Verbrauchernachfrage in europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten zu k\u00fcrzen, von denen die meisten geschlossen waren. Ende 2020 waren mehr als 100 der rund 700 Textilfabriken in Myanmar gezwungen, vor\u00fcbergehend oder dauerhaft zu schlie\u00dfen. Der Putsch hat dem Land einen noch gr\u00f6\u00dferen Schlag versetzt. Die gewaltsame Reaktion des Regimes auf friedliche Proteste und die sich rasch ausbreitende Bewegung des zivilen Ungehorsams hat den Bekleidungssektor schnell zum Erliegen gebracht. (\u2026) Am 14. M\u00e4rz t\u00f6teten Sicherheitskr\u00e4fte mehr als 50 Menschen in Hlaing Tharyar, wo sich die meisten Bekleidungsfabriken des Landes befinden. Nachdem Dutzende von Fabriken in Brand gesteckt worden waren, verh\u00e4ngte das Regime \u00fcber Hlaing Tharyar und mehrere andere Industriest\u00e4dte das Kriegsrecht. In der Zwischenzeit hatten Massenstreiks den Bankensektor und den Betrieb in den H\u00e4fen von Yangon lahm gelegt, so dass es praktisch unm\u00f6glich war, internationale \u00dcberweisungen zu t\u00e4tigen oder Fertigprodukte aus dem Land zu versenden. Gro\u00dfe ausl\u00e4ndische Marken setzten bald ihre Bestellungen in Myanmar aus, angefangen mit dem schwedischen Modeh\u00e4ndler H&amp;M Anfang M\u00e4rz. Obwohl der Betrieb in einigen Fabriken im Mai und Juni wieder aufgenommen wurde, kam er im Juli erneut zum Erliegen, als eine t\u00f6dliche dritte Welle von COVID-19 auftrat. Einige Besch\u00e4ftigte im Bekleidungssektor und in anderen Fabriken kritisierten ihre Arbeitgeber daf\u00fcr, dass sie sie nicht angemessen vor dem Virus gesch\u00fctzt hatten, sagten jedoch, dass sie nicht in der Lage waren, Abhilfe zu schaffen, da das Regime gegen die Gewerkschaften vorgegangen war und wenig Interesse an der Durchsetzung der Arbeitsgesetze und -normen hatte. (\u2026)\u00a0 Diese Unterbrechungen f\u00fchrten dazu, dass die Bekleidungsexporte in den ersten neun Monaten des Steuerjahres um 20 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar einbrachen, wie Zahlen des Handelsministeriums zeigen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Situation bessert, da die Weltbank im Juli prognostizierte, dass Myanmars Wirtschaft im Steuerjahr 2020-21, das am 30. September endete, um 18% schrumpfen w\u00fcrde, und die Asiatische Entwicklungsbank gab im vergangenen Monat eine \u00e4hnliche Prognose heraus. Beide haben keine Vorhersage f\u00fcr 2021-22 gemacht, wobei die ADB sagte, es g\u00e4be zu viel Unsicherheit. F\u00fcr den Bekleidungssektor und vor allem f\u00fcr die Arbeitnehmer ist der Schaden bereits erheblich. Die IAO sch\u00e4tzt, dass in den 18 Monaten bis Mitte 2021 fast 350.000 Arbeiter ihren Arbeitsplatz verloren haben, die meisten von ihnen seit dem Staatsstreich. Der Verband der Bekleidungshersteller in Myanmar geht von einer konservativeren Sch\u00e4tzung aus und sagt, dass 157.000 Bekleidungsarbeiter \u2013 etwa jeder Vierte \u2013 seit der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben. (\u2026) Die Bekleidungsarbeiterinnen und -arbeiter und ihre Gewerkschaften standen bei den ersten Protesten gegen den Staatsstreich Anfang Februar an vorderster Front und spielten eine wesentliche Rolle bei der Ausl\u00f6sung der landesweiten Demonstrationen, die das Land schnell erfassten. In jenen ersten Wochen waren ihre Botschaften einfach: Sie forderten das Milit\u00e4r auf, das Land wieder zivil zu regieren, und baten gleichzeitig internationale Markenunternehmen um Unterst\u00fctzung und Achtung ihres Streikrechts. Die brutale Niederschlagung des Milit\u00e4rs bedeutet, dass die Arbeitnehmer nicht mehr streiken oder protestieren k\u00f6nnen, und der Ton der Forderungen hat sich \u2013 zumindest in einigen Kreisen \u2013 ge\u00e4ndert. Einige Gewerkschaften und Aktivisten fordern nun Investoren auf, sich vollst\u00e4ndig aus dem Land zur\u00fcckzuziehen, und verlangen, dass Markenunternehmen keine Waren mehr aus Myanmar beziehen. Die Myanmar Labor Alliance, zu der die Confederation of Trade Unions Myanmar (CTUM) und die Industrial Workers\u2018 Federation of Myanmar (IWFM) geh\u00f6ren, sagte k\u00fcrzlich, dass die umfassenden Wirtschaftssanktionen und ein Boykott notwendig seien, um \u201edas Milit\u00e4r zu brechen\u201c und \u201ealle zu ermutigen, die sich f\u00fcr den Sturz des Regimes einsetzen\u201c. \u201eWir fordern multinationale Unternehmen auf, ihre Gesch\u00e4fte in Myanmar ab heute nicht mehr fortzusetzen, einschlie\u00dflich der Modemarken\u201c, erkl\u00e4rten sie in einer Erkl\u00e4rung. ie Marken stellen bereits seit Monaten ihre Zusammenarbeit mit Myanmar in Frage. Im Mai erkl\u00e4rten europ\u00e4ische Eink\u00e4ufer, darunter prominente internationale Marken wie H&amp;M, Primark, Bestseller und Inditex, der Eigent\u00fcmer von Zara, in einer von der Bekleidungsgruppe von EuroCham Myanmar ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung, sie bef\u00e4nden sich in einem \u201eDilemma\u201c, ob sie bleiben oder gehen sollten. Die j\u00fcngste Kampagne hat den Druck auf die Unternehmen noch erh\u00f6ht, die Beschaffung in Myanmar einzustellen, und k\u00f6nnte die Branche Hunderttausende von Arbeitspl\u00e4tzen kosten. Die Gewerkschaften, die hinter der Initiative stehen, sagen jedoch, dies sei der Preis, der f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der R\u00fcckkehr der Demokratie in Myanmar gezahlt werden m\u00fcsse. Am 31. August gaben die gro\u00dfen internationalen Gewerkschaften IndustriALL Global Union und der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) bekannt, dass sie die Kampagne unterst\u00fctzen. (\u2026) Andere bezweifeln jedoch, dass sich die Kampagne lohnen wird, selbst wenn sie ihre Ziele erreicht. Die pauschalen Sanktionen, die gegen Myanmar nach dem Angriff auf den Konvoi von Daw Aung San Suu Kyi in Tabayin in der Region Sagaing im Jahr 2003 verh\u00e4ngt wurden, haben Hunderttausende von Menschen arbeitslos gemacht, aber anscheinend wenig Druck auf das Regime ausge\u00fcbt. \u201eEin Boykott der Bekleidungsindustrie Myanmars wird den Arbeitern, die noch Arbeit haben, viel Schmerz zuf\u00fcgen, aber dem Regime nur wenig\u201c, sagte Richard Horsey, ein unabh\u00e4ngiger politischer Analyst und ehemaliger Vertreter der ILO Myanmar. Er sagte, die Boykottkampagne sei \u201esehr ungl\u00fccklich und kontraproduktiv\u201c und werde \u201ejunge Frauen aus armen Familien unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark treffen\u201c. Auch die Arbeitnehmer \u00e4u\u00dferten sich gegen\u00fcber Frontier besorgt \u00fcber die Auswirkungen auf ihre Arbeitspl\u00e4tze. Kaylar Ko Ko sagte, dass sich die Bedingungen f\u00fcr die Arbeiter zwar verschlechtert h\u00e4tten und es jetzt viele \u201eunterdr\u00fcckerische Fabriken gebe, die nicht an die Arbeiter denken\u201c, er aber trotzdem irgendwie \u00fcber die Runden kommen m\u00fcsse<\/em>\u2026\u201c Aus dem (engl.) <a href=\"https:\/\/www.frontiermyanmar.net\/en\/garment-workers-face-a-fresh-threat-a-boycott\/\">Beitrag vom 7. Ocktober 2021 bei Frontier Myanmar<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>(Maschinen\u00fcbersetzung)<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Myanmar: \u201eDie ArbeiterInnen haben alle ihre Rechte verloren\u201c. Putsch und dritte Welle gef\u00e4hrden FabrikarbeiterInnen<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Einigen Fabrikbesitzern wird vorgeworfen, ihre Angestellten w\u00e4hrend des j\u00fcngsten COVID-19-Ausbruchs ausgebeutet und nicht gesch\u00fctzt zu haben, und da die Gewerkschaften seit dem Staatsstreich nicht mehr aktiv sind, k\u00f6nnen die Arbeiter keine Rechtsmittel einlegen. (\u2026) Das myanmarische Arbeitsrecht erlaubt Arbeitnehmern bis zu 30 Tage bezahlten Krankenurlaub, wenn sie ein \u00e4rztliches Attest vorlegen k\u00f6nnen, aber Aung Min Theins Arbeitgeber stuften ihn f\u00fcr die Tage, an denen er an COVID-19 erkrankt war, einfach als abwesend ein. \u201eIch habe mich zwei Wochen lang zu Hause ausgeruht, weil mein Vorgesetzter mir sagte, ich solle nicht zur Arbeit kommen. Aber ich habe 14 Tage Lohn, \u00dcberstunden und eine Anwesenheitspr\u00e4mie verloren\u201c, sagte er. Fabrikarbeiter erhalten den t\u00e4glichen Mindestlohn von 4.800 K sowie \u00dcberstunden und eine Pr\u00e4mie von etwa 20.000 K, wenn sie im Laufe des Monats keinen Urlaub nehmen. Ein Arbeiter, der auch nur einen Tag Urlaub nimmt, verliert die Pr\u00e4mie und die \u00dcberstunden. (\u2026) Nach Ansicht von Arbeitnehmern und Arbeitsrechtsaktivisten haben auch die Arbeitgeber nicht genug getan, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. (\u2026) Die Gewerkschaftsaktivistin Ma Nwet Yi Win sagte, dass einige Fabrikbesitzer in den Industriezonen von Yangon, wie z.B. in Hlaing Tharyar oder Shwepyithar, die fehlende \u00dcberwachung seit dem Staatsstreich vom 1. Februar ausgenutzt h\u00e4tten. Sie sagte auch, dass die Fabriken unter der Regierung der Nationalen Liga f\u00fcr Demokratie besser in der Lage gewesen seien, die Ausbreitung der ersten und zweiten Welle von COVID-19 zu verhindern. \u201eDie NLD-Regierung erlaubte den Fabriken, w\u00e4hrend der zweiten Welle zu \u00f6ffnen, aber nur nach Kontrollen, um sicherzustellen, dass sie COVID-19-Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen umgesetzt hatten. Jetzt inspiziert niemand die Fabriken. Die Fabrikbesitzer sind froh, wenn sie von der Regierung ignoriert werden\u201c, sagte sie. (\u2026) Gewerkschaftsf\u00fchrer erkl\u00e4rten gegen\u00fcber Frontier, dass die Arbeitgeber ungestraft handeln konnten, weil die Besch\u00e4ftigten nicht nur verzweifelt um ihren Arbeitsplatz k\u00e4mpften, sondern auch das Gef\u00fchl hatten, dass es niemanden gab, an den sie sich um Hilfe wenden konnten. Gewerkschaftsf\u00fchrer und Arbeitnehmerrechtsaktivisten f\u00fchrten einige der ersten Proteste gegen den Staatsstreich in Yangon an und sind nach wie vor wichtige Figuren im Widerstand gegen die Milit\u00e4rherrschaft. Infolgedessen sind sie zur Zielscheibe des Regimes geworden, und mindestens 20 von ihnen wurden seit dem Putsch verhaftet. Ein ehemaliger Gewerkschaftsf\u00fchrer der Tai Yi-Schuhfabrik in Hlaing Tharyar, die nach dem Staatsstreich geschlossen wurde, sagte, dass Gewerkschaftsaktivisten und Gewerkschaften gezwungen worden seien, sich zur\u00fcckzuhalten, und dass die Arbeiter nicht mehr wie unter der NLD-Regierung Beschwerden vorbringen k\u00f6nnten. (\u2026) Das Verbindungsb\u00fcro der Internationalen Arbeitsorganisation in Myanmar erkl\u00e4rte, es beobachte die Situation. Das B\u00fcro stehe in engem Kontakt mit Organisationen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten, und erhalte regelm\u00e4\u00dfig aktuelle Informationen \u00fcber die Lage der Arbeitnehmer w\u00e4hrend der dritten Welle, sagte Anne Boyd, die IAO-Sprecherin in Yangon, am 26. August gegen\u00fcber Frontier. \u201eDie dritte Welle von COVID-19 ist in Myanmar verheerender und weiter verbreitet als die beiden vorangegangenen Wellen. Sie hat zum Verlust von Menschenleben, zum Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen, zu verk\u00fcrzten Arbeitszeiten, zu mangelnder Arbeitsplatzsicherheit, zu Gesundheitsrisiken und letztlich zum Verlust der Lebensgrundlage vieler Menschen gef\u00fchrt\u201c, sagte Boyd. Auf die Frage, ob die IAO Informationen \u00fcber Beschwerden von Arbeitnehmern bereitstellen k\u00f6nne, die behaupten, dass ihre Arbeitsrechte w\u00e4hrend der dritten Welle von den Arbeitgebern missachtet wurden, sagte Boyd: \u201eUnser Amt greift in der Regel nicht direkt in einzelne Arbeitskonflikte zwischen zwei Parteien ein.\u201c (\u2026) Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sch\u00e4tzte in einem im Juli ver\u00f6ffentlichten Bericht, dass die Besch\u00e4ftigung in Myanmar im zweiten Quartal 2021 gegen\u00fcber dem vierten Quartal 2020 um 6 % zur\u00fcckgegangen ist, was einem Verlust von 1,2 Millionen Arbeitspl\u00e4tzen entspricht. Dar\u00fcber hinaus sch\u00e4tzte die ILO, dass in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2021 14 Prozent der Arbeitsstunden verloren gingen, was der Arbeitszeit von mindestens 2,2 Millionen Vollzeitbesch\u00e4ftigten entspricht. Alle Wirtschaftszweige seien betroffen, wobei das Baugewerbe, die Bekleidungsindustrie sowie der Tourismus und das Gastgewerbe am st\u00e4rksten betroffen seien, sowohl was die Zahl der Arbeitsstunden als auch den Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen angeht. Frauen waren unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark betroffen, da sie die Mehrheit der Besch\u00e4ftigten in diesen Branchen ausmachten. (\u2026) Die Gewerkschaftsaktivistin Nwet Yi Win sagte, die Angst vor Lohneinbu\u00dfen im Krankheitsfall bedeute, dass viele Arbeitnehmer nicht die Absicht h\u00e4tten, Urlaub zu nehmen, wenn sie COVID-19-Symptome entwickelten. \u201eWenn sie ihren Geruchssinn verlieren, sagen sie es niemandem und gehen ganz normal zur Arbeit, aber das verschlimmert die Infektionsrate\u201c, sagte sie<\/em>\u2026\u201c Maschinen\u00fcbersetzung der wichtigsten Passagen aus dem (engl.) <a href=\"http:\/\/www.laboursolidarity.org\/Myanmar-Workers-have-lost-all?lang=en\">Artikel vom 9.9.2021 aus frontiermyanmar.net<\/a>, dokumentiert beim International Labour Network of Solidarity and Struggles<\/li>\n<li><strong>\u00dcber 400.000 Staatsbedienstete in Myanmar streiken weiterhin gegen das Milit\u00e4rregime<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Nach Angaben von Myanmars Schattenregierung der Nationalen Einheit (NUG) streiken seit Februar \u00fcber 400.000 Staatsbedienstete gegen das Milit\u00e4rregime. Der Planungs- und Finanzminister der NUG, U Tin Tun Naing, sagte am Dienstag, dass sich bisher fast 410.000 Staatsbedienstete \u201estandhaft der Bewegung des Zivilen Ungehorsams (CDM) angeschlossen haben\u201c. Die genaue Zahl der Staatsbediensteten im Land ist nicht bekannt. Einigen Sch\u00e4tzungen zufolge gibt es mehr als eine Million Staatsbedienstete. Nach diesen Zahlen streiken fast die H\u00e4lfte aller Staatsbediensteten aus Protest gegen die Milit\u00e4rherrschaft. Seit dem Staatsstreich der Junta im Februar weigern sich Regierungsangestellte, von Direktoren bis hin zu untergeordneten Beamten und Angestellten, und sogar einige Polizisten und Soldaten aus dem Innen- und Verteidigungsministerium, f\u00fcr das Regime zu arbeiten, um die Junta daran zu hindern, das Land ordnungsgem\u00e4\u00df zu verwalten. Viele der streikenden Staatsbediensteten wurden entlassen oder mit Verhaftung bedroht. Andere sind untergetaucht. Die NUG, die von den gew\u00e4hlten Gesetzgebern der gest\u00fcrzten Regierung der Nationalen Liga f\u00fcr Demokratie und ihren ethnischen Verb\u00fcndeten gebildet wurde, versucht, die Geh\u00e4lter der an der CDM beteiligten Beamten, insbesondere der Nachwuchskr\u00e4fte, zu finanzieren. (\u2026)<br \/>\nIm Juli, als sich die dritte Welle der COVID-19-Pandemie \u00fcber das Land ausbreitete, waren die Krankenh\u00e4user wegen des Mangels an medizinischem Personal \u00fcberfordert, und der am Boden zerst\u00f6rte Putschistenf\u00fchrer wies sie an, \u00c4rzte und Krankenschwestern auf Vertragsbasis einzustellen. Auch der Bankensektor wurde durch den CDM lahmgelegt, da sowohl private als auch staatliche Banken aufgrund des streikenden Personals kaum noch arbeiten konnten. Es wird vermutet, dass die tats\u00e4chliche Zahl der streikenden Staatsbediensteten h\u00f6her ist als die gemeldete Zahl, zum Teil weil viele Beamte in den letzten Monaten vom Regime gezwungen wurden, an ihren Arbeitsplatz zur\u00fcckzukehren. Gleichzeitig hat die Zahl der Soldaten und Polizisten, die aus ihren Einheiten desertieren, zugenommen. In diesem Monat sind fast 2.000 von ihnen seit dem Putsch der CDM beigetreten. (\u2026)<br \/>\nDie NUG hat seit ihrer Gr\u00fcndung im April versucht, streikende Beamte zu unterst\u00fctzen, allerdings mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Um mehr Mittel f\u00fcr sie aufzubringen, hat die NUG diesen Monat eine Online-Lotterie gestartet. 70 Prozent der Einnahmen aus der Lotterie gehen an die Unterst\u00fctzung der Streikenden. Die Lotterie hat sich als \u00e4u\u00dferst beliebt erwiesen, da alle Lose am Tag des Starts innerhalb von etwas mehr als einer Stunde ausverkauft waren, obwohl das Regime gedroht hat, jeden zu bestrafen, der sie spielt. Bis Dienstag wurden in nur f\u00fcnf Tagen fast 250.000 Lose verkauft<\/em>\u2026\u201c So die wichtigsten Passagen des (engl.) <a href=\"https:\/\/www.irrawaddy.com\/news\/burma\/over-400000-myanmar-civil-servants-still-on-strike-against-military-regime.html\">Artikels vom 25. August 2021 in The Irrawaddy<\/a><\/li>\n<li><strong>Coronavirus: Myanmar: Der Putsch als Superspreader<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Im brutalen Chaos, mit dem Myanmars Gener\u00e4le das Land \u00fcberziehen, hat das Virus leichtes Spiel. Die Vereinten Nationen dringen auf eine Impfkampagne \u2013 \u201eunabh\u00e4ngig von Politik, Ethnizit\u00e4t oder Religion\u201c In Myanmar w\u00fctet neben einem bewaffneten Konflikt zwischen Gener\u00e4len und Bev\u00f6lkerung auch die Pandemie. Um m\u00f6glichst viele Menschen zu impfen, versuchen die Vereinten Nationen in Dialog mit der Milit\u00e4rjunta zu treten. (\u2026) Seit Monaten wird gegen den Putsch auf den Stra\u00dfen demonstriert. Das Milit\u00e4r regiert mit H\u00e4rte, was allerdings keineswegs zu einem Ende der Proteste gef\u00fchrt hat. In mehreren Gegenden, die teilweise schon w\u00e4hrend einer zuvor jahrzehntelangen Milit\u00e4rdiktatur diskriminiert wurden, haben sich alte Widerstandsgruppen bewaffnet. Anderswo haben Menschen die Flucht ergriffen. Laut der Vereinigung f\u00fcr Politische Gefangene in Myanmar sind mittlerweile mehr als 1000 Menschen erschossen und mehr als 7300 festgenommen worden. (\u2026) Vergangene Woche berichtete die UN-Gesandte Christine Schraner Burgener, dass insgesamt 330 000 Infektionsf\u00e4lle mit Covid-19 dokumentiert worden sind, davon allein gut 3600 an einem einzigen Tag. Angesichts der myanmarischen Bev\u00f6lkerung von 54 Millionen klingen die Zahlen gering. Sie t\u00e4uschen dar\u00fcber hinweg, dass \u00fcber Monate lang \u00fcberhaupt kein Fall dokumentiert worden ist. Die tats\u00e4chliche Infektionszahl betr\u00e4gt ein Vielfaches. Wie viel genau, ist schwer abzusch\u00e4tzen. Schlie\u00dflich leidet von allen Sektoren des \u00f6ffentlichen Lebens in Myanmar das Gesundheitssystem besonders unter der politischen Krise. Organisierte Gruppen aus Krankenh\u00e4usern geh\u00f6rten anfangs zu den treibenden Kr\u00e4ften im Land, die die Proteste gegen den Putsch anzettelten und immer wieder Generalstreiks provozierten. Im politischen Chaos ging die Pandemie Anfang des Jahres schlicht unter. Hinzu kam, dass das Milit\u00e4r mit Vergeltungsschl\u00e4gen reagierte und auch vor Sch\u00fcssen in Krankenh\u00e4user nicht zur\u00fcckgeschreckt hat. Den Zustand des Gesundheitssystems in einem ohnehin armen Land hat dieses Verhalten nicht gerade verbessert. So d\u00fcrften viele Menschen, die Covid-19-Symptome haben, einen Krankenhausbesuch derzeit mehr f\u00fcrchten als die Infektion mit dem Virus<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/myanmar-der-putsch-als-superspreader-90937445.html\">Artikel von Felix Lill vom 23.08.2021 in der FR online<\/a><\/li>\n<li><strong>Gewerkschaften in Myanmar fordern umfassende Wirtschaftssanktionen<br \/>\n<\/strong><em>\u201eIn der Berichterstattung \u00fcber die Situation in Myanmar ist es ruhiger geworden. Doch das Land und seine Bev\u00f6lkerung leiden weiterhin unter den gewaltsamen Repressalien der Milit\u00e4rs. Im Gespr\u00e4ch mit dem internationalen Gewerkschaftsverband IndustriALL erl\u00e4utert Gewerkschaftspr\u00e4sidentin Khaing Zar, warum interner Widerstand allein nicht ausreicht (\u2026): \u201eEs gibt keine Rechte f\u00fcr Gewerkschaften ohne politische Freiheit (\u2026) Unsere Gewerkschaften k\u00f6nnen nicht arbeiten. Viele unserer Gewerkschaftsf\u00fchrer*innen wurden verhaftet oder sind untergetaucht, nachdem Haftbefehle gegen sie erlassen wurden. Tarifvertr\u00e4ge wurden gek\u00fcndigt. Die Arbeitgeber*innen geben Namen, Bilder und pers\u00f6nlichen Daten von Gewerkschaftsmitgliedern an das Milit\u00e4r weiter. Sie nutzen die Situation aus, um Festangestellte loszuwerden und Gelegenheitsarbeiter f\u00fcr weniger als den Mindestlohn in unsicheren Fabriken ohne Schutz gegen Corona zu besch\u00e4ftigen. Globale Marken, die in Myanmar investieren, haben nicht genug getan, um die Arbeiter*innen zu sch\u00fctzen. Das Leben der Arbeiter*innen wird sich nicht verbessern, solange wir dieses Regime nicht abschaffen. Um dies zu erreichen, m\u00fcssen wir ihnen den Zugang zu allen Ressourcen verwehren. Wenn sie kein Geld haben, k\u00f6nnen sie keine Waffen kaufen, um Menschen zu erschie\u00dfen, und sie werden die Kontrolle verlieren.\u201c (\u2026) IndustriALL-Generalsekret\u00e4r Valter Sanches sagte: \u201eDer Mut und die Taten der Menschen in Myanmar, die t\u00e4glich ihr Leben riskieren, um die Milit\u00e4rdiktatur zu st\u00fcrzen, sind beeindruckend. Um diesen Kampf zu gewinnen, m\u00fcssen die Forderungen der Gewerkschaften Myanmars ernst genommen und international umgesetzt werden. Die Milit\u00e4rdiktatur muss aus den UN-Gremien und der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen werden, die Regierung der Nationalen Einheit muss anerkannt werden. Dies muss sofort auf der kommenden UN-Generalversammlung von allen internationalen Regierungen, die die Demokratie und die grundlegenden Menschen- und Gewerkschaftsrechte achten, umgesetzt werden. Es ist auch von entscheidender Bedeutung, der Diktatur durch umfassende Sanktionen den Geldhahn zuzudrehen\u2026\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/femnet.de\/fuer-frauenrechte\/kampagnen\/solidarityworks-unsere-arbeit-in-produktionslaendern\/nachrichten-produktionslaender\/346-nachricht-und-berichte-aus-myanmar\/1908-gewerkschaften-in-myanmar-fordern-umfassende-wirtschaftssanktionen.html\">Ein zuerst am 22. Juli 2021 auf der Homepage von IndustriALL und nun auf Deutsch am 19. August 2021 bei femnet.de ver\u00f6ffentlichter Beitrag<\/a><\/li>\n<li><strong>\u201eDie Menschen der Arbeiterklasse waren entscheidend\u201c \u2013 Interview mit Studenten in Myanmar<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Left Voice interviewte zwei studentische Aktivisten, die Widerstand gegen den Milit\u00e4rputsch in Myanmar geleistet haben. Sie sprachen \u00fcber die Geschichte des Landes und die Rolle der Studenten und Arbeiter im Widerstand gegen den Putsch. Studenten in Myanmar haben eine wichtige Rolle im Widerstand gegen das Milit\u00e4rputschregime gespielt, seit dieses im Februar die Kontrolle \u00fcber die Regierung \u00fcbernommen hat. (\u2026) Die Menschen der Arbeiterklasse sind einer der wichtigsten Teile dieser Revolution. Ihr revolution\u00e4rer Geist ist so stark, dass die Milit\u00e4rregierung in den Gebieten und Gemeinden, in denen Arbeiter leben, das Kriegsrecht verh\u00e4ngen musste. Und sie zielen auch auf die Proteste, an denen die Arbeiterklasse am meisten teilnimmt. Die Arbeiter sind auch ein gro\u00dfer Teil der Bewegung des zivilen Ungehorsams. Vor allem die Eisenbahner. Das Milit\u00e4r kann nicht im ganzen Land Z\u00fcge fahren lassen, weil alle Menschen aus der Arbeiterklasse gestreikt haben. Die Menschen der Arbeiterklasse waren entscheidend f\u00fcr unsere Bewegung. Und sie werden auch weiterhin entscheidend sein, wenn wir zu den Waffen greifen werden<\/em>\u2026\u201c Aus dem <a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/working-class-people-have-been-crucial-interview-with-students-in-myanmar\/\">Interview \u201e\u201cWorking-Class People Have Been Crucial\u201d \u2014 Interview with Students in Myanmar\u201c am 7.6.20212 bei Left Voice<\/a><\/li>\n<li><strong>Neue Angriffe der Milit\u00e4rjunta auf Gewerkschaften \u2013 Internationaler Gewerkschaftsbund richtet Streikfonds ein und bittet um Spenden<br \/>\n<\/strong>Unter der \u00dcberschrift \u201eMyanmar: Die internationale Gemeinschaft muss sich einem neuen Angriff der Milit\u00e4rjunta auf die Gewerkschaft widersetzen\u201c <a href=\"https:\/\/www.ituc-csi.org\/myanmar-international-community?lang=en\">schreibt der Internationale Gewerkschaftsbund am 4.6.21<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>(engl.): P\u00e4sse wurden annulliert und Haftbefehle gegen mehrere f\u00fchrende Mitglieder der Confederation of Trade Unions, Myanmar (CTUM) ausgestellt, einige von ihnen wurden festgenommen. Das Regime hat Regierungen auf der ganzen Welt angeschrieben und sie aufgefordert, eine Reihe von P\u00e4ssen nicht mehr anzuerkennen. Sharan Burrow, Generalsekret\u00e4rin des IGB, sagte: \u201eDieser feige, verzweifelte Akt zeigt, dass der Widerstand des Volkes von Myanmar und seiner Arbeitergewerkschaften funktioniert. \u201eDies ist das Verhalten eines Regimes, das verzweifelt und ver\u00e4ngstigt ist. \u201eAber die Menschen in Myanmar brauchen alle Unterst\u00fctzung, die wir ihnen geben k\u00f6nnen, um erfolgreich zu sein. Ich rufe alle Regierungen auf, die einen Brief vom Milit\u00e4rregime erhalten, in dem sie aufgefordert werden, die P\u00e4sse zu annullieren, diese Aufforderung zu ignorieren und den betroffenen Menschen Asyl und Schutz zu gew\u00e4hren. \u201eDiese Menschen verdienen unsere Unterst\u00fctzung und unsere besten Bem\u00fchungen, diese Verfolgung zu beenden.\u201c Der IGB hat einen Streikfonds eingerichtet, um Arbeiter und Familien in Myanmar zu unterst\u00fctzen, die durch Streiks oder andere Protestaktionen ihre Existenzgrundlage verloren haben\u2026. Siehe und beachte <a href=\"https:\/\/www.ituc-csi.org\/myanmar-strike-fund?lang=en\">die Spendenkampagne<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Widerstand gegen Myanmars Putschregime: Lehrkr\u00e4fte und Uni-Personal streiken, andere greifen zu den Waffen<br \/>\n<\/strong><em>\u201eWie k\u00f6nnen Schulen und Universit\u00e4ten ohne einen Gro\u00dfteil der Lehrkr\u00e4fte funktionieren? Diese Frage stellt sich am Beginn des neuen Bildungsjahres in Myanmar. Nach Angaben eines f\u00fchrenden Vertreters der Lehrervereinigung vor Reportern des britischen Guardian sind aktuell 125 900 Lehrerinnen und Lehrer wegen ihrer Teilnahme an der zivilen Widerstandsbewegung gegen den Putsch vom Dienst suspendiert. Das ist beinahe ein Drittel aller p\u00e4dagogischen Kr\u00e4fte an Schulen, deren Gesamtzahl bei etwa 430 000 liegt. Nicht anders sieht es an den Universit\u00e4ten aus. Die akademischen Besch\u00e4ftigten an den Hochschulen waren neben medizinischen Fachkr\u00e4ften unter den Ersten, die sich gleich im Februar zu Protestaktionen auf den Stra\u00dfen versammelten oder vor ihren Institutionen streikten. Mittlerweile sollen nach Angaben ihrer Verb\u00e4nde 19 500 von ihnen gefeuert sein \u2013 bei insgesamt sch\u00e4tzungsweise 26 000 Dozent*innen ist das eine so deutliche Mehrheit, dass die Universit\u00e4ten de facto nicht mehr arbeitsf\u00e4hig sind. Die Bildungsbeh\u00f6rde, so Betroffene, hatte ihnen zuletzt noch einmal den Druck erh\u00f6ht. Doch viele Lehrende, ganz egal welcher Ebene, wollen sich nicht zum Handlanger dieses Regimes machen. \u00c4hnlich sehen das etliche Eltern, die ihre Kinder vorerst nicht zur Schule schicken wollen, und Studierende, die gemeinsam mit ihren Dozent*innen demonstrieren und streiken. (\u2026) Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bereits mindestens 840 Menschen durch die Milit\u00e4rgewalt ums Leben gekommen. Mehr als 5000 wurden festgenommen. Immer wieder ist von schwerer Folter die Rede. Viele sind auf der Flucht. Die Uno hatte bereits im April mitgeteilt, dass in dem s\u00fcdostasiatischen Land bald Millionen Menschen von Hunger bedroht sein k\u00f6nnten. (\u2026) W\u00e4hrend es auch in den vergangenen Tagen erneut K\u00e4mpfe zwischen Milit\u00e4r und Rebellengruppen wie der Nordallianz und der Kachin Independence Army gab, soll der Vizekommandeur der Shanni Nationalities Army angeblich von der Junta ermordet worden sein. Umgekehrt gab es zuletzt Meldungen \u00fcber get\u00f6tete Kader der regimenahen fr\u00fcheren Oppositionspartei USDP oder lokale Zutr\u00e4ger des Regimes. Dass ein kleiner Teil der Demokratiebewegung nun mit gewaltsamen Mitteln agiert, illustrieren auch Explosionen in Yangon und anderen St\u00e4dten \u2013 sowie ein gr\u00f6\u00dferes Waffenlager, das die Sicherheitskr\u00e4fte in Yangon ausgehoben haben wollen. Im Chin State sind regimekritische B\u00fcrgermilizen aktiv.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1152763.myanmar-widerstand-gegen-myanmars-putschregime.html\">Artikel von Thomas Berger vom 2. Juni 2021 in neues Deutschland online<\/a><\/li>\n<li><strong>Trotz Verhaftung von Arbeitsrechtsaktivistin Myo Myo Aye: Myanmars Arbeiter*innen leisten weiter Widerstand<br \/>\n<\/strong><em>\u201e\u2026 Wie gef\u00e4hrlich die Lage f\u00fcr Arbeiter*innen und Menschenrechtsaktivist*innen durch die Macht\u00fcbernahme des Milit\u00e4rs geworden ist, zeigt die Festnahme von Myo Myo Aye. Am 15. April wurde die Gewerkschafterin und Direktorin von STUM (Solidarity of Trade Unions in Myanmar) gewaltsam aus ihrem B\u00fcro entf\u00fchrt und unrechtm\u00e4\u00dfig verhaftet. Bereits w\u00e4hrend eines Deutschland-Besuchs 2018, bei dem sie auch mit FEMNET im Austausch stand, wies sie in Gespr\u00e4chen mit Unternehmensmitgliedern aus dem Textilb\u00fcndnis auf die schon damals prek\u00e4re arbeitsrechtliche Situation der Bekleidungsarbeiter*innen in Myanmar hin. Heute, drei Jahre sp\u00e4ter, sind es Gewerkschaften und Arbeiter*innen, die den Widerstand gegen die Gewaltherrschaft anf\u00fchren. Der Preis ist hoch: Demonstrierende m\u00fcssen Durchsuchungen, Willk\u00fcr und Festnahmen f\u00fcrchten; nicht selten enden die Proteste t\u00f6dlich, wie zuletzt im Industrievorort Hlaing Tharyar in Yangon, wo 60 Menschen der Gewalt zum Opfer fielen. Doch die Arbeiter*innen bleiben stark im Kampf f\u00fcr ein demokratisches Myanmar Mit der Anfang Mai ausgerufenen \u201eSpring Revolution\u201c gehen die Protestierenden weit \u00fcber pro-demokratische Bewegungen der Vergangenheit hinaus. Nicht weniger als eine echte Demokratie ohne Kompromisse, eine weitaus gerechtere, integrativere und geeinte Gesellschaft \u2013 f\u00fcr dieses Ziel streiken die Menschen, protestieren friedlich, boykottieren und f\u00fchren Akte des zivilen Ungehorsams durch. Es sind vor allem Frauen, allen voran die Besch\u00e4ftigten der Textilindustrie, die im Zentrum der Protestbewegung stehen und sich mit viel Engagement, Kreativit\u00e4t und Mut nicht nur den Milit\u00e4rs an sich, sondern auch den durch sie repr\u00e4sentierten frauenfeindlichen und \u00fcberkommenen gesellschaftlichen Normen entgegenstellen. (\u2026) FEMNET steht an der Seite der Textilarbeiter*innen und Gewerkschafter*innen, die ihr Leben im Widerstand gegen eine menschenverachtende Gewaltherrschaft aufs Spiel setzen. Wir sind zutiefst besorgt \u00fcber die Ereignisse und \u00fcber die Verhaftung von Myo Myo Aye. Gemeinsam mit der Clean Clothes Campaign fordern wir ihre sofortige Freilassung.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/femnet.de\/fuer-frauenrechte\/kampagnen\/solidarityworks-unsere-arbeit-in-produktionslaendern\/nachrichten-produktionslaender\/346-nachricht-und-berichte-aus-myanmar\/1824-trotz-verhaftung-von-arbeitsrechtsaktivistin-myo-myo-aye-myanmars-arbeiter-innen-l\">Bericht vom Mai 2021 von und bei FEMNET<\/a><\/li>\n<li><strong>Zwei Gewerkschaftsf\u00fchrerinnen in Myanmar verhaftet<br \/>\n<\/strong>Zwei Gewerkschaftsf\u00fchrerinnen in Myanmar wurden k\u00fcrzlich wegen ihrer Teilnahme an der Demokratiebewegung verhaftet.\u00a0 Gewerkschaften weltweit rufen die Regierungen und internationalen Finanzinstitutionen dazu auf, den Handel und weitere finanzielle Hilfen auszusetzen, von denen die Milit\u00e4rjunta profitiert. Siehe dazu die <a href=\"http:\/\/www.laboursolidarity.org\/Two-Women-Union-Leaders-Arrested?lang=en\">Meldung \u201eTwo Women Union Leaders Arrested in Myanmar\u201c vom 30. April 2021<\/a>beim International Labour Network of Solidarity and Struggles. Siehe auch einen Aufruf der Industrial Workers\u2019 Federation of Myanmar (IWFM):<\/li>\n<li><strong>Myanmar trade union demands action from international brands to protect workers<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>As International Labour Day approaches, the Industrial Workers\u2019 Federation of Myanmar (IWFM) is calling on international brands and suppliers in the garment industry to protect the rights of trade unionists and ensure that workers will not be dismissed during the ongoing protests against the military junta. The IWFM pointed out that, under martial law, workers run the risk of arrest or even being shot by the military if they attempt to return to work in any of the country\u2019s major industrial zones. Moreover, transport links have been suspended and communications channels blocked, making it almost impossible for workers to contact their employers. In <\/em><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/109901467018497\/posts\/469748541033786\/\"><em>a statement issued on 22 April<\/em><\/a><em>, the IWFM said many workers are too afraid to go back to work and thousands have already returned to their home villages. Union leaders are being targeted by the military and have gone in hiding, severely hampering trade union work<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.clb.org.hk\/content\/myanmar-trade-union-demands-action-international-brands-protect-workers\">Aufruf der Industrial Workers\u2019 Federation of Myanmar (IWFM) am 30. April 2021 beim China Labour Bulletin<\/a><\/li>\n<li><strong>In Myanmar m\u00fcssen Demonstranten weiter mit dem Leben bezahlen<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>In Medienberichten ist von mindestens f\u00fcnf Toten die Rede. Angesichts der seit drei Monaten andauernden Gewalt sehen die UN schwarz f\u00fcr die Zukunft Myanmars. In Myanmar haben die Sicherheitskr\u00e4fte <\/em><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/asean-staaten-fordern-gewaltverzicht-in-myanmar\/a-57322917\"><em>bei neuen Protesten gegen die Milit\u00e4rjunta<\/em><\/a> <em>mindestens f\u00fcnf Menschen get\u00f6tet. Zwei Demonstranten starben in der zentralen Stadt Weltlet durch Kugeln, wie die Nachrichtenagentur Myanmar Now berichtete, zwei Menschen wurden laut anderen Medien in St\u00e4dten im Bundesstaat Shan im Nordosten Myanmars get\u00f6tet. Eine Person sei in der n\u00f6rdlichen Minenstadt Hpakantin Opfer der Sicherheitskr\u00e4fte geworden<\/em>\u2026.\u201c <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/in-myanmar-m%C3%BCssen-demonstranten-weiter-mit-dem-leben-bezahlen\/a-57402527\">Beitrag vom 02.05.2021 bei der Deutschen Welle<\/a><\/li>\n<li><strong>Konzernverantwortung: Totals Zahlungen an die Junta in Myanmar<br \/>\n<\/strong><em>\u201eSeit dem Milit\u00e4rcoup in Myanmar hat das Regime \u00fcber 740 ZivilistInnen ermordet. Trotzdem f\u00fchrt der franz\u00f6sische Erd\u00f6l- und Gaskonzern Total sein lokales Gesch\u00e4ft weiter. Seine Gasf\u00f6rderplattform vor der K\u00fcste ist derzeit wahrscheinlich die gr\u00f6sste einzelne Einnahmequelle der Putschisten. Die Aufregung war gross, als im Juni 2012 die Nobelpreistr\u00e4gerin und sp\u00e4tere Regierungschefin Myanmars, Aung San Suu Kyi, w\u00e4hrend ihrer ersten Europareise seit 24 Jahren in Genf eine Rede hielt. Sie zeichnete ihre Vision eines demokratischen Myanmar und nahm dabei auch die Erd\u00f6l- und Gasindustrie in die Pflicht. Der Sektor m\u00fcsse transparenter und auf internationale Standards verpflichtet werden. Auf die Rolle der Konzerne Total und Chevron angesprochen, die seit den neunziger Jahren im grossen Stil Erdgas im Land f\u00f6rderten, sagte sie: \u00abIch muss sagen, dass ich Total als verantwortungsbewussten Investor in unserem Land wahrnehme.\u00bb Ein Zitat, das der Konzern bis heute wie eine Troph\u00e4e auf seiner Website f\u00fchrt. Doch Suu Kyi erg\u00e4nzte diesen Satz damals mit Worten, die einen anderen Ton anschlugen: \u00abAuch wenn es eine Zeit gab, als wir nicht einverstanden waren, dass sie das Milit\u00e4r durch ihre Investments in Myanmar st\u00fctzten.\u00bb Diese Zeit scheint sich gerade zu wiederholen. (\u2026) Nach dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar dauerte es nur wenige Tage, bis erste myanmarische DemonstrantInnen auf Plakaten forderten, dass die franz\u00f6sische Total und die US-amerikanische Chevron ihre Zahlungen an die Junta sofort einstellen sollten. (\u2026) 2019 warf die Plattform alleine f\u00fcr Total 85 Millionen US-Dollar Gewinn ab. Damals bezahlte das Unternehmen 257 Millionen US-Dollar an Steuern und anderen Verg\u00fctungen an Myanmar, ein Grossteil davon an das undurchsichtige MOGE. Justice for Myanmar, eine Organisation, die die Verflechtungen zwischen dem Milit\u00e4r und internationalen Unternehmen akribisch dokumentiert, schrieb in einer Analyse kurz nach dem Putsch: \u00abTotal ist heute wahrscheinlich die gr\u00f6sste einzelne Einkommensquelle des Milit\u00e4rregimes.\u00bb.(\u2026) Zwar hat die EU k\u00fcrzlich Sanktionen gegen zwei grosse Unternehmenskonglomerate des Milit\u00e4rs beschlossen. Doch MOGE und Total sind davon nicht betroffen. Sie m\u00fcssen sich keine Sorgen machen: In Frankreichs Politbetrieb ist es ruhig um Totals Aktivit\u00e4ten in Myanmar. Und Christian Lechervy, der franz\u00f6sische Botschafter in Yangon, verteidigte im M\u00e4rz auf France Info den Entscheid des Konzerns, mit der Gasf\u00f6rderung weiterzufahren. Es gebe schliesslich Vertr\u00e4ge mit \u00abdem Staat\u00bb, denen das Unternehmen nachkommen m\u00fcsse.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/2117\/myanmar-konzernverantwortung\/totals-zahlungen-an-die-junta\">Artikel von Samuel Schlaefli vom 29. April 2021 aus der WOZ Nr. 17\/2021<\/a><\/li>\n<li><strong>Antifaschistische Solidarit\u00e4t mit der Revolution in Myanmar<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>An die Revolution\u00e4r_innen von Myanmar, Wir w\u00fcnschen euch ein revolution\u00e4res Thingyan und einen Ramadan der Befreiung f\u00fcr unsere muslimischen Gef\u00e4hrt_innen, die Seite an Seite mit ihren buddhistischen, christlichen und hinduistischen Nachbar_innen gek\u00e4mpft haben und gestorben sind. Wir stehen in Solidarit\u00e4t mit der Volksrevolution, die gegen das faschistische Tatmadaw (Myanmar-Milit\u00e4r) Regime stattfindet. Wir sehen mit Ehrfurcht zu, wie das Niveau der Kreativit\u00e4t und des militanten Widerstands t\u00e4glich zu wachsen scheint. Unsere Herzen brechen bei den Videos der Eltern und Geschwister, die \u00fcber die blutgetr\u00e4nkten K\u00f6rper ihrer gefallenen Familienmitglieder trauern, die von schwer bewaffneten Soldat_innen ermordet wurden. Wir wissen, dass die Tatmadaw zu viel, viel Schlimmerem f\u00e4hig ist; wir wissen auch, dass ihr, die Revolution\u00e4r_innen, niemals aufh\u00f6ren werdet zu k\u00e4mpfen, bis zum Ende der Welt! Diese Revolution hat sich in der gesamten Gesellschaft Myanmars ausgebreitet; von einem massiven landesweiten Generalstreik bis hin zu kleinen D\u00f6rfern, die sich zusammenschlie\u00dfen, um sich gegenseitig mit Molotows, Schwertern, Steinschleudern und alten Jagdgewehren zu verteidigen; dem sicheren Tod ins Auge blickend mit dem Ruf nach Freiheit und dem Wissen, dass das Leben unter der faschistischen Herrschaft auch nur f\u00fcr einen Moment l\u00e4nger v\u00f6llig unhaltbar ist. \u00c4rzt_innen und Pflegekr\u00e4fte riskieren ihr Leben, um Demonstrierende zu behandeln, w\u00e4hrend einige von ihnen inhaftiert wurden, weil sie sich weigerten, die Familien der Milit\u00e4rs zu behandeln. Gew\u00f6hnliche Menschen haben sich zusammengefunden, um autonome Nachbarschaftskomitees zu gr\u00fcnden, die gegenseitige Hilfe bei der Verteilung von Lebensmitteln und anderen G\u00fctern organisieren. Mutige K\u00e4mpfer_innen haben versucht, Gefangene zu befreien, indem sie mit nichts als Messern und Schilden Angriffe gegen schwer bewaffnete Soldat_innen starteten. Revolution\u00e4re Studentenkomitees haben ihre Solidarit\u00e4t mit den Rohingya und anderen ethnischen Minderheiten ausgedr\u00fcckt, die Opfer von Terror und Genozid sowohl durch das Milit\u00e4r als auch durch das sogenannte demokratische Regime geworden sind. (\u2026) Wir gr\u00fc\u00dfen die ehemaligen Polizist_innen und Soldat_innen, die ihre Posten aufgegeben haben und sich der Revolution angeschlossen haben. Nur durch die Ablehnung deines Postens und die Hingabe an die Revolution kannst du deine Menschlichkeit zur\u00fcckgewinnen. Schlie\u00dft euch der Revolution an! Richtet eure Waffen auf die Gener\u00e4le! Wir ehren die Hunderte von Azani (burmesisches Wort f\u00fcr M\u00e4rtyrer_in), die f\u00fcr ihre Gef\u00e4hrt_innen, ihre Familie und f\u00fcr die Geburt einer neuen Welt starben, einer Welt ohne Faschist_innen und Milit\u00e4rherrschaft<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/schwarzerpfeil.de\/2021\/04\/21\/antifaschistische-solidaritaet-mit-der-revolution-in-myanmar\/\">Solidarit\u00e4tserkl\u00e4rung mit dem multiethnischen revolution\u00e4ren Kampf in Myanmar gegen die Milit\u00e4rdiktatur am 21. April 2021 bei SchwarzerPfeil<\/a>, urspr\u00fcnglich ver\u00f6ffentlicht bei It\u2019s Going Down<\/li>\n<li><strong>\u201eWie in Syrien\u201c. Vielv\u00f6lkerstaat Myanmar am Abgrund<br \/>\n<\/strong>\u201e<em>Die Sorge w\u00e4chst, dass Myanmar nach dem Milit\u00e4rputsch vom Februar in einen B\u00fcrgerkrieg schlittert. In vielen Landesteilen, in denen ethnische Minderheiten leben, eskalieren blutige Konflikte zwischen Armee und Rebellen. (\u2026) Vor den Bombenangriffen hatte der bewaffnete Arm der Rebellenorganisation \u201eKaren National Union\u201c (KNU) einen Au\u00dfenposten des Milit\u00e4rregimes erobert: Der Zeitpunkt war keineswegs zuf\u00e4llig. Denn der 27. M\u00e4rz wurde vom Milit\u00e4r wie gewohnt als der \u201eTag der Streitkr\u00e4fte\u201c mit Paraden begangen. Zugleich war dies der bislang tragischste Tag seit dem Putsch, denn die Milit\u00e4rjunta unter Machthaber Min Aung Hlaing lie\u00df bei landesweiten Protesten mindestens 114 Menschen erschie\u00dfen. Ein Rebellen-Kommandeur erkl\u00e4rte, die \u201eKaren National Liberation Army\u201c k\u00e4mpfe mit Studenten und anderen B\u00fcrgern f\u00fcr den Sturz der \u201efaschistischen Diktatur\u201c, wie das Nachrichtenportal \u201eMyanmar Now\u201c berichtete. (\u2026) Auch im n\u00f6rdlichen Bundesstaat Kachin leisten Rebellen der \u201eKachin Independence Army\u201c erbitterten Widerstand \u2013 mit der Folge, dass das Milit\u00e4rregime dort ebenfalls Luftangriffe fliegt. Wieder wurden zahlreiche Zivilisten der ethnischen Kachin-Minderheit vertrieben, die mehrheitlich Christen sind. In mehreren Kirchen fanden Razzien statt. Im benachbarten Shan-Staat gab es k\u00fcrzlich einen Angriff auf eine Polizeistation mit Toten und Verletzten. Berichten zufolge geht er auf das Konto einer Allianz aus mehreren Rebellengruppen. Die UN-Hochkommissarin f\u00fcr Menschenrechte, Michelle Bachelet, warnt bereits vor Zust\u00e4nden wie in Syrien. Doch f\u00fcr viele Bewohner Myanmars ist kriegerische Gewalt l\u00e4ngst Realit\u00e4t<\/em>. <em>(\u2026) Seit dem Putsch massakriert die Junta Kritiker aus s\u00e4mtlichen Bev\u00f6lkerungsteilen. Laut der Hilfsorganisation f\u00fcr politische Gefangene (AAPP) wurden mindestens 738 Menschen bei Protesten get\u00f6tet, hinzu kommen Folter und Massenverhaftungen. Trotzdem setzt die \u201eBewegung des zivilen Ungehorsams\u201c aus Studierenden, Arbeiterinnen und Arbeitern, medizinischem Personal, Staatsbediensteten sowie buddhistischen M\u00f6nchen, Muslimen, katholischen Nonnen und Priestern ihren Widerstand fort<\/em>\u2026\u201c <a href=\"https:\/\/www.migazin.de\/2021\/04\/23\/vielvoelkerstaat-myanmar-am-abgrund\/\">Beitrag von Nicola Glass vom 23.04.2021 im Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutsche Konzerne in Myanmar: Unterst\u00fctzung der Milit\u00e4rjunta beenden<br \/>\n<\/strong><em>\u201eReporter ohne Grenzen fordert noch immer in Myanmar t\u00e4tige ausl\u00e4ndische Unternehmen auf, ihre wirtschaftliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Milit\u00e4rregierung des Landes umgehend zu beenden. In den zweieinhalb Monaten seit dem Milit\u00e4rputsch vom 1. Februar hat sich die Lage der Pressefreiheit dort kontinuierlich verschlechtert. Angesichts dessen m\u00fcssen die Unternehmen endlich ihrer Verpflichtung nachkommen, \u00fcberall auf der Welt die Menschenrechte zu wahren. Zw\u00f6lf von ihnen hat RSF im Vorfeld dieser Pressemitteilung kontaktiert, darunter die Deutsche Post DHL Group, den deutschen Nutzfahrzeuge-Hersteller MAN, das franz\u00f6sische \u00d6lunternehmen Total, das schwedische Kommunikationsunternehmen Ericsson, die franz\u00f6sische Hotelkette Accor und den s\u00fcdkoreanische Stahl- und Energieriesen POSCO. (\u2026) Die Deutsche Post DHL ist durch ein Joint Venture mit der Milit\u00e4rjunta im Gesch\u00e4ft. (\u2026) Berichte aus Myanmar zeigen immer wieder Bilder der Milit\u00e4rtrucks des chinesischen Unternehmen Sinotruk, das zu einem Teil dem deutschen Lkw-Bauer MAN geh\u00f6rt. (\u2026) MAN besitzt 25 Prozent plus eine Aktie \u2013 genug, um mittels Sperrminorit\u00e4t wichtige Entscheidungen zu blockieren. Anders als Deutsche Post DHL und MAN hat der M\u00fcnchner Banknotendrucker Giesecke+Devrient Ende M\u00e4rz alle Lieferungen nach Myanmar ausgesetzt. (\u2026) Einige der Unternehmen sind im Telekommunikationssektor t\u00e4tig und spielen somit eine Schl\u00fcsselrolle beim Zugang zu Informationen, wie der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson, das norwegische staatliche Telekommunikationsunternehmen Telenor und der franz\u00f6sische Fernseh- und Filmkonzern Canal+. Andere stellen der Milit\u00e4rregierung erhebliche finanzielle Ressourcen zur Verf\u00fcgung, entweder indem sie schlicht in Myanmar Steuern zahlen oder indem sie direkte Gesch\u00e4ftsbeziehungen zur Tatmadaw, so der offizielle Name der myanmarischen Streitkr\u00e4fte, unterhalten. (\u2026) RSF hat die Hotelketten Accor (Frankreich), Okura Nikko Hotel Management (Japan) und Lotte Hotels and Resorts (S\u00fcdkorea) aufgefordert, ihre Beziehungen zur Tatmadaw und ihren Gesch\u00e4ftseinheiten zu \u00fcberpr\u00fcfen. Im Energiesektor, einer unverzichtbaren Geldquelle f\u00fcr das Milit\u00e4rregime, dr\u00e4ngt RSF Unternehmen wie das franz\u00f6sische \u00d6lunternehmen Total, den US-Energiekonzern Chevron und den s\u00fcdkoreanischen Stahl- und Energieriesen POSCO, ihre fortgesetzte Beteiligung am Offshore-Gasfeld Yadana zu hinterfragen. (\u2026) Auch das anglo-niederl\u00e4ndische Lebensmittel- und Konsumg\u00fcterkonglomerat Unilever, dessen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ebenfalls von RSF kontaktiert wurde, hat bislang keine Konsequenzen aus dem zunehmend blutigen Vorgehen der Milit\u00e4rjunta gezogen. Sein japanischer Mitbewerber hingegen, das Getr\u00e4nkeunternehmen Kirin, beendete seine Partnerschaft mit einer \u00f6rtlichen Brauerei bereits vier Tage nach dem Staatsstreich vom 1. Februar. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Myanmar auf Platz 139 von 180 L\u00e4ndern.\u201c <\/em><a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/pressemitteilungen\/meldung\/deutsche-und-internationale-konzerne-muessen-unterstuetzung-der-militaerjunta-beenden\">Artikel von und bei Reporter ohne Grenzen (RSF) vom 16. April 2021<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Siehe f\u00fcr weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>laufend aktualisiert die Berichte von <a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/bloodmoneymyanmar\/reports\/\">#BloodMoneyMyanmar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ctummyanmar.org\/\">Homepage<\/a> von Confederation of Trade Unions, Myanmar (CTUM) und aktiver <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ftub.burma\/\">auf Fratzebuch<\/a>, momentan kaum <a href=\"https:\/\/twitter.com\/CtumMyanmar\">auf Twitter<\/a><\/li>\n<li>Myanmar Now \u2013 <a href=\"https:\/\/myanmar-now.org\/en\">Homepage<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Myanmar_Now_Eng\">Twitter<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.solidarity-myanmar.de\/\">German Solidarity with Myanmar Democracy<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/myanmar\/gewerkschaften-myanmar\/die-gewerkschaften-in-myanmar-kaempfen-waehrend-des-militaerputsches-fuer-den-schutz-der-arbeitnehmerrechte-auch-durch-internationale-konzerne\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 6. Mai 2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dossier. 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